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Wirbelkette mit kurzer Übung

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Wirbelkette klein
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(Abb.1)
Bildnachweis (1)

Die Wirbelkette mit Ihrer Vielzahl an „Gelenken“, von fein-zart-beweglich (Halswirbel) bis kräftig-robust-weniger beweglich (Lendenwirbel) hat unglaublichen Einfluss auf unsere Bewegungen. Die Wirbelkette ist in ihrer Feinheit, Komplexität und Empfindlichkeit dennoch sehr kräftig. Eine Kraft, die wir nur allzu oft mit unseren darüber liegenden „starken“ Muskeln buchstäblich außer Kraft setzen – doch dazu später mehr.

Eine Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Ist in der Gesamtheit der Wirbelkette eine Bewegung falsch, fällt das immer auf das schwächste Glied zurück.

Im Bauplan ist es so vorgesehen:

Das rechte Bein geht nach vorn, die rechte Hüfte nach hinten, die rechte Schulter ebenfalls nach hinten. So bleibt die Wirbelkette gerade und die Wirbel können sich nach ihrem Bauplan bewegen.

 

 

 

 

 

Zwischen zwei Wirbeln sind individuell nur relativ kleine Bewegungen möglich, etwa 13° Flexion/Extension, etwa 4° seitliche Beugung und etwa 1-2° Drehung.Seitliche Beugung und axiale Rotation nehmen logischer Weise von oben nach unten ab. (Abb.1)Während des Wachstums vergrößern sich die Wirbelkörper sagital schneller als die Bandscheiben, sodass die Beweglichkeit der Wirbelkette kontinuierlich abnimmt. Die weitere Abnahme der Beweglichkeit nach der Knochenreifung ist durch die biomechanische Steifigkeit der Gewebe der Wirbelkette erklärbar.
Aus diesen gründen ist es umso wichtiger die Wirbelkette bei unseren Bewegungen in Bewegung zu bringen und nicht bewusst festhalten wie es oft suggeriert wird. 

 

 

Wirbelkette Drehung kleiner
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Abb. (2)
Bildnachweis (1)

Dreht sich das Becken, müssen sich auch die Schultern in die richtige Richtung drehen, weil sich sonst an einer bestimmten Stelle, zwei oder mehrere Wirbel aneinander verdrehen. Sehr oft passiert das im Lendenwirbelbereich. Die Lendenwirbel fungieren als Stoßdämpfer für Kräfte, die vertikal einwirken, sind aber keinesfalls für eine Drehung gemacht. Von den Brustwirbeln aufwärts sind die Gelenke unserer Wirbelkette für eine Drehung gemacht und da sollte sie auch passieren. Je weiter wir entlang der Wirbelkette nach oben gehen, desto feiner, und drehfreudiger werden die Wirbel.
Halten wir hier die Schultern fest, passiert die Drehung in den Lendenwirbeln. Das ist ein Beispiel wie es sein kann. Wenn wir dieses Beispiel noch einmal aufnehmen, dann beginnt unser „Bewegungslernen“ im Schulterbereich, auch wenn die Lendenwirbel schmerzen, bis der Körper von oben bis unten wieder zusammenarbeitet.

Die Möglichkeiten, wo welches Problem seinen Ursprung hat, sind vielfältig, darum ist es für uns so wichtig, genau zu beobachten, wie sich jemand bewegt und was er warum in dieser Bewegung tut.
Haben Sie einen Passgang, (rechtes Bein geht nach vorn, rechte Hüfte und Schulter auch) verdrehen sich die Wirbel ebenso. Der Ansatz hier ist wieder ganz ein anderer. Daher werden Sie auf dieser Seite vergeblich nach allgemeinen Rückenübungen suchen.
Anmerkung:
Die Wirbelkette ist in ihrer Feinheit, Komplexität und Empfindlichkeit dennoch sehr kräftig. Sie ist umgeben von tausenden kleinen Muskelfasern, die fein und klein direkt an den Wirbeln sitzen, darüber befinden sich die bekannten starken Muskeln, die wir so oft sehen. Die kleinen feinen jedoch sind es, die unsere Wirbelkette bewegen und die haben eine ungeheure Kraft. Leider liegt der Fokus oft auf den darüber liegenden großen, weil diese einfacher zu sehen, zu spüren und zu trainieren sind. Werden sie jedoch übertrainiert und festgehalten, setzten sie die wichtigere feine Muskulatur außer Kraft. Sonst würden nicht so viele Spitzensportler, die eine mehr als kräftige Rückenmuskulatur haben, ständig über Rückenschmerzen klagen. Sogar Schwimmer sind davor nicht gefeit. Berühmtes Beispiel, Franziska van Almsik, die lange mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte.

 

HWK Bewegung Kopie
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Bildnachweis (1)

In unserem Alltag, beim Heben von Gewichten, beim einfachen Gehen, beim Bücken sind wir verleitet uns in der Wirbelkette von den Lendenwirbeln überdie Brustwirbel bis zu den Halswirbel vermeidlichen zum Schutz „fest zu halten“ Wir halten und befinden uns in einer vorgespielten Stabilität. Als Kleinkinder waren wir beweglich und mussten sogar jegliche noch so kleine Bewegung unseres Körpers nutzen, das wir keine antrainierte Kraft hatten.

Während des Wachstums vergrößern sich die Wirbelkörper sagital schneller als die Bandscheiben, sodass die Beweglichkeit der Wirbelkette kontinuierlich abnimmt. Die weitere Abnahme der Beweglichkeit nach der Knochenreifung ist durch die biomechanische Steifigkeit der Gewebe der Wirbelkette erklärbar.

Aber auch durch das Verlernen unserer Beweglichkeit beginnen wir das Festhalten vieler Gelenke, aber allen voran unserer Wirbel. Die Bandscheiben werden zwischen zwei Wirbel zu Tode entspannt und bewegen sich nicht. Ist keine Bewegung verkommen sie wie ein Stück Gummi das Sommer wie Winter im Freien liegt, es wird porös.

Kommt es zu einer Bewegung sind die Bandscheiben überfordert. Hinzu kommt, das Bewegungen die von den Füßen oder Becken ausgehen, nicht über die Wirbelkette weitergeleitet werden und es kommt zu einem Bewegungsstau zwischen den Wirbeln. Das sind tausende kleine Stöße, Reibungen und Verdrehungen pro Tag die im Körper stattfinden.

Die Auswirkungen dieser wirklich KLEINEN Bewegungen die dem Körper FEHLEN können sich fatal auswirken. Beine, Schultern, Kopf können sich dadurch nicht mehr nach deren Vorgaben bewegen, schränken Sie ein uns es kommt auch dort zu Schäden im Bewegungsapparat.

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Bildnachweis (1)

Schon im Kindesalter wird uns beigebracht wie man ein schweres Gewicht vom Boden hebt. Eine Fehler, der sich hält wie das Gerücht vom Eisen im Spinat.
Es heißt man soll in die Knie gehen, den Rücken fest machen, das Gewicht nehmen und so aufstehen. Diese Erkenntnis ist Jahrzehnte alt und aus einer Zeit in der man nicht wirklich viel über das Zusammenspiel in unserem Bewegungsapparat wusste. Es ist aber dennoch schon lange überfällig dem ein Ende zu setzen, den es wird auch von offiziellen Stellen immer noch so gehandhabt und beigebracht.
Bei dieser Art des Gewichthebens bringen Sie das Gesamte Gewicht auf Ihre Knie!
Der Rücken bleibt steif, Sie halten fest und setzten somit die gesamte kleine aber sehr starke Tiefenmuskulatur der Wirbel außer Kraft! Der Körper lernt seine Wirbel nicht in die Bewegung zu bringen. Die Muskulatur am Rücken, die über den Wirbeln und der Tiefenmuskulatur liegt, wir statisch kräftig (unbeweglich).

Somit wird nochmals in einem weiteren Schritt die Bewegung der Wirbelkette blockiert. Die Knie werden überbelastet – Schäden sind nur eine Frage der Zeit.Bald können wir uns nicht einmal mehr ohne Gewicht erheben. Sogar hier noch gibt es Tipps wie erst ein Knie aufstellen um sich dann mit den Armen auf dem Knie aufzustützen und sich zu erheben, was noch mehr Schäden hervor ruft und den Körper überbelastet.

Ein Gürtel voller Muskeln liegt über den Brustwirbeln. Die Schultermuskulatur wird „stark“ trainiert und statisch.
Die Schulterblätter bewegen sich nicht und die unter diesem Muskelgürtel liegenden Brustwirbel haben keine
Möglichkeit sich zu bewegen.

Bewegen wir die Wirbelkette nach vorne und hinten, bringen wir Sie zum Leben, Bandscheiben werden belebt, stabiler, belastbarer, der ganze Bewegungsapparat des Menschen von Kopf bis Fuß kommt wieder in eine Zusammenarbeit.

 

Hebelwirkung kleiner
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Kleine Demonstrationsübung:

Dies ist nur eine sehr grobe Darstellung, es gibt noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten die man einbinden könnte, aber das würde zu hier zu lange dauern.
Ebenso kann ich die Wirkungsweise ohne einer Beobachtung beeinflußen bzw. verbessern.

1.Nehmen Sie ein nicht zu schweres Gewicht, zum Beispiel ein mit Wasser gefüllter Kochtopf.
2.Stellen Sie sich davor.
3.Nun beginnen sie die Bewegung mit dem Kopf. Hinter Ihrem Kopf, dort wo die Wirbelkette in Ihren Kopf reingeht, ertasten Sie eine kleine Grube. Drücken Sie mit dem Finger leicht in diese Grube und spüren Sie diesen Punkt.
4.Nun bewegen Sie das Kinn in Richtung Brustbein und achten dabei darauf, dass sich der Punkt an Ihrem Hinterkopf, den Sie gerade gespürt haben, nach oben zieht wie an einem Faden. Das ist deshalb wichtig, weil Sie dadurch Ihre Halswirbelkette beweglich machen, diese „rund“ machen. Führen Sie diese Bewegung so aus, dass es leicht geht und nur so weit, wie es sich gut anfühlt.
5.Jetzt lassen Sie Ihre Arme und Schultern entspannt nach vorne, nach unten schlenkern bzw. hängen.
6.Sie stehen nun mit gesenktem Kopf, die Schultern entspannt nach vorne gekippt, die Arme nach unten hängend, den Blick zum Kochtopf.
7.Nun machen Sie einen Rundrücken und versuchen Sie sich, Wirbel für Wirbel nach unten zu bewegen. Langsam und bewusst Wirbel für Wirbel! Ohne Anstrengung! Das Kinn bleibt dabei locker Richtung Brustbein und hängt dort.
8.Bei manchen wird es notwendig sein, die Knie abzuwinkeln, wenn das so ist, tun sie es einfach. Wichtig ist, dass wir keine Muskeln anspannen oder verspannen.
9.Nun würden die meisten - so haben wir es ja gelernt, in die Knie gehen, und das Gewicht mit den Beinen und geradem Rücken heben. Wir machen es anders!
10.Nun runden sie die Wirbelkette - Wirbel für Wirbel, bis Ihre Arme die Griffe des Kochtopfes berühren.
11.Sie haben einen runden Rücken gemacht, alles hängt nach unten, Ihre Hände sind an den Griffen, der Kopf hängt einfach entspannt nach unten. Der Blick ist nicht auf den Kochtopf gerichtet - das ist wichtig, denn dabei würden Sie Ihre Wirbel wieder strecken und anspannen. Kopf einfach hängen lassen, der Blick geht eher in Richtung Ihrer Knie.
12.Sie haben die Hände an den Griffen, die Knie sind möglicherweise leicht gebeugt, Ihr Becken steht nach hinten raus. Nun brauchen Sie nur noch das Becken nach vorne schieben und Ihren runden Rücken langsam, Wirbel für Wirbel nach oben zu bewegen. Achten Sie dabei darauf, dass der Kopf sich erst ganz zum Schluss hebt, ein sehr wichtiges Detail.
13.Also: einfach nur „den Hintern nach vorn schieben“ und sich erheben (den Unterbauch nach oben schieben)Machen Sie es einige Male und achten Sie darauf, dass Sie einen Rundrücken haben. Die Bewegung nach unten beginnt mit dem Kopf - bei der Bewegung nach oben endet die Bewegung mit dem Kopf - er kommt erst zum Schluss hoch.

 

Wenn Sie das fünfmal gemacht haben, werden Sie merken wie einfach es geht. Sie können es zum Vergleich noch mal auf die alte Methode versuchen. Bücken Sie sich, winkeln Sie die Knie ab, halten Sie den Rücken fest und heben Sie das Gewicht mit Ihrem Kreuz und den Beinen. Es entsteht ein sehr starker Druck auf die Knie, ein Festhalten und Verkrampfen in Becken und Lendenwirbelbereich, keine Hebelwirkung.
Stellen Sie sich vor, wenn dann noch die Wirbel beweglich gemacht werden, die Muskulatur aktiviert, die Bewegung über die Nervenbahnen im Gehirn verknüpft ist. Dann fällt Ihnen diese Bewegung NOCH um ein Vielfaches leichter, weil Sie einfach Ihren ganzen Körper so einsetzten, wie es in seinem Bauplan vorgesehen ist!  Hinzu kommt, dass Sie lernen werden, die Bewegungen im Alltag einzubauen. Das ist für uns das Wichtigste, denn da verbringen Sie am meisten Zeit.

Dies ist nur eine sehr grobe Darstellung, es gibt noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten die man einbinden könnte, aber das würde zu hier zu lange dauern.
Ebenso kann ich die Wirkungsweise ohne einer Beobachtung beeinflußen bzw. verbessern.
Sie werden dennoch merken, wie einfach es gehen kann sich zu bewegen, zumindest einen Eindruck bekommen.
Je öfter Sie diese Demonstrationsübung machen, desto beweglicher werden Sie.

Fazit:
Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten der Bewegung. Einen Schritt nach dem anderen führen wir den Körper mehr und mehr zu einer effizienten und gesunden Bewegung, bis er alle Hebelwirkungen wieder einsetzt, die er zur Verfügung hat. So arbeiten wir übrigens auch am Reitersitz!

 

Eine fortgeschrittene Bandscheibendegeneration entlastet in aufrechter Körperhaltung nicht in Flexion, jedoch die vordere Hälfte der Wirbel!
Vieles ist möglich!

 

von Roland Pausch

Änderung der Bewegungsmechanik durch das BewegungsLernen

Warum entsteht ein falsches (falsch im Sinne von Gelenk- oder Wirbelbelastend) Bewegungsverhalten?

  • Unbeweglichkeit, in Ihrer ganzen Länge oder nur partiell festgehaltenen Wirbelkette.
  • Festgestellte Lendenwirbel – die Nervenaustrittskanäle verengen sich dabei.
  • Eine Überstreckung in den Lumbalgelenken im Lendenbereich.
  • Mittelpartie der Wirbelkette ist überlastet – Bandscheibenprobleme.
  • Abwechselndes Vorschieben der Hüfte.
  • Rippen werden zusammengedrückt – Atmung und Organe werden in Ihrer Arbeit behindert.
  • Größere Schritte – Auftreten auf der Ferse – Aufprall und Erschütterungen bis in das Gehirn.
  • Stampfende statt elastische Bewegungen.
  • Die Unbeweglichkeit der Wirbelkette und gedrückte Bandscheiben sind für Gelenke und den Stützapparat ausgesprochen schädlich.

 

Das Bewegungslernen: 

  • Durch das „Bewegungslernen“ wird die Wirbelkette und jeder einzelne Wirbel in Bewegung gebracht.
    Die Wirbelkette hat genug „Spiel“ um sich entlastend in ihrer weichen S-Form aufzurichten.
  • Das Nervenbett (Interface) wird entspannt – Nervenimpulse können besser fließen – dadurch
    ergibt sich eine bessere Koordination der Gliedmaßen.
  • Der Brustkorb (Rippen) entfaltet sich genauso wie die Wirbel – eine tiefere Atmung entsteht, der
    Körper wird mit Sauerstoff durchflutet.
  • Die Wirbel lernen zusammen zu arbeiten und somit entsteht einerseits eine Entlastung in der
    Wirbelkette und dem Rücken! Aber auch Knie, Füße, Schultern,… kommen in eine exakte Bewegung
    und es werden bestehende Bewegungsschmerzen gelöst und neue Probleme verhindert. Hinzu kommt, dass die Bewegungen effizienter werden was für die Leistung im Gesamten besser ist.
  • Durch mehr Raum/Platz innerhalb der Rippen kommen die Organe mehr in die Arbeit und der
    Blutkreislauf dringt wesentlich weiter in die Organe vor.
  • Im Bauchraum entsteht mehr Leben und auch hier können Nährstoffe leichter und weiter in den
    Körper vordringen aber auch leichter abtransportiert werden.

Gemeinsam untersuchen wir Situationen und Aktivitäten Ihres Alltags nach störenden Bewegungen!

 

 

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