fbpx

BewegungsLernen.com

Der Biomotorische Reitersitz

Print Friendly, PDF & Email

Der Biomotorische Reitersitz

Die Suche nach dem Reitersitz hört da auf– wo der Körper anfangen kann zu reagieren

Ein Sitz, der Zwang und Wiederholung als Selbstverständlichkeit  zur Erlangung von geschmeidigen, mühelosen und unbeschwerten Bewegungen des Pferdes sieht, ist dringend erneuerungsbedürftig.
Die Zeit ist gut, um für das kostbare Wesen Pferd einen Reitersitz zu kreieren, der Mensch und Pferd reichlich Möglichkeiten zu einem harmonischen Miteinander gibt.

Jede Gesellschaft lässt ihre Vorstellungen auch in die Ausbildung des Pferdekörpers einfließen. Der Sitz des Reiters ist deshalb in gewisser Weise ein Spiegel der Gesellschaft und der körperlichen Möglichkeiten des Reiters der jeweiligen Zeitepoche.

Ein Sitz, der vor dreihundert Jahren auf die Reiter der damaligen Zeit zugeschnitten war – würde das Nervensystem des heutigen Menschen in große Verlegenheit bringen. Ein Sitz, der  sich zum Kühe hüten oder zu kämpfen entwickelt hat, hatte seine Berechtigung für das was er gedacht ist.  In der Biomotorik dürfen wir uns allerdings weder von Reitstilen noch von den Fähigkeiten einzelner Reiter blenden und beeinflussen lassen – für den Biomotorischen Reitersitz zählen deshalb einzig und allein die Bedürfnisse des Pferdekörpers.

Der „richtige“ Reitersitz
Eine Suche nach dem „richtigen“ Reitersitz muss bei den Möglichkeiten des heutigen Menschenkörpers – seiner Beweglichkeit, oder Unbeweglichkeit und seiner Durchlässigkeit die Körperinformationen – beginnen. Wie ein Reiter also mit seinem Körper umgehen kann, gibt eindeutig Aufschluss über seine körperliche Beweglichkeit, aber auch über seine Bereitschaft, ein Verständnis für das natürliche Bewegungsverhalten des Pferdes und seine Biomotorik zu haben, aus dem der Biomotorische Reitersitz erst entstehen kann.

Der Reiter muss erkennen, dass er ein Pferd in seinen Bewegungen nicht beeinflussen darf, Gehorsam spielt für die im Pferd angelegten Herdeninstinkte des Pferdes keine Rolle, dafür sind Sicherheit und Orientierung umso prägender. Sein natürliches Bewegungsverhalten muss sich kein Pferd durch Gehorsam verdienen müssen, genauso wenig wie die Luft zum Atmen, die es für diese Bewegungen benötigt. Deshalb bedarf der Biomotorische Reitersitz zu allererst der Bereitschaft eines sehr großen, umwälzenden Umdenkens und Perspektivewechsels des Menschen.

Beim Biomotorischen Reitersitz geht es deshalb um die klare Lesbarkeit ihres Körpers und wie Sie sich dem Pferd auf die leichteste Art und Weise verständlich machen, ohne das Pferd in seinen Bewegungen zu bremsen, zu behindern oder den Bewegungsfluss zum Stocken zu bringen. Lösen Sie sich von der Vorstellung, Bewegung „erzeugen“ oder „erarbeiten“ zu können.
Es geht nicht! Die Grenzen der Natur sind eng gesteckt.

Ihr Sitz
Ihr Sitz auf dem Pferd sollte schlicht und ergreifend die körperliche Bereitschaft besitzen, das jeder Teil ihres Körpers  für das Pferd unter ihnen lesbar ist, damit es in seiner Bewegungsentwicklung weiter wachsen kann und seine einzigarten Fähigkeiten gestärkt werden. Pferde suchen dazu genau das, was der Mensch ihnen mit seinem Körper zu bieten hat. Durch die Orientierung und die Sicherheit, die der Reiter dem Pferd geben kann werden die beiden Körper zusammengebracht.

Alles was Sie zu Ihrem persönlichen Reitersitz benötigen, wird durch die inneren Bewegungen ihres Körpers hervorgebracht, weil sie ihre eigenen, intuitiven Fähigkeiten erkennen.  Ihr eigener Körper wird wissen, welche Bewegungen richtig sind, damit er sich mit sich selber, aber auch mit dem Pferd in Harmonie bewegen kann
Und das Schönste an diesem Seminar – sie werden merken, warum das Pferd seine Biomotorik, sein natürliches Bewegungsverhalten und seinen Herdeninstinkt braucht, DAMIT SIE SITZEN KÖNNEN!

Das unbewusste Nervensystem beim Reiten
Wenn ein Teil des Reitens ohne weiteres Nachdenken wie von selbst abläuft, weil nur das zentrale Nervensystem am besten entscheiden kann, welche Bewegungen es „annimmt“, werden beim Menschen Kräfte frei, um sich mit den Bewegungsbedürfnissen des Pferdes intensiver befassen zu können. Der Sinn von biomotorischen Bewegungen liegt ja gerade darin, ökonomisch – ohne Kraftaufwand im Körper des anderen verweilen zu können. Sie müssen nicht mehr um Bewegungen kämpfen, sie ergeben sich zwangsläufig, weil sie sie zulassen.

Unbewusst dauerhaft angespannte Muskulatur – wie in einer „Sitzhaltung“ etwa, verhindert die permanente „Umstrukturierung“ des Körpers, die man zum Reiten braucht. Zum Biomotorischen Reiten brauchen Sie ja sogar NOCH mehr „Körper“ – denn Sie wollen das Pferd ja so feinsinnig wie möglich wahrnehmen. Angst, Stress oder Erwartungsdruck – auch der eigene – verstärken aber die muskulären Spannungen. Kommt dann noch eine unerwartete Bewegung des Pferdes dazu rettet sich der Reitersitz  wieder in seine willkürliche Bewegungen – in ungerechte Automation und Technik.

 „Bewegung muss nicht erfunden, sondern empfunden werden“

Was aber passiert eigentlich im Pferdekörper, wenn Sie auf dem Rücken des Pferdes sitzen? Wie wird die Atmung verändert? Wie sein natürliches Bewegungsverhalten? Wie nimmt uns das Pferd wahr? Das sind Themen die uns im Seminar beschäftigen – deshalb bekommen Sie im Seminar ein umfangreiches Script über die Wirkung ihres Körpers auf das Pferd. So kann man sagen, dass das Reiten durch eine Wirkkette und Wechselwirkung von Reiterkörper und Pferdekörper entsteht. Eine Bewegung, die durch Pferd und Reiter  geht und auf allen Körperebenen wirkt.

Die verschiedenen Wirkketten:

  • Reiterkörper + Pferdekörper = Biomotorisches Reiten
  • eingeschränkter Reiterkörper + Pferdekörper = mechanisches Reiten
  • Reiterkörper + eingeschränkter Pferdekörper = mechanisches Reiten
  • eingeschränkter Reiterkörper + eingeschränkter Pferdekörper = mechanisches und technisches Reiten mit Abhängigkeiten von beiden und gegeneinander

Der Inhalt des Seminares:

Sitz und Körper überall! Welche Bewegungen behindern das Pferd, welche unterstützen es. Soviel sei verraten, in China sagt man: „das Glück wohnt im Rücken“. Auch im Seminar wird deshalb ihre Wirbelkette eine besondere Bedeutung bekommen(siehe Zeichnung)Die einzelnen Wirbel kann man ihrer Körperorganisation zuordnen. Wenn die ganze Wirbelkette funktionsfähig – also für Körperinformationen durchlässig ist, bewirkt sie für sie, dass Belastungen gleichmäßig verteilt und Stöße abgefedert werden. Als Reiter also geradezu unverzichtbar um sich nicht dem Pferd entgegen zu spannen und lesbar zu bleiben.

Das Biomotorische Training am Samstag
Mit dem Biomotorischen Training bereiten wir den Pferdkörper mit den in ihm genetisch angelegten Möglichkeiten, perfekt  auf die Last des Reiters vor. Dabei stärken wir die großen Gelenke wie Schultergürtel und Beckengürtel als tragende Stützen des Rumpfes. Die Beine des Pferdes haben so eingerichtete Gelenke, dass sie sich bei Belastung im Zickzack beugen und wieder strecken, wenn die großen Gelenke in die Bewegung integriert sind. Erst dann sind die Beine des Pferdes fähige Stützen, die die kleinen Gelenke vor Überlastung schützen. Zusammen mit der Druckbefreiung des Genicks und dem Beckenöffnen bekommt der Pferdekörper die Durchlässigkeit zur Informationsweitergabe, die er zum geritten werden braucht.

Nun können wir uns in aller Ruhe auf die für das Pferd, emotional sehr positiv wirkenden Aspekte des Reitens konzentrieren. Deshalb ist diese Art der Vorbereitung als Grundlage für das Biomotorische Reiten ideal, bei dem die Muskulaturwirkungen von Mensch und Pferd zusammenfließen.
Denn auch bei der Suche nach dem „richtigen Reitersitz“ schauen wir uns am besten unser Skelett an, wie es ohne die Wirkung der Muskelzüge betrachtet, miteinander funktionieren möchte, das entscheidet darüber, wie die Informationsflüsse durch das Nervensystem gegeben werden können.

 Freitag – das Körperseminar
Aber alles was einfach ist, und leicht aussieht, braucht für den Menschen eine gründliche Vorbereitung. Das Körperseminar für den Menschen am Freitag ist genau diese Vorbereitung für ihren Körper und zeigt Ihnen die Möglichkeiten, die ihr Körper für Sie bereit hält. Die biomotorischen Bewegungen die vom Nervensystem „erkannt“ werden, befriedigen den Körper, über ihre Organe, bis in die Zellen hinein.
Sie ruhen in ihrem Körper und leben in ihrer Bewegung.

Sonntag – der Biomotorische Reitersitz
Auf den „Lehrpferden“ schließlich sehen wir zusammen mit ihren Besitzern, mit welcher Gelassenheit die Pferde die Körperinformationen des biomotorischen Sitzes annehmen können.
Reiten kann so einfach sein, wenn der Mensch das „Werkzeug“ das ihm mitgegeben wurde – seinen Körper – auch nutzen kann.. Das Seminar macht ihnen bewusst, was sie selbst mit ihrem Körper tun können, um ihren Reitersitz zu ändern, mit jedem Atemzug von ihnen werden sie lesbarer

Und Sie werden sich beobachten:

  • Unterstützen Sie ihr Pferd – oder behindern Sie es mit ihrem Körper?
  • Woran erkennt man einen freundlichen Körper?
  • Könnten Sie noch begleitender sitzen, noch motivierender?
  • Stört Sie der Sattel dabei?
  • Wie müsste ein Sattel aussehen, der nicht stört, sondern Sie unterstützt?
  • Wann wird die Verbindung zum Pferd zu hart….so dass sie vielleicht sogar weh tut?
  • Können Sie die Spannung ihrer Schultern weglassen?
  • Sitzen Sie so weich in den Pferdekörper ein, dass sie gar nicht mehr leichttraben müssen?
  • Wenn ich so sitze, ist das schön oder tut das weh? Ihr Pferd spürt dasselbe wie Sie!

Der biomotorische Reiter sagt dem Pferd nicht mehr, was zu tun ist, sondern lässt es in seine eigene Biomotorik und in sein eigenes natürliches Bewegungsverhalten kommen. Das ist ein völlig neues Verständnis für eine Reiterei, bei der die schönste und erfüllendste Aufgabe für den Reiter ist, sich unnötig zu machen. Dem Pferdekörper Raum geben – das kann nur ein Reiter, der sich nicht mehr mit einer Kontrollfunktion identifiziert.

 

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.