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Teil III

Pferde können sich noch viel mehr mit dem verbinden, was sie tun, als der Mensch. Sie versinken dann geradezu in ihrer Beschäftigung – wenn, die äußeren und inneren Bedingungen dazu geschaffen sind.

Sie erleben sich im eigenen, körperlichen Tun – sie verschmelzen förmlich mit ihren Bewegungen – und in diesen Momenten auch mit dem, der sie auf diesem Weg begleitet – mit ihrem Reiter. Es ist ein Zustand höchster Präsenz und innerer Verbundenheit – es ist „Hingabe“. Dieses altmodische Wort bekommt so seine Bedeutung wieder.

Dazu brauchen beide Körper etliche Vorbedingungen.

Das Pferd muss Sicherheit verspüren, das Vertrauen in den Reiter sich „hinzugeben“ - um dieses wunderbare Gefühl, das sich im gesamten Körper ausbreitet, spüren zu können - und das Pferd und Reiter in das gemeinsame Tun versinken lässt. Wer als Mensch den Kopf voll ungelöster Probleme hat, wird keine „Muße“ finden, um sich mit dem Pferd zu verbinden. Und wer nur daran denkt, welche Reittechniken man anwenden muss, wird solche Sternstunden kaum erleben.

Auch wir kennen dieses hingegebene Gefühl aus unserer Kindheit. Auch wenn wir uns nicht mehr so genau daran erinnern können, was es war, was uns damals so gefesselt hat – als wir noch nicht an unsere „Körperhaltung“ denken mussten, und ohne ständige Gedanken, was gleich auf uns zukommt.

 
 
Das Pferd kann sich nicht nur vollständig mit dem verbinden, was es vom Reiter wahr nimmt, es verbindet sich auch mit sich selbst, mit seiner eigenen Lust am selbstständigen Entdecken von Bewegungen. Dieses Gefühl das es dabei erfährt, könnte man am besten mit dem altmodischen Wort „Hingabe“ bezeichnen. Hingabe beschreibt dieses Erleben, und nicht weil das Pferd eine besondere Leistung erbracht hat, und dafür ein Lob von seinem Reiter bekommt, sondern weil es selbst seine eigene Bewegungsfreude erfährt.

Solche den Körper stärkenden Erfahrungen brauchen Pferde und Menschen, um alle die Vorgänge im Körper zu speichern, die dazu beitragen, diesen Körperzustand zu aktivieren, und sich immer wieder mit dem, was sie tun zu verbinden.

Im Körpergehirn des Pferdes wird ja nicht jede Bewegung gespeichert,

sondern nur,das was für ihn selbst als bedeutsam erlebt wird, also freiwillig selbsterfahren erfahren wird. Nur das geht dem Pferd unter die Haut, verbunden mit seiner tiefen Bewegung und seiner Wahrnehmung aktiviert es auch die emotionalen Zentren und stimuliert seine Kreisläufe.

Ganz anders wie beim rein biomechanischen Reiten, bei dem sich viele Informationen und Reize von außen, auch vom Reiter aufdrängen und auf diese Weise um die körperliche Aufmerksamkeit streiten. Diese Informationen lenken die Aufmerksamkeit des Pferdes automatisch in eine bestimmte Richtung – in die des Reiters und seiner Wünsche. Das Pferd hat gar keine Zeit, um sich auf seinen Körper zu besinnen. Und - der Reiter muss sehr genau wissen, was beim Pferd nicht funktioniert und somit immer gezielter und perfekter die Aufmerksamkeit auf seine ausführenden Handlungen zu lenken. Das Kontrollreiten ist geboren – bei dem der Fokus von Pferd und Reiter auf den Defiziten des Reiters liegt – der Reiter muss die im Auge behalten, um sofort darauf einwirken zu können.

 

Fatal sind dabei allerdings die Auswirkungen auf das Pferd -denn die eigene Wahrnehmung geht beim Pferd immer mehr verloren. Es geht immer mehr gegen den Rhythmus seines Körpers. Das Pferd erlebt sich als jemand, der nicht selbst bestimmen darf, wie sein Körper reagiert – die Grenzen und der Rahmen in dem es sich bewegen kann, sind zu eng. Das Pferd selbst kann daran nichts ändern, es kann nicht zeigen wo es seine Aufmerksamkeit im Körper lenken will. Sein einzige Möglichkeit sich uns mitzuteilen ist Widerstand gegen den Reiter – das zu erkennen, das wäre die Aufgabe vom Menschen - denn das Pferd läuft Gefahr sich nur noch an äußeren Reizen, Signalen, Anforderungen und Aufforderungen zu orientieren und nur noch Bewegungskonsument zu werden.

Das Pferd wird seinen Körper unbewusst davor schützen – mit Schutzmuskeln, Ausweichmuskeln etc.- diese Vorgänge des Körpers können wir als Orientierungshilfe in den Biomotorischen Markern beobachten. Das Gefühl des Pferdes geht verloren – es wird auch emotional abschalten – oder je nach Charakter – sich wehren, und immer schwerer vom Reiter lenkbar werden. Der Reiter – der möglicherweise bei diesen ganzen Aktionen auch das Gefühl für seinen Körper verloren hat, richtet seine Bemühungen und Bewertungen, seine Aufmerksamkeit und sein Verhalten nur noch auf den Gedanken, wie man das Pferd händelbarer und formbarer machen kann. Der negative Gedanke der Dressur ist geboren.

Im vorangegangen Biomotorischen Training haben die Pferde viele Gelegenheiten die Erfahrung ihres Körpers zu machen, sich dem eigenen Antrieb hinzuwenden. Da sind sie nicht damit beschäftigt, darauf zu achten, was der Reiter von ihnen will, der immer wieder von ihrem Körper ablenkt.

Sicher können Pferde auch in einem rein biomechanisch angehauchten Reitunterricht sehr viel lernen und viele Informationen für ihren Körper bekommen. Aber dass sie dabei ihre eigene Körperwahrnehmung finden, um sich mit dem eigenen Wahrnehmung zu beschäftigen, das ist eher unwahrscheinlich. Auch alle Maßnahmen von außen, das Pferd „in sich“ – in eine Sammlung des Körpers zu bringen - hält meist nicht lange vor – auch sie funktionieren nur eine Zeitlang – das Pferd fängt an zu „quengeln“ und wird unzufrieden und kann sich nicht mehr konzentrieren.

 
 
 
 

Wenn der Mensch sehen möchte, wie sein Pferd ausschaut, wenn es einfach nur glücklich ist, braucht er es in solchen Momenten nur anzuschauen.

Das Pferd kann sich wieder in seiner „Hingabe“ verlieren. Für die Pferde übrigens erübrigt sich dann die Frage von oben….

Das Pferd braucht etwas, was ihn fasziniert – und was anderes könnte das sein, als die Bewegungen seines eigenen Körpers. Mit dem vorangegangenen biomotorischen Training können wir sie wieder zurückführen in den eigenen Körper. Diese Erfahrungen sind ja in ihrem Körpergehirn durch die Fohlenspiele ihrer Kindertage fest genug verankert. Und können so wieder zu eigenen Bewegungen verdichtet werden. Und – sie können eigene Bewegungserfahrungen, machen sobald die Primärreflexe das Skelett wieder in die eigene natürliche Ordnung gebracht haben.

Das Pferd allein schafft den Weg zurück in seinen Körper nicht – es braucht unsere Anleitung und Anweisung, aber mit den Fohlenspielen tauchen wir in die Sicherheit der Kindertage ab. Bei manchen Pferden klappt das nicht auf Anhieb – zu groß sind die Veränderungen die die Ablenkungen von außen bewirkt haben, aber irgendwann findet jedes Pferd in die unsichtbare Spur in seinem Körper zurück – und dann geschieht das Wunder: es mag gar nicht mehr damit aufhören, geritten zu werden – denn die Möglichkeiten, die das Pferd gemeinsam mit dem Reiter in seinem Körper findet – sind unbegrenzt.

 

Monika und Roland Pausch

Bewegungslernen Pausch
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74889 Sinsheim / Ehrstädt

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