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Bewegungs-Freiheit

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Körperlicher Stress beim Pferd

Der Bewegungsapparat steuert die Physiologie des Körpers. Falsche Bewegungen setzen Stressreaktionen des Körpers in Gang.

Auch eine Über- aber ganz besonders auch eine Unterforderung des Körpers, verursacht körperlichen Stress. Es wirkt sich als unbewusstes Festmachen oder Festhalten aus.

 

Das Passive Tragesystem

ALFRED DE DREUX (French, 1810 - 1860)
Um zu galoppieren nimmt das Pferd seinen Kopf hoch, und löst damit sein Spannungssystem – die Hinterbeine können sich bewegen.
Bildnachweis (3)
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Bei freilebenden Pferden, kann man ein besonderes Spannungssystem beobachten, das die Natur dem Herden- und Fluchttier eingerichtet hat. Pferde leben die größte Zeit des Tages in einer Art passivem Tragesystem.
Kopfüber und Vorhandlastig – fressend oder schlafend. Droht eine Gefahr, reißen sie den Kopf hoch oder überzäumen sich, um das Spannungssystem kurzfristig zu lösen, damit der Bewegungsapparat in Einsatz kommen kann.

 

Das Aktive Tragesystem

Für eine Vorbereitung zum Reitpferd muss zusätzlich allergrößte Sorgfalt auf die Tragfähigkeit des ganzen Rückens gelegt werden. Das aktive Tragesystem, mit dem der Körpermechanismus fähig ist, die Reiterlast ohne Einschränkung zu tragen, muss im Körper vorbereitet und entwickelt werden.Ein anatomisch korrektes Training des gesamten Bewegungsapparates muss natürlich diese Faktoren beinhalten und besonders beachten. Das heißt, das Skelett muss so ausgerichtet werden, dass der Bewegungsapparat störungsfrei arbeiten kann, und das eine Bewegung durch den ganzen Körper gehen kann.

 

 

Um ein Pferd zum Reitpferd zu machen, und den Rücken zu einem Reitrücken zu machen, müssen wir bewegungstechnisch drei Vorgänge verändern:

  • die natürliche Vorhand-Lastigkeit des Pferdes aufheben,
  • zugunsten einer besseren Kraftübertragung in die Hinterhand
  • die Hinterhand zu einer wirklichen Unterstützung bringen, nicht nur zu einem Schwingen unter den Leib

Das geht nur mit Rückentätigkeit – bei dem die Wirbelkette mit ihrem Rückenmark, eine übergeordnete, tragende Funktion übernehmen kann.

 

Skala Aufrichtung Kopie
Im Verlauf des BewegungsLernens wird die natürliche Vorhand-Lastigkeit durch Ausbildung des aktiven Tragesystems verändert. Durch die bewegliche Wirbelkette wird der Anschluss der Hinterhand hergestellt. Das Pferd richtet sich in sich selber auf.
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Rücken Al Shabab
de la Guérinière sagte:“ Bei einem wohlgestalteten Pferde, welches einen breiten Rücken hat, muß man in der Mitte dieses Theils einen Kanal sehen, welcher längs dem Rückgrade geht. Man nennt dieses: einen doppelten Rücken haben“. Nur mit einem in seinen Wirbeln beweglichen Rücken und entlastetem Lendenbereich kann das aktive Tragesystem entstehen.
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Die Bandscheibenmassage – die Lösung gegen den körperlichen Stress des Pferdes

Die Bandscheibenmassage nutzt die zwangloseste und zugleich schonendste Übung um beim Pferd den körperlichen Stress sofort abzubauen, denn die Bandscheibenmassage leitet das Pferd an, sein Spannungssystem kurzfristig zu entlasten und setzt diese Entlastung in Bewegung um. Die Bandscheibenmassage nutzt damit den natürlichen Vorgang des Pferdes um die entlastete Wirbelkette beweglicher zu machen.

 

Dabei streckt die Bandscheibenmassage die Wirbelkette. Der Abstand der Wirbel zueinander vergrößert sich, sie können sich in ihrer Stellung zueinander korrekt neu ausrichten, und den Bandscheiben mehr Platz geben. Die Bandscheiben füllen den neu gewonnenen Platz elastisch aus, und die Wirbelkette stabilisiert sich in ihrer Beweglichkeit. Das Pferd richtet sich in sich auf.

 

Das Körper HighLeiten läuft unbewusst, aber  keineswegs unbedeutend ab. Durch die Propriozeption oder Tiefensensibilität, die auch oft „sechster Sinn“ genannt wird, kann die Eigenkörperwahrnehmung zu verbessert und der Bewegungsumfang gesteigert werden.

Über Sensoren, die in Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken sitzen, die sogenannten Propriorezeptoren, bekommt das Gehirn durch das Körper HighLeiten Signale.

Im Normalfall korrigiert das Pferd über diese „Körperpost“ tagtäglich tausende Male seine Kopfposition, verändert die Anspannung der Rückenmuskeln, belastet ein Bein kurzzeitig intensiver als das andere. Die Flut der propriozeptiven Informationen ist gewaltig, deshalb behält das Unterbewusstsein nur positive „Bewegungskommandos“. Negative Körpereindrücke, wie zum Beispiel, wenn es ein Bein an das andere schlägt, werden mit angenehmen – wenn das Gelenk freier beweglich ist, gleichsam überschrieben.

Und trotzdem ist das Pferd gefangen in seinem Bewegungsmuster, das sich aus dem Muskelbett, den Nervenbetten (Surface) und der Skelettausrichtung ergibt.

Das Körper HighLeiten gibt über die Sensoren neue Impulse, neue Anreize der Bewegungsmöglichkeiten. Das Körper HighLeiten zeigt dem Körper wie eine größere oder andere Gelenkbewegung aussieht, oder eine kleinere, gehemmte. Wie es sich zum Beispiel anfühlt wenn das Knie in der Bewegung plötzlich nach vorne und nach hinten mehr Raum zur Verfügung hat, dieser Raum, die Beweglichkeit dann mit der Hinterhand und dem Becken in Verbindung gebracht wird, dessen vielschichtigen Muskeln durch das Körper HighLeiten mit in die Bewegung gebracht werden.

Wie es sich anfühlt, wenn die Schulterblätter freier arbeiten können, oder gibt den Lendenwirbeln ein Gefühl der Entlastung.

Zusammen mit der beweglichen Wirbelkette der Bandscheibenmassage bekommt der Pferdekörper eine Bereitschaft mit positiven Körpereindrücken.

 

Nur in einer entlasteten, aufgerichteten, Bewegung kann das Pferd Tiefenmuskulatur aufbauen. Mit dem Aufbau des Musculus Spinalis, der zum Fixieren von Hals und Rücken zuständig ist kann sich der Hals des Pferdes selbst aufrichten. Die Kontaktionsfähigkeit„entriegelt“ die Halsbasis, und schafft mit dem weiteren Aufbau mit dem Musculus rhomboideus den begehrten nach oben gewölbten Hals mit dem Genick als höchstem Punkt ( der Gleichgewichssinn liegt zwischen den Ohren)

Der Trapezius stülpt sich wie eine Kapuze über den Hals und formt mit seinen Muskeln die Vorarbeit der anderen Muskeln nach, und stellt auch noch eine Verbindung zur Vorhand her.

Nun können die Rumpfträger (Muskulus serratus ventralis thoracis und Muskulus serratus ventralis cervicis und pectoralis profundus) den Brustkorb anheben und den Schulterblättern mehr Bewegungspielraum geben. Das Pferd kann die Vorhand zusammen mit den Schulterblättern frei bewegen und richtet sich selbstständig aus der Vorhand auf.

Durch die Wirbelkette, durch die nun die Bewegung wie bei angestoßenen Dominosteinen transportiert wird, können die Lenden- und Beckenmuskeln psoas minor und psoas major und iliopsoas das Becken in eine Kippbewegung bringen und damit die Hinterhand näher zur Vorhand heranführen, den Verbund von der Vorhand zur Hinterhand herstellen.

Durch die gemeinsame Arbeit (Versammlung) der Rumpfträgermuskeln, der Beckenmuskulatur, der Halsmuskulatur, kommt der Rumpf des Pferdes auch unter der Reiterlast wieder in seine horizontale Lage zurück ( ohne das Training der Muskulatur würde es in der ursprünglich natürlichen Vorwärts-abwärts Position mit abgesenkter Rückenlinie verharren)

 

Bandscheibenmassage und HighLeiten

Die kleinen Impulse der Bandscheibenmassage an der Wirbelkette in Verbindung mit den Impulsen den das Körper HighLeiten an den Sensoren der Muskeln und Gelenke setzt, haben eine Kette an Vorgängen im Pferd ausgelöst, bei denen sich die Rückenlinie anhebt, und in eine natürliche Sammlung – Versammlung ( alle Muskeln arbeiten mit) geleitet wird.

Je besser die Wirbelkette in ihrer Beweglichkeit elastisch trainiert wird, desto besser funktioniert auch bei sportlichen, anspruchsvollen Leistungen die Kraftübertragung in die Hinterhand und desto besser ist die Wirbelkette vor schädlicher Lasteinwirkung geschützt.

Bei der anschließenden Bewegungsausbildung kann das Pferd seine neuen Körpereindrücke in eine geführte, aber freie Bewegung umsetzen. Für das Pferd fühlt es sich wie Spiel an – aber der Pferdekörper bekommt neue Informationen über Haltung, Bewegung oder Lage der Körperachse. Das Pferd probiert neue Bewegungen aus, bindet sein Becken in die Bewegung ein,  koordiniert sich über einen besseren „Anschluss“ der Gliedmaßen neu.

 

Schiefe?

Das BewegungLernen führt zu einer entscheidend besseren Kontraktions- und Streckfähigkeit der Muskeln – dadurch natürlich zu einer beidseitigen Kräftigung der Muskeln. So richtet sich die Körperachse aus. Das Pferd kommt aus seiner Schiefen „Haltung“ zu der vollen gleichseitigen Funktionstüchtigkeit, die das Pferd als Reitpferd benötigt und als losgelassene Geraderichtung reiterlich definiert wird.

Das Pferd erlernt die Fähigkeit, diejenigen Muskeln zu mobilisieren und die Körperspannung zu erzeugen, die es in eine körperliche Position bringt, in der es sich intuitiv und leicht bewegen kann. In dieser Position kann es sich sammeln, konzentrieren, sich wahrnehmen, koordinieren und seine Kraft und Energie einteilen und verteilen.

Der Grad der Aufrichtung, des Rassemblers wird dabei bei jedem Pferd anders ausfallen  Es ist von unzähligen, darunter auch Gebäudetechnischen Faktoren abhängig, aber natürlich auch, wie viele gesundheitliche Einschränkungen im Pferd schon vorliegen und ist daher sehr individuell. Unabhängig von Alter, Trainingszustand und Gesundheit sind zuerst eine spontane, und dann eine langanhaltende Verbesserung des Gesamtzustandes sichtbar.

Jetzt ist das Pferd verspannungsfrei. Das heißt es kann losgelassen, geradegerichtet und durchlässig die vom Menschen geforderten Bewegungen auszuführen.

Nun braucht nur noch der Reiter in einem ausbalancierten Gleichgewichtsitz die Zusammenarbeit der Muskeln leiten und eine von beiden Seiten beglückender Reitaustauch kann enstehen. Der Reiter hat jetzt einen ganz wichtigen Part, auf ihn kommt es an, wie er in die zweite Natur, in den vorbereiteten Körper des Pferdes mit seinen Bewegungen „einfließen“ kann.

Die dazu nötigen körperlichen Vorbedingungen, vor allem die Beckenkippung aus der beweglichen Wirbelkett, die der Reiter zu einem ausbalancierten Gleichgewichtssitz braucht, um die gemeinsame Zusammenarbeit der Muskeln leiten zu können, bekommt der Reiter in der Gleichgewichtssitzschulung.

 Das BewegungLernen

  • Das BewegungsLernen ist die perfekte körperliche Vorarbeit zum Rassembler – aber auch für Pferde die weiterhin in der Ramener-Beizäumung geritten werden sollen, ist sie die Möglichkeit die Rückentätigkeit anzuregen, und sie darin zu fördern.
  • Für Pferde mit gesundheitlichen Problemen, die das Skelett betreffen, hat es sich in der Vergangenheit als ersten Schritt bewährt, verschobene Wirbel durch die manipulative Arbeit der Osteopathie wieder in die richtige Skelettordnung zu bringen. Die Ergänzung der Osteopathie bereitet das Skelett des Pferdes gut auf das BewegungsLernen vor. denn nun muss und kann das Pferd aus und mit seinem Körper die Bewegungstechnischen Probleme selbst lösen.
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 von Monika Pausch

 

Deutschland: Monika und Roland Pausch • Schlossstrasse 9 • D- 74889 Sinsheim/Ehrstädt • Tel.: 0049 7266 911 740 • Mobil: 0049 151 619 58 339 • Mail: info@bbewegungsausbildung.de
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