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Panik – Alarm – Sicherheit und deine Bewegung!
Sie hängen direkt zusammen!
Mensch – Pferd

Ein zentraler Zusammenhang zwischen Bewegung, Angst oder Sicherheit

 

Viele Bewegungsmuster entstehen nicht durch Angst, sondern erzeugen sie.

 

Alarm entsteht nicht nur durch äußere Gefahr, sondern durch körperliche Muster, die das Nervensystem als „Bedrohung“ interpretiert.

Angst, Panik, Fluchtreflex oder Erstarrung haben viel mit unserer Brustwirbelsäule zu tun.
Ein zentrales Muster ist dabei die Flexion, das Zusammenziehen zu einem Rundrücken, wie wir es bei Angst oft automatisch einnehmen.

Diese Haltung hemmt unsere Bewegung. Sie beeinträchtigt den freien Fluss der Nervenbahnen, die den Körper, sein Skelett ebenso wie seine Organe, kontinuierlich mit Informationen versorgen. Wird dieser Informationsfluss eingeschränkt, fällt es dem Nervensystem schwer, sich zu regulieren.

Dass langes Sitzen diese Haltung fördert, wissen die meisten.
Was jedoch oft übersehen wird: In sehr vielen Fällen, in meiner Arbeit erlebe ich das in etwa 90 % der Situationen, ist die Brustwirbelsäule auch während der Bewegung oder des Sports nicht wirklich integriert. Sie wird fest gehalten, starr gehalten, stabilisiert. Auch bei vermeintlich dynamischen Bewegungsabläufen sind die Wirbel ebenso sehr oft nicht im Fluss.

Das bedeutet:
Die Bewegung löst die Spannung nicht, sondern umgeht diesen Bereich.
Der Körper lernt nicht, sich dort zu öffnen und zu organisieren.
So haben Angst- und Alarmzustände leichtes Spiel.

Sind diese Zustände einmal etabliert, lassen sie sich schwer lösen. Nicht, weil der Körper „gestresst“ ist, sondern weil er auch in guten Phasen nicht gelernt hat, diesen Bereich frei zu benutzen.

Es geht daher nicht darum, Angst direkt „wegzumachen“, sondern den Körper langsam und behutsam dorthin zu führen, dass er sich als Ganzes besser organisiert und benutzt.

So kann der Körper:

  • präventiv regulierender auf Stress reagieren
  • Panikattacken vorbeugen
  • und wenn sie dennoch auftreten, diese abgeschwächt erleben und leichter wieder lösen

Wie entscheidet der Körper?

Der Körper fragt nicht:

„Ist alles logisch oder richtig?“

Er fragt:

„Bin ich in meiner Bewegung organisiert?“

  • Ist Bewegung organisiert, verbunden und klar,
    signalisiert das Sicherheit.
  • Wird Bewegung fragmentiert, hektisch oder unkoordiniert,
    schaltet das Nervensystem auf Alarm.

In den Menschen sowie Pferdekursen ist diese Arbeit ein wichtiger Teil, weil oft hier der Grund für strukturelle oder organische Probleme liegen

 

 Sicherheit entsteht – ohne „guten Grund“

 

Wann versetzt Bewegung in Alarmbereitschaft?

Typische Alarm-Bewegungsmuster

Bei Menschen und Tieren sehr ähnlich:

  • schnelle, ruckartige, unvorhersehbare Bewegungen
  • Abbrechen von Bewegungen (kein fließender Abschluss)
  • Fixierte Kopf- oder Augenposition
  • Eingezogener Brustkorb, angehaltener Atem
  • isolierte Bewegung einzelner Körperteile (z. B. Kopf ohne Rumpf)
  • asymmetrische, „verkantete“ Bewegungen
  • Bewegung ohne Bodenkontakt / fehlende Gewichtsübertragung

Diese Muster aktivieren Sympathikus & Stressachsen, auch ohne bewusste Angst.

Wichtig:
Das Nervensystem reagiert schneller als der Verstand.
Es fragt nicht: „Ist das logisch?“
Sondern: „Fühlt sich das sicher an?“

 

Kann Bewegung auch Sicherheit erzeugen?
Ja eindeutig. Und das ist sehr gut erforscht.

 

Sicherheits-Bewegungsmuster

Diese signalisieren dem Nervensystem Orientierung, Kontrolle und Vorhersagbarkeit:

  • Bewegung aus der Körpermitte – die Wirbelkette als Bewegungszentrum und Ursprung
  • langsame, rhythmische Bewegungen
  • fließende Übergänge (keine abrupten Stopps)
  • freie Kopf-Rumpf-Koordination
  • gleichmäßige Gewichtsverlagerung
  • weite, weiche Blickbewegungen
  • Atmung, die sich mit der Bewegung koppelt

Diese Muster aktivieren den Parasympathikus (Vagus)
Puls sinkt, Muskeltonus reguliert sich, Wahrnehmung wird weiter

 

Der Körper kann Sicherheit herstellen, bevor der Kopf sie versteht.

In der Verhaltensbiologie ist klar:
Bewegungsqualität = Sicherheits- oder Gefahrensignal

 

Das Entscheidende (und oft Übersehene) Alarm ist nicht nur ein psychischer Zustand er ist ein Bewegungszustand.

Und umgekehrt:

Sicherheit ist nicht nur ein Gefühl –
sie ist ein körperlich organisierter Zustand.

Deshalb funktionieren:

  • „Denk positiv“ nicht
  • „Beweg dich anders“ sofort
  •  

 Kurz & klar zusammengefasst

Alarm entsteht durch Bewegung, wenn:

  • sie fragmentiert, ruckartig, kopflastig oder atemlos ist
  • der Körper keine klare Organisation hat

Sicherheit entsteht durch Bewegung, wenn:

  • sie rhythmisch, verbunden und bodennah ist
  • Atem, Rumpf und Extremitäten integriert sind

Der Körper entscheidet zuerst.
Der Geist folgt.

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