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Bewegungsbeginn und Bewegungszentrum

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Hebelwirkung kleiner
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Abb.1

Nachdem wir nun wissen, dass der Körper wie ein Uhrwerk zusammenspielt – in dem eine Vielzahl von Seilzügen,vom Zungenbein bis zu den Zehen durch den ganzen Körper spielt – haben wir für therapeutische Maßnahmen noch einen zusätzlichen wichtigen Faktor zur Verfügung.

Bei jedem bewegten lebenden Körper ob Pferd oder Mensch gibt es einen „Bewegungsbeginn“ und ein „Bewegungszentrum“

Wo der Körper eine Bewegung „beginnt“ ist entscheidend für den Verlauf von weiteren Bewegungen im Körper!

Je nachdem wo eine Bewegung „beginnt“  entsteht ein „Zentrum“  auf dem die meiste Kraft einwirkt. Wenn diese Zentren nicht dafür gebaut sind, entstehen Überlastungen. Ist das Zentrum einer Bewegung zum Beispiel das Knie und sollte aber im Becken liegen, wird dieses Überlastet, es gilt dann dieses Zentrum Beispielsweise in das Becken umzulegen. Beim Heben von Gewichten, wird oft der Rücken festgehalten um das ganze Gewicht auf die Knie zu bringen, (fälschliches schonen des Rückens) diese wird sehr bald der Belastungen, für die sie nicht gemacht sind, überfordert werden. Daneben wird auch der Rücken unbeweglich, da durch die falsche Belastung Muskeln so festgehalten werden, dass diese nicht mehr Ihre Arbeit machen können.

 

Ein festgehaltener, angestrengter Muskel bedeutet nicht Kraft, sondern Stillstand!


Unter dem
Artikel „Wirbelkette mit Übung“ finden sie hier eine kurze Demonstrationsübung.

Der „Beginn“ einer Bewegung ist nicht nur der ERSTE Schritt, es ist auch jeder weitere Schritt in der Ausübung der Bewegung! Mit jedem Schritt besteht die Möglichkeit für einen NEUEN BEGINN in unserer Bewegung.
Ein Fluch und Segen.
Fluch: Ist dieser Beginn nicht optimal, setzt sich das Problem in jedem weiteren Schritt fort und wir schaden wir uns auf Dauer deutlich!
Segen: Wir können die Bewegungsschritte anders machen, variieren, die Muskeln und Seilzüge spielen lassen, Blockaden durch schwere Verletzungen umgehen weil wir mehr Möglichkeiten der Bewegung finden und ausführen können.

In unserer Arbeit analysieren wir auch“Beginn“ und „Zentrum“ der Bewegung und optimieren diese. Sie erkennen dabei sofort den Unterschied Ihrer derzeitigen Bewegung, und jener die ein Mehr an Möglichkeiten einer Bewegung einbindet. Die Leichtigkeit die dabei entsteht, das schmerzfreie Bewegen, das effiziente Bewegen. Das zu erlernen, aber vor allem zu spüren ist ein wichtiger Faktor um die Informationen im Gehirn zu speichern. Speichern insofern, als das Sie erlernen das Sie eine Vielzahl von Möglichkeiten haben. Es geht dabei nicht um einen Kraftaufwand zu optimieren, um Leistung; sondern darum, dass je mehr ich von meinen körperlichen Möglichkeiten in eine Bewegung mitnehme, es zu mehr Sicherheit kommt, mehr Leichtigkeit und wesentlich mehr Beweglichkeit. Die Seilzüge wie im Bild dargestellt werden immer mehr und mehr. (Abb. 1)

 

Anmerkung: Schäden von einem falschen Bewegungsbeginn oder Zentrum können Sie auf einem Röntgenbild nicht erkennen. Lediglich die Auswirkungen! Darum ist es auch unser Ansatz nicht nur direkt an der Auswirkung zu arbeiten, sondern die Gesamtheit der Bewegung zu sehen.  Knie- oder Rückenschmerzen haben meist Ihren Ursprung ganz wo anders.

 

Hier einige Beispiele von: Laufen, Büro, Reiten, Pferd, Bücken, Gehen, vom Stuhl aufstehen,

Für alle Beispiele gilt:
Der Beginn einer Bewegung passiert nicht nur beim ersten Schritt, sondern auch während einer Bewegung. Es ist ein kontinuierlicher Prozess. Mit jedem Schritt „BEGINNEN “ sie Ihre Bewegung neu!

 

Laufen:

Beim Laufen kann ich die Bewegung mit den Beinen beginnen, bei jedem Schritt hebe ich ein Knie um nach vor zu kommen. Diesen „Beginn“ kann man variieren. Es ist auch möglich, mit dem Kinn, der Schulter, dem Becken, den Fersen, den Rippen die Bewegung zu beginnen und automatisch aktiviert man mehr Seilzüge im Körper! Beginne ich die Bewegung mit der Schulter, nehme ich automatisch andere/mehr Seilzüge in die Bewegung mit. Bis hin zu den einzelnen Wirbeln- Rippen die eine unglaublich hohe Vielzahl an Muskeln und Seilzügen haben, welche oft nicht genützt werden.

Beweglichkeit ist das Verständnis von unserem Körper!

Nicht die wenigen, großen starken Seilzüge bringen uns in ein effektives Laufen, es ist die Vielzahl der kleinen feinen!

Muskelkraft braucht Sauerstoff – weniger Kraft = mehr Sauerstoff!

Diese Möglichkeiten habe ich nahezu bei jedem Sport: Skispringen, Klettern, Radfahren, Leichtathletik, Wandern, Skifahren, Tennis, uvm. …und selbstverständlich auch beim Reiten.

Büro:

Beginne ich das Ergreifen der Computermaus mit dem Handgelenk, wird diese Bewegung maximal bis zum Schultergelenk gelangen. Somit ist die Bewegung alleine im Arm oder Handgelenk separiert. Beginnt die Bewegung im Schulterblatt, geht diese bis zum Handgelenk, aber auch zum Rumpf und den Rippen, somit lerne ich wesentlich mehr von meinem Körper in die Bewegung einzubindenden und die Gefahr einer Überlastung minimiert sich auf ein Vielfaches. Das sind kleine aber wichtige Bewegungen.

 Reiten:

Die Bewegung kann im Becken beginnen oder in den Schenkeln. Je nach Beginn habe ich die Möglichkeit mit meinem Rücken in die Bewegung des Pferdes einzugehen, es zu beeinflussen oder nicht, weil ich mich an vielen Stellen fest halte oder eben nicht. Auch wie in jedem anderen Beispiel ist der „Beginn“ der Bewegung kontinuierlich mit JEDEM Schritt. Während des Reitens habe ich bei jedem Schritt die Möglichkeit einen anderen „Beginn“ und ein anderes „Bewegungszentrum“ zu haben. Festgehalten oder in die Bewegung gehend. Das Pferd merkt den Unterschied und zeigt es in der Sekunde.
Bewege ich meinen Körper für eine Volte so interpretiert das Pferd jede noch so kleine Information. Darum ist es hier wichtig den eigenen Körper und dessen Bewegungsablauf zu optimieren.

 Pferd:

Das am stärksten in der Bewegung vom Menschen beeinflusste Tier. Die Möglichkeiten von Ausweichbewegungen (das entfliehen in Festhalten und Kraft) sind schier grenzenlos. Beginn das Pferd mit der Vorhand, der Schulter, mit der Hinterhand? Je nach „Bewegungsbeginn“ nimmt das Pferd die Wirbelkette mit in die Bewegung oder nicht. Je nach Beginn der Bewegung nütz das Pferd die Vielzahl der Seilzüge die es in der Wirbelkette zu Verfügung hat oder nicht. Je nach „Beginn“ der Bewegung fällt diese Bewegung schwer und führt zu Schmerzen, Verkrampfungen, organischen Schäden, Schwerfälligkeit, Unlust. Und wieder, der „Beginn“ der Bewegung kann bei jedem neuen Schritt sein!

Mehr zum diesem Thema lesen Sie unter der Rubrik Pferd.

Bücken:

Der Beginn sich zu bücken kann in den Knien passieren, aber auch im Kinn. Der große Unterschied dabei ist, dass wenn ich die Bewegung im Kinn richtig beginne, wir reden hier von fast unsichtbar kurzen Abständen, sich die ganze Bewegung in der Wirbelkette ändert, sie wird in die Bewegung mitgenommen, eine Vielzahl an Seilzügen arbeitet mit. Beginne ich hingegen mit den Knien, so halte ich den Rücken steif und die Belastung auf Knie, Hüfte, Lendenwirbel wird groß! Ich nutze lediglich die großen Gelenkselemente anstatt der Vielzahl von Muskeln die ich zur Verfügung habe.
Eine Demonstrationsübung finden Sie unter
„Wirbelkette“

Gehen:

Beim Gehen ist es für mich wichtig zu beobachten, auf welche Art und Weise man los geht, die Bewegung beginnt. Es sind kleine feine Hinweise die oft nur schwer erkennbar sind. Eine ehemalige anvertraute, erst 24 Jahre alt hatte ständig Hüftschmerzen. Kein Röntgenbefund, alles in Ordnung. Auch bei weiteren Untersuchungen kam es zu keiner Diagnose. Die Schmerzen waren schon seit 8 Jahren aktuell! Beim genaueren hinsehen war zu erkennen, dass Sie am Beginn eines Schrittes die rechte Beckenseite immer ein klein wenig anhob. Das passierte bei jedem einzelnen Schritt. Dadurch hatten sich die Muskeln auch während der Bewegung sich ihre nicht optimalen Art des Seilzuges bedient und es kam zu Schmerzen, Überbelastungen,… und schlussendlich zu, auch in einer Ruheposition anhaltenden Schmerzen. Das Problem konnte nach 3 Stunden Einzeltraining und einem Wochenedkurs gelöst werden und hält bis heute, nach 3 Jahren.
Mehr zum Thema Gehen finden Sie unter Tipp´s to Go

 Aufstehen vom Stuhl:

Manche gehen mit der Schulter nach vor, stemmen mit den Beinen in den Boden und kommen so in eine aufrechte Position. Der Beginn der Bewegung ist hier in den Schultern, möglicherweise aber auch an den Bauchmuskeln, die den Oberkörper nach vorne bringen. Das Zentrum der Bewegung wäre dann im Knie. Ein Großteil der Last kommt auf die Knie, es fällt schwer. Wir haben nur wenige Seilzüge genützt. Eine Möglichkeit von vielen wäre, wenn wir in der sitzenden Haltung, mit dem Becken vorne am Suhlende, die Füße so weit nach hinten geben, dass die Fersen sich 2 Zentimeter erheben und hier beginnen die Fersen am Boden zu drücken, so haben wir den Beginn der Bewegung in den Fersen. Ein kleiner Seilzug im Verhältnis zum restlichen Körper, dennoch einer der uns das Aufstehen wesentlich erleichtert. Warum? Die Feinheit des Seilzuges, hier an der Ferse, lässt auch eine Vielzahl von anderen feinen Seilzügen im Körper mitarbeiten. Die Kleinen wie auch die großen in Becken, Rumpf und Hals. Nehme ich bei den Fersen auch noch die richtige Kopfhaltung ein, so fällt es noch wesentlich leichter. Das ist nur ein Beispiel von vielen und variiert von Mensch zu Mensch. 

 

 

Die Übungen sind sehr grob beschrieben und variierten von Mensch zu Mensch!

 

 von Roland Pausch

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