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Die Tiefenstruktur – im Dienste des eigenen Körpers

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Jede Veränderung ist eine Tür, die man nur von innen öffnen kann (Französisches Sprichwort)Wirbelkette 2 Kopie (2)

Die Tiefe Bewegung ist Spezialist für Situationen und zugleich die ehrlichste Bewegung des Körpers.

Die Tiefe Bewegung ist ein Stimulator und Motivator des eigenen Körpers. Die Bewegungen die mit der Tiefen Bewegung ausgeführt werden, gehen mit verschärfter Sensibilität, größerer Wachheit und höherer Begeisterung einher. Die Aufmerksamkeit verstärkt sich und plötzlich ist der Körper voll bei der Sache, optimistisch, voller Selbstvertrauen und gespannter Erwartung – auch für das Pferd ein großartiger Zustand. Dabei ist es nicht die Tiefe Bewegung allein die den Körper in einen  Zustand des körperlichen „Erfolgserlebnisses“, starker Freude, positiver Überraschung seines eigenen Körpers bringt, sondern das was es an Folgereaktionen im Gehirn auslöst. Es ist ein andauerndes, lustvolles Bei-sich-selbst-Sein, bei dem das Gehirn diese Bewegungen umso besser speicher kann, weil der Körper diese Bewegungen einfach stolz erlebt.

Durch sanftes, eigenes Auflösen von Anspannung steht die zuvor gebundene, festgehaltene Bewegungsenergie dem Körper wieder zur Verfügung.

In der Tiefen Bewegung profitiert der Körper nicht wie manchmal üblich, durch das Erreichen eines Zieles oder eine Belohnung, sondern durch die Tätigkeit, und nicht wie bei einer äußeren Bewegung „angelegt“. Dieses „Anlegen“ vergleiche ich gerne mit dem Anlegen eines Kleidungsstücks – es liegt am Körper an, aber es gehört nicht zu einem. Für eine angelegte, äußere, passive Bewegung dagegen zahlt das Pferd oft einen hohen Preis, in Form von Spannungen, Müdigkeit, einer inneren „Leere“ oder vielleicht sogar einer Depression.

Körperliche Passivität ist ein hoher Stressfaktor, physisch wie psychisch( wie Durchgehen, Bocken, Widerstände). Die Tiefe Bewegungen sind motorische Bedürfnisse und verstärken im Gegenteil die Aufmerksamkeit des Pferdes und fördern den Wachstum von Bewegungsverbindungen ( und zwar entsprechend eines eigenen individuellen Rhythmus und Bewegungsbedürfnisses.

Die Tiefe Bewegung – im Dienste des eigenen Körpers

Doch bevor Sie die ersten Schritte unternehmen um die Tiefe Bewegung für sich und Ihrem Pferd s zu entdecken, möchte ich etwas genauer auf die besondere Wirkung der Tiefen Bewegung auf den Körper eingehen.

Ein Beispiel aus dem Pferdealltag:

Wenn sich ein Pferd bewegt, nimmt es die meisten Reize über seine Augen (eingeschränkt), über Nase und Ohren – ganz viel über das Maul, über die Hufe und vor allem über den gesamten Körper (Tiefensensibilität) auf. Gleichzeitig steuert es die Bewegungen der Beine (Motorik). Der Körper hat zwar keine „Augen“, funktioniert durch den einzigartigen Aufbau aber wie ein großes, gesamtes Sinnesorgan. Die Wahrnehmung findet über verschiedene Rezeptoren in den Gelenken, in den Muskeln, Sehnen und Faszien über Nerven und Nervenbetten statt.

Kleinste Sinnesreize werden von den Rezeptoren des Körpers aufgenommen und blitzschnell an das Rückenmark und das Gehirn weitergeleitet. Die Hauptantwort darauf erfolgt zunächst unwillkürlich und genauso blitzschnell vom  Rückenmark an unser Bewegungssystem. Erst verzögert, also wenn unser Körper schon längst auf die Sinnesreizung reagiert hat, nehmen wir diese Situation im Kopf bewusst wahr. Durch diese Schnelligkeit schützt sich der Organismus vor Schädigung.( Carsten Stark)

Wenn wir diese Sinnesreize dauerhaft umgehen und eine Bewegung beim Pferd von „außen“ erzeugen, oder sogar erzwingen, sprechen wir von einer äußeren Bewegung – die auf Dauer negative Folgen für den Körper hat.

Die erste Grundregel des Körpers lautet daher: je besser und gleichmäßiger die Tiefe Bewegung im Körper umgesetzt werden kann, desto wahrscheinlicher ist das harmonische Zusammenspiel der Körperfunktionen, der Organsysteme, und natürlich – für uns nach außen sichtbar – für die Bewegung des Pferdes in der Reinheit seiner Körperfunktionen.

Es sind viele, viele Bewegungseinheiten, -faktoren, -kleinigkeiten, die sich miteinander Informationen liefern, woraus sich schließlich die Bewegung des Pferdes zusammensetzt. Das Muskelbild des Pferdes ist daher wie ein Fenster in den Körper des Pferdes und vermittelt einem präzise den Ist-Zustand der Körper- Organ- und Bewegungsfunktionen und lässt leicht Rückschlüsse auf den Gang zu. Wer es vermag, diese Muskelkartografie zu lesen, dem eröffnet sich eine spannende Welt.

Je mehr Einfluss desto schlechter

Nun meinen viele Reiter, sie tun Ihrem Pferd etwas Gutes, wenn Sie es mit einer guten Reitlehre „korrigieren“ oder mit mechanischen Hilfen den Körper „ausbilden“. Davon kann ich nur dringend abraten, denn es ist die Belastung auf eine falschen körperlichen „Grundlage“ – der Pferdekörper ohne Tiefe Bewegung, der das Pferd leider weiter deformiert.

Interessanterweise treten die meisten Verletzungsanfälligkeiten, Beschwerden und Unreitbarkeiten selten akut auf sondern durch einen ungesunden Entwicklungsprozess auf, der von „außen“ nicht immer sichtbar ist. Was wir sehen, ist immer nur die Spitze des Eisberges – und eigentlich erst dann, wenn es meist schon zu spät ist. Wieder ein Beispiel aus dem Alltag: Auch unseren Alterungsprozess können wir nicht wahrnehmen: An einem Morgen wachen wir auf und merken, dass wir älter geworden sind. Den Prozess im Inneren haben wir nicht gespürt. Oder wenn, dann in seinen negativen Auswirkungen.

Der Reiter wiegt sich derweil in der Sicherheit, alles richtig gemacht zu haben – möglicherweise signalisiert das Pferd sogar Zufriedenheit – doch der Prozess im Inneren des Pferdes geht weiter. Und äußert sich in den Modekrankheiten Stoffwechselprobleme, Atemprobleme oder in chronischen Belastungsabrieben der Gliedmaßen oder der Gelenke.

Und schmerzt es eben dann doch irgendwann – das ist nur möglich, weil das Gehirn durch die verschobenen Belastungsanreize viel zu wenig richtige Informationen bekommen – zum Schaden des Körpers. Hier fehlen schlichtweg die Propriozeption (Sensoren der Gelenke) das richtige Atemkonzept des Pferdes und übergeordnet die Tiefe Bewegung.

Gerade die Unbeweglichen sind sehr zäh in ihrem Festhalten an irgendwelchen „Sicherheiten“

Ein Trend, den man seit Jahren aus der „Reitindustrie“ beobachten kann, ist, dem Pferd mit Hilfen zu helfen, mit Hilfe vieler „Bewegungserleichterungen“  wie z.B. „ruhig liegenden“ Gebissen! Hilfszügeln und Sätteln in denen der Reiter zur Unbeweglichkeit verdammt wird und das Pferd die Aufprallwucht des Reiters ertragen muss (Billiardkugeleffekt), die den Pferdekörper mehr belasten, als ihm zu dienen.

Durch die fragwürdige Sicherheit, die dem Reiter durch Leichttraben, – durch Verspannungs- und Verbiegetechniken, durch Longieren auf großen Kreisen etc. gegeben wird, erhöht sich die Laufgeschwindigkeit des Pferdes, weil die Schnelligkeitsbremse, die sich durch die Tiefe Bewegung einschalten würde, umgangen wird. Dadurch arbeiten die Muskeln zusätzlich zur falschen Körpergrundlage im anaeroben Bereich, was sie auf Dauer zerstört.

Der Pferdekörper schützt sich allerdings davor, indem er die Muskeln „zu“ macht, worauf diese hart und steif werden, anfangen zu schmerzen und die Tätigkeit verweigern. Die Muskelsehnen verschiedener Bereiche werden extrem angespannt – der Begriff der Trageerschöpfung ist geboren.

Die Konsequenz

Ein anderes Beispiel: Wenn das Pferd ein Hinterbein weniger belastet (meist das rechte)dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass das Becken verschoben in die Bewegung eingeht und dass sich diese ungleiche Belastung auf die Stellung der Wirbelkette auswirkt. Anfangs unbemerkt, nimmt der Körper eine Ausweichbewegung ein. Er hält zum Beispiel die diagonale linke Schulter fest, dadurch muss der den Kopf/Hals nach links neigen um der drohenden Dysbalance auszuweichen.

Wird so nur ein Bein weniger belastet, ist der Körper schief – er kann nicht „gerade“ stehen, geschweige denn laufen. Ein dadurch ungleichmäßiges Auf fußen führt ganz zwangsläufig dazu, dass der Körper diese Dysbalance ausgleichen muss. Dementsprechend werden bestimmte Muskelzüge im Körper stärker angespannt, andere weniger. Somit kommt es zu einer Fehlhaltung in der Struktur, also im Körperskelett, aber vor allem zu Verschiebungen in der Wirbelkette.

Nicht nur, weil sie sich tatsächlich verschiebt, sondern weil sich die natürlichen Wirbelabstände verändern. Die Wirbel – oder auch Tiefenmuskulatur genannt – eine der wichtigsten „inneren“ Muskulaturen, die dem Körper einen ungestörten Informationsaustausch gewährleisten, gestalten sich um. Und wie im „Großen“, wie in der äußeren Muskulatur werden diese Wirbelmuskulaturen einige mehr angespannt, andere weniger. Die Freiheit und der Raum die die Wirbel haben und die Bandscheiben die die Wirbel abpuffern sind wie Indikatoren für die freie Bewegung, denn wir können sicher sein, das sich diese „Unstimmigkeiten“ auch im restlichen Körper wiederfinden.

Hat das Pferd zum Beispiel eine einseitige Beckenbewegung ist die Tiefe Bewegung gestört – die Bewegungseinschränkungen werden auch an anderen Stellen des Körpers – zum Beispiel in der diagonalen Schulter, im Hals und im Maul auftreten.

Und all das zeigt uns das Maul: Jede Verschiebung die in der Wirbelkette vor sich geht – jede Bewegungseinschränkung und jede ungleichen Verspannungszustände zeigt uns das Maul des Pferdes.

Merkmal der Tiefen Bewegung

Die Tiefe Bewegung ist nicht nur das was Sie für Ihr Pferd tun können,   damit es sich frei bewegen kann und Eigenaktivität entwickeln kann,  reiterlich bezeichnet man die Tiefe Bewegung als Durchlässigkeit oder Losgelassenheit und wissenschaftlich gesehen stellt die Tiefe Bewegung die einzige Verbindung vom Gehirn zum Becken dar.

Die Tiefe Bewegung entsteht durch Tiefensensibilität – sie löst im Körper Tiefenentspannung aus, egal ob das Pferd sich stark bewegt oder ob es ruht und führt das Pferd sogar in der Bewegung zur Tiefenatmung.

Der Pferdekörper ist in der Tiefen Bewegung ehrlich. Die Äußeren, herbeigeführten Bewegungen sind dagegen zwar angelegt (wie man ein Kleidungsstück anlegt) – aber erst die Tiefe Bewegung verlinkt und verschaltet sie mit dem ganzen Körper und dem Gehirn.

Der Pferdekörper zeigt ihn in der Tiefen Bewegung alles was nicht korrekt funktioniert. Das Pferd drückt über seine Gestik, über die Atmung, über die unterschiedliche Belastung seines Körpers seinen Ist- Zustand aus. Damit muss der Reiter erst mal klar kommen, sich damit auseinandersetzen wollen und der Ursachenfindung eine Chance geben.

Die Tiefe Bewegung ist Spezialist für Situationen und zugleich die ehrlichste Bewegung des Körpers.

Die Tiefe Bewegung ist ein Stimulator und Motivator des eigenen Körpers. Die Bewegungen die mit der Tiefen Bewegung ausgeführt werden, gehen mit verschärfter Sensibilität, größerer Wachheit und höherer Begeisterung einher. Die Aufmerksamkeit verstärkt sich und plötzlich ist der Körper voll bei der Sache, optimistisch, voller Selbstvertrauen und gespannter Erwartung – auch für das Pferd ein großartiger Zustand. Dabei ist es nicht die Tiefe Bewegung allein die den Körper in einen  Zustand des körperlichen „Erfolgserlebnisses“, starker Freude, positiver Überraschung seines eigenen Körpers bringt, sondern das was es an Folgereaktionen im Gehirn auslöst. Es ist ein andauerndes, lustvolles Bei-sich-selbst-Sein, bei dem das Gehirn diese Bewegungen umso besser speicher kann, weil der Körper diese Bewegungen einfach stolz erlebt.

Durch sanftes, eigenes Auflösen von Anspannung steht die zuvor gebundene, festgehaltene Bewegungsenergie dem Körper wieder zur Verfügung.

In der Tiefen Bewegung profitiert der Körper nicht wie manchmal üblich, durch das Erreichen eines Zieles oder eine Belohnung, sondern durch die Tätigkeit, und nicht wie bei einer äußeren Bewegung „angelegt“. Dieses „Anlegen“ vergleiche ich gerne mit dem Anlegen eines Kleidungsstücks – es liegt am Körper an, aber es gehört nicht zu einem. Für eine angelegte, äußere, passive Bewegung dagegen zahlt das Pferd oft einen hohen Preis, in Form von Spannungen, Müdigkeit, einer inneren „Leere“ oder vielleicht sogar einer Depression.

Körperliche Passivität ist ein hoher Stressfaktor, physisch wie psychisch( wie Durchgehen, Bocken, Widerstände). Die Tiefe Bewegungen sind motorische Bedürfnisse und verstärken im Gegenteil die Aufmerksamkeit des Pferdes und fördern den Wachstum von Bewegungsverbindungen ( und zwar entsprechend eines eigenen individuellen Rhythmus und Bewegungsbedürfnisses.

Die Tiefe Bewegung – im Dienste des eigenen Körpers

Doch bevor Sie die ersten Schritte unternehmen um die Tiefe Bewegung für sich und Ihrem Pferd s zu entdecken, möchte ich etwas genauer auf die besondere Wirkung der Tiefen Bewegung auf den Körper eingehen.

Ein Beispiel aus dem Pferdealltag:

Wenn sich ein Pferd bewegt, nimmt es die meisten Reize über seine Augen (eingeschränkt), über Nase und Ohren – ganz viel über das Maul, über die Hufe und vor allem über den gesamten Körper (Tiefensensibilität) auf. Gleichzeitig steuert es die Bewegungen der Beine (Motorik). Der Körper hat zwar keine „Augen“, funktioniert durch den einzigartigen Aufbau aber wie ein großes, gesamtes Sinnesorgan. Die Wahrnehmung findet über verschiedene Rezeptoren in den Gelenken, in den Muskeln, Sehnen und Faszien über Nerven und Nervenbetten statt.

Kleinste Sinnesreize werden von den Rezeptoren des Körpers aufgenommen und blitzschnell an das Rückenmark und das Gehirn weitergeleitet. Die Hauptantwort darauf erfolgt zunächst unwillkürlich und genauso blitzschnell vom  Rückenmark an unser Bewegungssystem. Erst verzögert, also wenn unser Körper schon längst auf die Sinnesreizung reagiert hat, nehmen wir diese Situation im Kopf bewusst wahr. Durch diese Schnelligkeit schützt sich der Organismus vor Schädigung.( Carsten Stark)

Wenn wir diese Sinnesreize dauerhaft umgehen und eine Bewegung beim Pferd von „außen“ erzeugen, oder sogar erzwingen, sprechen wir von einer äußeren Bewegung – die auf Dauer negative Folgen für den Körper hat.

Die erste Grundregel des Körpers lautet daher: je besser und gleichmäßiger die Tiefe Bewegung im Körper umgesetzt werden kann, desto wahrscheinlicher ist das harmonische Zusammenspiel der Körperfunktionen, der Organsysteme, und natürlich – für uns nach außen sichtbar – für die Bewegung des Pferdes in der Reinheit seiner Körperfunktionen.

Es sind viele, viele Bewegungseinheiten, -faktoren, -kleinigkeiten, die sich miteinander Informationen liefern, woraus sich schließlich die Bewegung des Pferdes zusammensetzt. Das Muskelbild des Pferdes ist daher wie ein Fenster in den Körper des Pferdes und vermittelt einem präzise den Ist-Zustand der Körper- Organ- und Bewegungsfunktionen und lässt leicht Rückschlüsse auf den Gang zu. Wer es vermag, diese Muskelkartografie zu lesen, dem eröffnet sich eine spannende Welt.

Je mehr Einfluss desto schlechter

Nun meinen viele Reiter, sie tun Ihrem Pferd etwas Gutes, wenn Sie es mit einer guten Reitlehre „korrigieren“ oder mit mechanischen Hilfen den Körper „ausbilden“. Davon kann ich nur dringend abraten, denn es ist die Belastung auf eine falschen körperlichen „Grundlage“ – der Pferdekörper ohne Tiefe Bewegung, der das Pferd leider weiter deformiert.

Interessanterweise treten die meisten Verletzungsanfälligkeiten, Beschwerden und Unreitbarkeiten selten akut auf sondern durch einen ungesunden Entwicklungsprozess auf, der von „außen“ nicht immer sichtbar ist. Was wir sehen, ist immer nur die Spitze des Eisberges – und eigentlich erst dann, wenn es meist schon zu spät ist. Wieder ein Beispiel aus dem Alltag: Auch unseren Alterungsprozess können wir nicht wahrnehmen: An einem Morgen wachen wir auf und merken, dass wir älter geworden sind. Den Prozess im Inneren haben wir nicht gespürt. Oder wenn, dann in seinen negativen Auswirkungen.

Der Reiter wiegt sich derweil in der Sicherheit, alles richtig gemacht zu haben – möglicherweise signalisiert das Pferd sogar Zufriedenheit – doch der Prozess im Inneren des Pferdes geht weiter. Und äußert sich in den Modekrankheiten Stoffwechselprobleme, Atemprobleme oder in chronischen Belastungsabrieben der Gliedmaßen oder der Gelenke.

Und schmerzt es eben dann doch irgendwann – das ist nur möglich, weil das Gehirn durch die verschobenen Belastungsanreize viel zu wenig richtige Informationen bekommen – zum Schaden des Körpers. Hier fehlen schlichtweg die Propriozeption (Sensoren der Gelenke) das richtige Atemkonzept des Pferdes und übergeordnet die Tiefe Bewegung.

Gerade die Unbeweglichen sind sehr zäh in ihrem Festhalten an irgendwelchen „Sicherheiten“

Ein Trend, den man seit Jahren aus der „Reitindustrie“ beobachten kann, ist, dem Pferd mit Hilfen zu helfen, mit Hilfe vieler „Bewegungserleichterungen“  wie z.B. „ruhig liegenden“ Gebissen! Hilfszügeln und Sätteln in denen der Reiter zur Unbeweglichkeit verdammt wird und das Pferd die Aufprallwucht des Reiters ertragen muss (Billiardkugeleffekt), die den Pferdekörper mehr belasten, als ihm zu dienen.

Durch die fragwürdige Sicherheit, die dem Reiter durch Leichttraben, – durch Verspannungs- und Verbiegetechniken, durch Longieren auf großen Kreisen etc. gegeben wird, erhöht sich die Laufgeschwindigkeit des Pferdes, weil die Schnelligkeitsbremse, die sich durch die Tiefe Bewegung einschalten würde, umgangen wird. Dadurch arbeiten die Muskeln zusätzlich zur falschen Körpergrundlage im anaeroben Bereich, was sie auf Dauer zerstört.

Der Pferdekörper schützt sich allerdings davor, indem er die Muskeln „zu“ macht, worauf diese hart und steif werden, anfangen zu schmerzen und die Tätigkeit verweigern. Die Muskelsehnen verschiedener Bereiche werden extrem angespannt – der Begriff der Trageerschöpfung ist geboren.

Die Konsequenz

Ein anderes Beispiel: Wenn das Pferd ein Hinterbein weniger belastet (meist das rechte)dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass das Becken verschoben in die Bewegung eingeht und dass sich diese ungleiche Belastung auf die Stellung der Wirbelkette auswirkt. Anfangs unbemerkt, nimmt der Körper eine Ausweichbewegung ein. Er hält zum Beispiel die diagonale linke Schulter fest, dadurch muss der den Kopf/Hals nach links neigen um der drohenden Dysbalance auszuweichen.

Wird so nur ein Bein weniger belastet, ist der Körper schief – er kann nicht „gerade“ stehen, geschweige denn laufen. Ein dadurch ungleichmäßiges Auf fußen führt ganz zwangsläufig dazu, dass der Körper diese Dysbalance ausgleichen muss. Dementsprechend werden bestimmte Muskelzüge im Körper stärker angespannt, andere weniger. Somit kommt es zu einer Fehlhaltung in der Struktur, also im Körperskelett, aber vor allem zu Verschiebungen in der Wirbelkette.

Nicht nur, weil sie sich tatsächlich verschiebt, sondern weil sich die natürlichen Wirbelabstände verändern. Die Wirbel – oder auch Tiefenmuskulatur genannt – eine der wichtigsten „inneren“ Muskulaturen, die dem Körper einen ungestörten Informationsaustausch gewährleisten, gestalten sich um. Und wie im „Großen“, wie in der äußeren Muskulatur werden diese Wirbelmuskulaturen einige mehr angespannt, andere weniger. Die Freiheit und der Raum die die Wirbel haben und die Bandscheiben die die Wirbel abpuffern sind wie Indikatoren für die freie Bewegung, denn wir können sicher sein, das sich diese „Unstimmigkeiten“ auch im restlichen Körper wiederfinden.

Hat das Pferd zum Beispiel eine einseitige Beckenbewegung ist die Tiefe Bewegung gestört – die Bewegungseinschränkungen werden auch an anderen Stellen des Körpers – zum Beispiel in der diagonalen Schulter, im Hals und im Maul auftreten.

Und all das zeigt uns das Maul: Jede Verschiebung die in der Wirbelkette vor sich geht – jede Bewegungseinschränkung und jede ungleichen Verspannungszustände zeigt uns das Maul des Pferdes.

Merkmal der Tiefen Bewegung

Die Tiefe Bewegung ist nicht nur das was Sie für Ihr Pferd tun können,   damit es sich frei bewegen kann und Eigenaktivität entwickeln kann,  reiterlich bezeichnet man die Tiefe Bewegung als Durchlässigkeit oder Losgelassenheit und wissenschaftlich gesehen stellt die Tiefe Bewegung die einzige Verbindung vom Gehirn zum Becken dar.

Die Tiefe Bewegung entsteht durch Tiefensensibilität – sie löst im Körper Tiefenentspannung aus, egal ob das Pferd sich stark bewegt oder ob es ruht und führt das Pferd sogar in der Bewegung zur Tiefenatmung.

Der Pferdekörper ist in der Tiefen Bewegung ehrlich. Die Äußeren, herbeigeführten Bewegungen sind dagegen zwar angelegt (wie man ein Kleidungsstück anlegt) – aber erst die Tiefe Bewegung verlinkt und verschaltet sie mit dem ganzen Körper und dem Gehirn.

Der Pferdekörper zeigt ihn in der Tiefen Bewegung alles was nicht korrekt funktioniert. Das Pferd drückt über seine Gestik, über die Atmung, über die unterschiedliche Belastung seines Körpers seinen Ist- Zustand aus. Damit muss der Reiter erst mal klar kommen, sich damit auseinandersetzen wollen und der Ursachenfindung eine Chance geben.


Der Wunsch, das Pferd in seiner Bewegungsentfaltung nicht zu stören, ist fast so alt wie die Reiterei. Trotzdem ist es eine sehr traurige, aber leider wenig akzeptierte Tatsache, wo Missverständnisse und Illusionen die Regel und das Verständnis für die wirklichen (nicht vom Menschen beeinflusste) Bewegungen, eher eine Glücksache für das Pferd sind.

„Die Tiefe Bewegung verstehen“ führt sie in das Thema der Eigenaktivität, der „ehrlichen Bewegung“ und der Tiefen Bewegung ein und zeigt, wo der Mensch das Pferd, vielleicht auch nur unbewusst in seinen Bewegungen stört. Und – welche Qualität eine Bewegung haben muss, um vom Bewegungsgehirn überhaupt registriert zu werden.

Es gibt einen Einblick, wie Bewegungen aussehen, die das Pferd als SEINE fokussieren kann. Und die Notwendigkeit , diese Bewegungen  in seiner Welt, voll mit Signalen, Impulsen und Reizen als SEINE differenzieren zu können.

Sie erfahren, wie Sie Ihr Pferd „registrieren“ können (Seien Sie das Navi von Ihrem Pferd) um mit Ihrem Pferd zusammen einen Wandel für seine Bewegungen gestalten, und damit einen Wendepunkt markieren zu können. Die Tiefe Bewegung zeigt Ihnen die „Werkzeuge“ des Pferdekörpers, um auch in unterschiedlichen Situationen das Pferd in seine ehrlichen Bewegungen führen zu können.

Alles im Gleichgewicht?Pferd 1 Kopie

Das die Bewegung des Reitpferdes durch das Innere des Pferdes durchgehen – fließen soll, ist jedem klar. Immerhin prägten wir den reiterlichen Ausdruck der Durchlässigkeit! Aber was bringt eine Bewegung innerhalb des Körpers überhaupt zum fließen? Wenn der Körper im Einklang mit dem Atem ist – könnte man jetzt sagen. Aber was ist, wenn das Pferd deshalb nicht durchlässig ist, weil die Einschränkung der Wirbelkette den Raum zwischen den Wirbeln erfasst, und durch die Verspannungen der Wirbelmuskulatur die Durchlässigkeit verhindert?

Ein Reitmeister beschrieb mal die Durchlässigkeit sehr romantisch: als Schnelligkeit der Rumpfbewegung, die mit der Aktion der Beine in voller Übereinstimmung steht, wodurch sich der Hals des Pferdes in der vom Reiter begehrten Zusammenstellung tragen kann. Das Maul mit dem Gebiss entflieht weder noch widerstrebt es aktiv der ruhigen Reiterhand, die eine gewisse Belastung fühlen kann und durch die eine fortwährende Verbindung zwischen dem Maul des Pferdes und der Hand des Reiter erhalten wird.

Und weiter: Die Reinheit der Bewegungen muss mit größter Sorgfalt entwickelt werden und hält des Reiters Aufmerksamkeit selbst bei der Ausführung einfachster Bewegungen wach. Um das Pferd zur dieser Reinheit seiner Bewegung zu bringen, müssen sämtliche Verspannungen zum Verschwinden gebracht werden, die dem entgegenstehen. Höchster Leichtheit Ausdruck findet sich, wenn der Einsatz aller seiner körperlichen Kräfte erreicht werden kann.

Möglicherweise ist also nicht nur die Wirbelkette von der Undurchlässigkeit betroffen, sondern alle Muskeln, Gelenke, Sehnen, Nerven und Nervenbetten – also eigentlich das ganze Pferd. Man könnte also sagen, das was in der Wirbelkette NICHT passiert, kann auch nicht auf den ganzen Körper übertragen werden. Und also würde eine Dehnung der Oberlinie zugleich Spannungszustände in der Wirbelmuskulatur aber genauso auch eine Verfestigung der Bauchmuskulatur erzeugen- beides Faktoren, die dem freien Atemfluss entgegenstehen, ohne den der Körper – siehe oben – nicht im Einklang miteinander sein kann.

Die entlasteten Wirbel, mit viel Raumangebot also zur freien Bewegung des Pferdes? Doch was hindert sie an ihrer ungestörten Funktion?

Die Schiefe des Pferdes vielleicht – und der abgestellte Kopf des Pferdes? Denn um die „Kurve“ fließt der Informationsfluss schwerer und gestörter als durch einen geraden Körper. Vielleicht steht deshalb das Geraderichten des Pferdes ganz oben auf der to-do –Liste des Reiters.

Wahrscheinlich steht deshalb beim Pferdetraining das Geraderichten im Vordergrund, damit alle Bewegungsinformationen ungehindert durch den geraden Körper vom Gehirn zum Becken fließen können – wo es weiter über alle Sensoren und Rezeptoren des Körpers – also das Bewegungsgehirn – gleichseitige Bewegungsanreize bekommt, diese weiter in Gehirn transportiert und durch das Rückenmark und durch die Nervenleitungen im Körper zur Ausarbeitung verteilt?

Aber kann man ein Pferd so einfach gerade richten. Den Kopf in die richtige Richtung ziehen und alles ist gut? Vor allem wenn das Maul voller Spannungen ist, und der Hals steif und abgestellt ist(strecken sie mal den Arm aus und halten sie so eine Tasse Kaffee – schon nach ein paar Minuten wird sich ihre Hand und ihr Arm spannen. Dagegen können Sie dieselbe Tasse stundenlang bei sich am Körper tragen) Wohl kaum, denn jetzt kommen die Muskeln ins Spiel.
Denn was machen die Nervenleitungen, wenn ihre Impulse die sie in die Muskeln geben wollen nicht ankommen weil der Muskel verspannt ist? Weil die Nervenbetten, in denen die Nerven liegen, normalerweise ungestört in Bruchteilen von Sekunden Informationsblitze weitergeben, derart verengt sind, dass nur bruchstückhaft und verzögert Signale in den Gliedmaßen ankommen. Genauso bruchstückhaft wird es natürlich auch wieder ins Gehirn gegeben.

Diese „Informationslücken“ bleiben im Maul und im Becken hängen. Und da es im Körper nie keine Bewegung gibt – also keine schwarzen Bewegungslöcher gibt – kanalisiert sich die Bewegung anders im Körper – Ausweichmuskulatur entsteht.

Nun fußen aber die Hufe durch die Informationslücken auch noch ungleich auf – mit der Zeit ziehen die Muskeln den Körper in eine Schiefe, die dann auch irgendwann das Skelett betrifft – das Pferd kann sich nicht mehr gleichmäßig und gleichseitig koordinieren. Somit ist das inaktive oder einseitige genutzte Becken zugleich eine Folge von – aber auch der Ursprung für Schiefen und Einseitigkeiten. Denn das Becken führt die Bewegung an. Wenn das Becken nicht in die Bewegung eingeht, belastet das Pferd Schritt für Schritt seine Hüften.

Deshalb müsste das Maul von seiner Spannung „entwöhnt“ werden, und das Becken für die Durchlässigkeit „befreit“ und gelöst werden. Dann kann die Bewegung durch die Wirbelkette „durchgehen“ und auf dem Rückweg das Maul wiederum lösen.

Kein antrainiertes Übungssystem vermag die Voraussetzungen für eine optimale Gesundheit besser zu schaffen als die Tiefe Bewegung. Die Entlastung der Wirbel und die dadurch entstehende Durchlässigkeit ist sehr wichtig für den ganzen Körper. Es bedeutet neben der besseren Versorgung mit Nährstoffen auch die Entsorgung von Stoffwechselprodukten und Giften, die alle lebenswichtigen Körperfunktionen verbessern helfen. So wird die Muskulatur besser durchblutet und kontraktionsfähiger, das Knochengerüst wird beweglicher, das Herz- und Kreislaufsystem wird leistungsfähiger, die Verdauungs- und Ausscheidungsorgane funktionieren besser und das Nervensystem reagiert situativer (intuitiv).

Nur die tiefen Bewegungen sind ehrlich, (für viele Reiter viel zu ehrlich) in den äußeren Bewegungen die ihnen das Pferd zeigt, hat es ja andere Kanäle gefunden. Das Pferd bewegt sich über die Ausweichmuskulatur – und hält sich in der Lende fest. Die tiefe Bewegung zeigt ihnen schonungslos alles. Scherkräfte, festhalten, Spannungen usw. Denn die Belastung der Wirbel, durch Steifheit oder Verspannungen des Körpers, behindert das Pferd an seiner naturgemäßen Bewegung und der Freiheit des Atems.
So, und dann können Sie sich selber erklären, welch gewaltiger Eingriff in das Geschehen des Pferdeinneren, und welche disbalancierten Bewegungen daraus entstehen MÜSSEN, wenn sich der steife, oder aus Verspannungen schiefe Mensch auf das Pferd setzt, und dem Pferd sogar noch sogenannte „Hilfen“ gibt, ihn also zusätzlich zu seinen Verspannungen noch mehr zusammenspannt oder das Pferd einfach „lang“ laufen lässt, ohne dem Pferdekörper die Unterstützung zu geben, die er dringend bräuchte.

Viele Reiter möchten ihrem Pferd die Möglichkeit geben, sich am langen Zügel selbst die Körperhaltung zu suchen, in der es seinen Reiter tragen soll und wieder andere fordern ein Haltung des Pferdes ein, die permanent kontrolliert werden muss. Alle beiden „Wünsche“ des Menschen muss der Rücken – sprich die Wirbelkette des Pferdes, aushalten können. Das sind angelegte Bewegungen – angelegt wie ein Kleidungsstück – das nicht zu einem gehört. Eben ohne Eigenaktivität des Pferdes, passiv – eine äußere Bewegung! Die echte Durchlässigkeit, dagegen, wie sie die Tiefe Bewegung versteht, ist eine Durchlässigkeit der Wirbelkette, damit der Informationsfluss der Wirbelkette ungehindert ist. Denn es ist unmöglich, reiterliche Schwierigkeiten mit Bewegungen zu lösen, die ein Problem erzeugt haben.

Vielleicht dazu nochmal den Reitmeister: In der Bewegung Reinheit beruht die ersehnte Vollkommenheit für die Fähigkeiten des Reiters, ebenso wie die des Pferdes Ausbildung und weitaus geringer in der Ausführung sogenannter reiterlicher Schwierigkeiten. Diese Reinheit für den Reiter, der für die Kunst ein wahres Gefühl hat, beruht darauf, dass der Reiter nur jene Bewegungen ins Spiel bringen kann, die für die geplante Bewegung nützlich sind und das Pferd sie umsetzen kann.

Bewegung oder BewegungZahnräder Kopie

Das Pferd und seine Bewegungen unterliegen den Gesetzmäßigkeiten der Natur. Diese Gesetzmäßigkeiten bilden die Grundlage des Bewegungslernens. Dabei kann man sich bewusst machen, dass sich das Pferd über Millionen von Jahren körperlich weiterentwickelt und vor allem überlebt hat. Und das mit all den Höchstleistungen und Überlastungen die das Pferd im Laufe seiner Evolution erlebt hat.

Das wäre nicht der Fall, wenn der Körper selbst, oder irgendeines seiner Teile einen Konstruktionsfehler hätte.

Die eine Stunde am Tag, die das Pferd uns herumtragen muss ist also – körperlich gesehen, ein Spaziergang für den Pferdekörper. Aber – und jetzt kommt das große Aber – es kommt auf die Qualität seiner Bewegungen an.

Wie kommt es dann dazu, dass man reiterliche Schwierigkeit hat, die Pferde Verhaltensauffälligkeiten zeigen, oder das die Tierärzte und andere medizinische Schadensbegrenzungen Hochkonjunktur haben? Modekrankheiten wachsen wie Pilze aus dem Boden – Stoffwechselerkrankungen, von denen jeder weiß dass der Sauerstoff des Atems der fehlende Träger ist – Atemwegserkrankungen, Gliedmaßenerkrankungen und Rückenprobleme, vor allem im Lendenbereich.

Bei diesen Tatsachen sollte der Reiter aufhorchen. Am Körper des Pferdes kann es nicht liegen, wie wir oben festgestellt haben – dann wird es wohl der Umgang mit seinem Körper sein….Denn eines verträgt die Präzisionsmaschine Pferd überhaupt nicht. Gewaltanwendung – also den Körper mit Hilfsmitteln zu etwas zwingen – oder dauerhafte Fehlbelastung. Und da gewinnt der Begriff der Kuschelpädagogik an Bedeutung. Indem der Körper in seinen Bewegungen keine Grenzen erfährt und erkennen kann, kommt er in eine softe – trotzdem, oder vielmehr gerade deswegen, chronische Fehlbelastung.

Ich kann mich in diesem Zusammenhang nur immer wieder darüber wundern, wie wir ganz selbstverständlich akzeptieren, dass die Basis – also der Pferdekörper in seiner ganzen Funktion nicht stimmt. Wir machen alles Mögliche dafür verantwortlich und suchen nach Möglichkeiten die Tatsache zu umgehen. Es wird nach „Krücken“ oder einem Ersatz für den funktionierenden Körper des Pferdes gesucht. Natürlich hilft ein zusammengefaltetes Papier, einen wackligen Tisch zu stabilisieren. Aber die eigentliche natürliche Funktionsweise, die wird dadurch nicht hergestellt.

Offensichtlich liegt es daran, das etwas auf den Körper oder die betreffende Stelle gewirkt hat, oder höchstwahrscheinlich immer noch wirkt, dass stärker als die natürliche Funktionsweise des Körpers ist. Und so tritt an diesen Stellen ein höherer Verschleiß oder ein höherer Mangel auf, den der Körper nicht mehr kompensieren kann. Schulterprobleme über dem Widerrist – Knieprobleme – Spannungen im Maul – die sogenannte Trageerschöpfung – Einseitigkeiten – falsche Belastungen der Hufe etc. zeugen von einer Chronifizierung der Symptome. Sie sprechen sehr laut darüber, dass die Benutzung des Pferdekörpers über einen längeren Zeitraum von der naturgegebenen Funktionsweise abgewichen ist, und damit Auswirkungen hat, über die wir nicht hinweg schauen dürfen.
Wir sind heute mehr denn je darauf angewiesen, selbst die Zusammenhänge zu verstehen und uns mit der Thematik zu beschäftigen, nach einer Lösung zu suchen und selbstverantwortlich zu handeln.

Dazu braucht es zunächst einmal ihre Bereitschaft wirklich etwas verändern zu wollen. Und auch dafür, dass diese Maßnahmen zur Änderung umgesetzt werden.

Aber gerade unsere Gewohnheiten sind es, die uns in Sackgassen laufen lassen. Das und die Tatsache dass man körperliche Entwicklungsprozesse, in vielen Stadien nicht von außen sehen kann. Es ist üblich geworden, den Körper und seine Bewegungen nur mit dem was wir anfassen können und was wir sehen können zu identifizieren. Je tiefer wir allerdings in die Entstehung der Bewegungen eindringen, desto mehr Bewegungssebenen des Körpers können wir wahr nehmen.

Bewegungsentwicklung
Stellen Sie sich ein Fohlen vor das fröhlich und zufrieden mit sich selbst seinen Körper ausprobiert – es spielt. Ist kein Spielkamerad in der Nähe, wird es selbstvergessen den Bewegungsumfang seines Körpers erforschen. Es springt in die Luft, rennt plötzlich los – stoppt aus vollem Lauf wieder abrupt ab und freut sich sichtlich an all seinen Wahrnehmungen und Eindrücken, die seinen Körper prägen werden.

Dieses Pferdchen hat – ohne es zu wissen, sich eine ganze Menge Primitivreflexe ausgelöst und je mehr Sinneseindrücke es bekommt, desto koordinierter wird es im Leben sein.
Diese Bewegungsentwicklung ist die Vorlage für das BewegungsLernen – denn dieses junge Pferd hat seine Bewegungen entwickelt. Es hat mit der Grundlage der Primitivreflexe neue Bewegungen erlernt. Das sind seine Bewegungen – wir bezeichnen das als Selbstbewegung. Und da die Primitivreflexe die Wirbelkette, die einzelnen Wirbel und Gelenke zuverlässig in die Bewegung miteinbeziehen – eine Tiefe Bewegung.

Deshalb stehen beim Bewegungslernen die gewohnten Handlungen im Vordergrund, die das Pferd im Finden seiner Tiefen Bewegung stören. Sie zu erkennen, sie abzulegen und durch eine Handlung oder Verhaltensweise zu ersetzen, die einer freien Selbstbewegung Ihres Pferdes dient, darin sieht das BewegungsLernen seine Aufgabe.

Wie gesagt, nur mit den Gesetzmäßigkeiten, die die Natur für Bewegungen bereit hält, können wir den Pferden die Möglichkeit geben, all die Fähigkeiten und Funktionen, die Pferde haben, auch wirklich auszuleben.

Bewegungsmechanismus

Willkommen in der Welt der Bewegungsmechanismen. Beim Lesen der BewegungsLernen- Webseite, ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass sehr oft vom Bewegungsmechanismus die Rede ist. Die Bewegungsmechanismen sind so etwas wie der Freigeist des Körpers. Nur von der Schwerkraft und von der Begrenzung des Rückens in Zaum gehalten, sind die Bewegungsmechanismen des Körpers sehr, sehr Erfindungs- und Variantenreich. Der Bewegungsmechanismus beschäftigt sich damit die Körpergewichte in Bewegung zu setzen. Wie und welche Körperteile für eine Bewegung ausgelöst werden, und wie eine Bewegung im Raum mit dem ganzen Körper gesteuert und verbunden wird (Koordination) – darüber entscheiden die Bewegungsmechanismen (die aus dem Verbund Gehirn-Nerven-Rückenmark-Faszien entstehen). Der Bewegungsmechanismus, beschäftigt sich damit die Körpergewichte in Bewegung zu setzen!


Die Biomechanik dagegen beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Skelett und Muskeln. Der Bewegungsmechanismus ist die Anwendung der Biomechanik – der Bewegungsmechanismus setzt die Biomechanik in Gang. Ohne die Bewegungsmechanismen wären wir ein konfektionierter Haufen von Muskeln und Knochen, die Robotermäßig gleichförmig in Bewegung – in die Biomechanik gesetzt würden. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum jeder Mensch ein anderes Gangbild hat? – auch das sind die Bewegungsmechanismen des Körpers. Sie lassen sich, wie gesagt, außer der hinteren Begrenzung des Rückens und von der Unterordnung zu der Schwerkraft von nichts aufhalten. Je nach ihrer Anwendung entsteht ein verbiegbarer Schlangenmensch, oder ein grobmotorischer Bewegungslegasteniker. Die Biomechanik meldet sich erst sehr spät zu Wort, eben wenn die Anwendung der Bewegungsmechanismen vollkommen verzogen oder nicht zentriert oder einseitig oder zu verschleißend war. Dann reagiert der Körper mit Schmerzen oder mit Bewegungseinschränkungen oder Blockaden. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum jeder Mensch ein anderes Gangbild hat?


Dafür, dass das neugeborene Lebewesen aus dieser Fülle von Bewegungsmöglichkeiten das richtige wählen kann, gibt es die Primitivreflexe- die Formate für die ersten Bewegungen. Sie geben die richtigen Impulse für den eigenen Körper, und werden, sobald der Körper Bewegung bewusst oder unbewusst was Neues erlernt, abgelöst. Und da zeigen sich die zwei Seiten der Bewegungsmechanismen – der große Vorteil von ihnen, sich immer wieder an alle Anforderungen anpassen zu können, ja sogar bis hin das sie manipulierbar sind. Ob das Bodenunebenheiten, eine Gleichgewichtsuche oder sportliche Betätigung ist, ob das ein Stählen des Körpers oder die Suche nach der perfekten Bewegung ist. Die Bewegungsmechanismen machen alles mit und lassen alles zu. Aber – genauso schnell wie sie eine neue Bewegung erlernen, übernehmen sie eben auch schlechte Gewohnheiten, wie z.B. Bewegungseinschränkungen, Schiefen, Fehlstellungen etc. sie werden manchmal überrumpelt von zu schnellem Wachstum oder Verletzungen. Die Bewegungsmechanismen passen sich eben an alles an…… Aber – genauso schnell wie sie eine neue Bewegung erlernen, übernehmen sie eben auch schlechte Gewohnheiten.


Darin erkennen wir das Prinzip des Lebens: das Anpassen, das Vermögen des Körpers mit anderen Bedingungen umzugehen, steht an erster Stelle – erst an zweiter Stelle kommt die Gesundheit. Ohne dieses Prinzip hätte sich der Mensch nicht zum Menschen entwickeln können und das Pferd würde wahrscheinlich auch noch als kleiner Waldläufer durch die Gegend huschen. Das Vermögen des Körpers mit anderen Bedingungen umzugehen, steht an erster Stelle!


Wie geht das BewegungsLernen
mit den Bewegungsmechanismen um?

Das BewegungsLernen coacht die Fülle an Bewegungsmöglichkeiten. Einerseits zeigt das BewegungsLernen mit Hilfe der Primitivreflexe dem Körper wieder seine ersten und damit ursprünglichen Bewegungsmechanismen, um ihn bestmöglichst wieder in die Normal-O-Stellung zu bringen. Andererseits erweitert das BewegungsLernen die „eingefahrenen“ Bewegungen auf der Fortführung der Normal-O-Stellung um „gesunde“, Zentrierte. Auf dieser guten Grundlage können „neue“ Bewegungen entwickelt werden. Bewegungen, die zwar im großen Bewegungsportfolio enthalten sind, aber anderen der Vorzug gegeben wurde. Und da kehren wir wieder zum Vorteil der Bewegungsmechanismen zurück – denn da sind dem Körper keine Grenzen gesetzt. Der Körper kommt wieder seine ersten und damit ursprünglichen Bewegungsmechanismen!


Am allermeisten lassen sich die Bewegungsmechanismen von der Schwerkraft und von Gleichgewichten beeinflussen, denn die Schwerkraft ist ja ihre übergeordnete Institution. Sie sollen sich ja so perfekt und so „wertfrei“ wie möglich an veränderte Gleichgewichts, Boden-und mechanische Bedingungen anpassen. Zu den Aufgaben der Bewegungsmechanismen gehört nicht, über die Qualität der Bewegungen zu „urteilen“. Wie gesagt, der Vorteil davon ist die ungeheuerliche Bewegungsvielfalt, die Anpassungsfähigkeit eines Körpers, die dem Lebewesen das Überleben sichert und erst die evolutionäre Entwicklung erst zustande bringen konnte. Zu den Aufgaben der Bewegungsmechanismen gehört nicht, über die Qualität der Bewegungen zu „urteilen“!


Im Bauplan des Menschenkörpers vor zig-tausend Jahren fehlt eine entscheidende Tatsache: die Überlegung, das sich der Mensch bewusst falsch bewegen und viel zu viel sitzen könnte, wurde schlicht und einfach nicht bedacht. Das ganz schöne Körperkonzept, das daraus ausgerichtet ist mit den Bewegungsmechanismen in die bestmöglichen Gleichgewichte zu kommen, wird dadurch zunichte gemacht. Zurück bleiben Ausweichmuskulaturen, Schädigungen der Gelenke, Verschleiß in Körperteilen (die eigentlich ewig halten würden) Falschinformationen im Gehirn usw usw. Stabilität geht immer auf Kosten der Bewegung und Beweglichkeit.


Beispiele:

Dazu ein paar Beispiele, wie sehr ein Körper seinen Schwerpunkt verändert, allein wenn sich seine Körperstellung ändert.  Und das schon im statischen, also unbewegten Zustand. Also noch ohne jegliche Bewegung. Denn von einem Schwerpunkt kann man eigentlich nur reden, wenn der Körper statisch in Ruhe ist, so wie auf den plakativen Bildern von der FU-Berlin. Sobald sich der Körper in Bewegung setzt, spricht man von der Schwerpunktlinie, weil sie sich in jedem Moment verändert.

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Mit gesenktem Kopf hat sich der Schwerpunkt deutlich tiefer verlagert. Wenn sich das Pferd so in Bewegung setzen würde, wäre es durch diese Stabilität unbeweglich.

 

 

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Auch schon im Stand, bei einem unbeweglichen Körper, wandert der Schwerpunkt durch Veränderung der herausragenden Teile. Hier durch den aufgerichteten Kopf, verlagert sich der Schwerpunkt nach oben – der Körper wird instabiler, für eine Bewegung aber frei beweglicher
Sehr gut erkennbar ist die Schwerpunktverschiebung mit gesenktem Kopf des Pferdes. Mit gesenktem Kopf liegt der Schwerpunkt, da er sich stabilisieren muss, tiefer und weiter vorne als mit aufgerichtetem Hals und Kopf. Der Körper des Pferdes nimmt zum Beispiel beim Fressen eine möglichst stabile Position ein, denn ein tiefer Schwerpunkt gibt mehr Standfestigkeit ( Siehe Sumoringer)- aber erhöht natürlich auch die Belastung der Vorderhand.
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Beim Sumo-Ringer sieht man es – Stabilität macht unbeweglich

 

 

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Mit gesenktem Kopf liegt der Schwerpunkt tiefer und weiter vorne als mit aufgerichtetem Hals und Kopf. Ein tieferer Schwerpunkt gibt mehr Standfestigkeit – ein nach vorne verlagerter Schwerpunkt erhöht die Überlastung der Vorhand – ist für Bewegung NICHT geeignet.

 

Stabilität geht immer auf Kosten der Bewegung und Beweglichkeit. Eine stabilisierte Bewegung gibt es theoretisch nicht – das ist ein Widerspruch. Nun ist der Körper eben kein statisches Element – und deshalb tut er es trotzdem. Er bewegt sich stabilisiert – oder wie im Falle des Pferdes: er wird bewegt – das Pferd wird gezwungen sich im stabilisierten Zustand, in dem Haltesystem seines Körpers zu bewegen.

 

 

Fortsetzung ist in Arbeit

Wie sie den Bewegungsmechanismus bei Ihrem Pferd stören?

Wie sehen diese Störungen aus?

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