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Leitgedanke

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Leitgedanke für die Entwicklung des „BewegungsLernens“1

Die Biologie des Menschen und des Pferdes konnte sich gar nicht so schnell entwickeln, wie es für den aktuellen Lebensstil nötig wäre, sie hinkt im wahrsten Sinne es Wortes der Entwicklung unseres Zeitgeistes hinterher.
Nun kann man natürlich Schmerzen und Folgeschäden in Kauf nehmen. Mensch und Pferd könnten sich aber auch, und das ist der Leitgedanke des BewegungsLernens, wieder „artgerecht“ bewegen lernen.

Das BewegungsLernen hat eine Körperausbildung für Mensch und Pferd entwickelt, wo eben nicht der Kraft- und Muskelaufbau im Vordergrund steht.. Durch das Auslösen von Primitivreflexen – der ursprünglichsten „Positionierung“ des Körpers, findet der Körper selbst seine perfekte Ausrichtung. Damit kann er sich innerlich aufrichten und mit seiner wachsenden Beweglichkeit alles ansteuern, was er zur Bewegung braucht.

Für uns muss eine Ausbildung, wie der Name schon sagt, den Körper weiter „aus-bilden“. Sie sollte weder umformen noch „erziehen“. Diese Diskussion erstreckt sich bis in das heutige Schulsystem unserer Kinder. Früher waren die tragenden Stützen einer „Erziehung“ Gehorsam, Disziplin und Haltung, besonders natürlich beim Militär, das ja das weitaus meiste Menschen-und Pferdematerial ausbildete, eine noch wichtigere Bedeutung bekam. Die Wechselwirkung von Körper und Geist war unwichtig. (Emotionen, Sensibilität und Körpergefühl sind dort auch heute noch nicht die bevorzugten Aspekte). Ob der Körper einseitig, starr oder festgehalten, war relativ egal, er musste funktionieren – und zwar ohne Kompromisse, und am besten noch schön dabei aussehen.

Also wurde eine Form entwickelt – eine Schablone für Pferd und Mensch – die Haltung. In den Heeresdienstvorschriften, die Vorgänger der FN-Regeln, wurden dazu Ausbildungsregeln entworfen. Die Skala der Ausbildung und der Spannungsbogen waren dabei Richtlinien, mit denen sich auch ein Rekrut der wenig Reiterfahrung hatte, schnell beim Pferd durchsetzen konnte, und dem Pferd unbedingtes Gehorsam abfordern konnte. An diese Vorgaben halten sich heute noch die meisten Reiter, und nach denen wird auch heute noch ein Turnier gerichtet.

Die Diskrepanz ist unübersehbar

Ob der Pferdekörper dabei verspannt war oder wurde, wurde nicht als Kriterium gesehen. Deshalb kann man aus der Zeit zwar hervorragende Reitmeister sehen, die sicherlich die Pferde gekonnt in einer Balance der Spannung hielten – aber leider führt kein Weg daran vorbei, dass die Pferde verspannt waren.
Eine Ausbildung des Pferdes im Sinne des BewegungsLernens muss also noch mehr können als nette geformte Bewegungen in Folge abzurufen und den gespannten Muskeln mehr Kraft zu verleihen, oder das Pferd gefügig zumachen. Sie muss die gestörten Bewegungsbahnen und Muskelketten, die dazu nötig sind einen Körper zu bewegen wieder verbinden und – was ganz wichtig ist, der Körper, also in dem Fall das Pferd oder der Mensch muss das selber tun.

Sie soll – nein muss – auch nach der Ethik des heutigen Tierschutzgedankens dass Pferd so schonend in seiner körperliche Entwicklung und Reifung unterstützen, das das Pferd sich durch sein körperliches Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen an den Menschen anlehnen kann und Sicherheit finden kann.

Schon in früheren Zeiten hat eine „normale“ Reitausbildung eigentlich nicht ausgereicht, denn sie kann das Wesen des Pferdes, seine Persönlichkeit aber vor allem seine individuelle Bewegungsvielfalt nicht genügend erfassen ( Deshalb gab es auch früher nur wenige Reitmeister, die das nötige Gefühl hatten) Heute, mit den ständig gewachsenen körperlichen Anforderungen, aber auch mit der steigenden Stressbelastung des Pferdes, natürlich erst recht nicht. Fast noch schlimmer für das Pferd ist aber die vermehrte Unbeweglichkeit des menschlichen Körpers, mit der es tagtäglich konfrontiert wird, und die bezeichnend für den heutigen Menschen geworden ist. Leider hat sich das Pferd mit allen entstehenden Folgeschäden darauf eingestellt.

Damit kommt das Pferd zunehmend in eine körperliche Hilflosigkeit, in der es nur noch agieren darf, ihm aber damit die Selbstverantwortung über seinen Körper genommen wird. Die konventionellen Ausbildungsmethoden basieren ja noch immer auf den Grundlagen einer militärischen Ausbildung.

Wie es in einer Ausbildung, die auf Gehorsam und Disziplin basiert nur sein kann, hat das Pferd nicht viel Möglichkeiten und Raum seine Bewegungen zu „erleben“, und dabei sein körperliches Selbstvertrauen zu stärken. Für die manipuliert erzeugte Spannung oder Überspannung ist der Pferdekörper aber nicht gemacht. Übrigens ebenfalls nicht für das gern ausgeführte Kontrastprogramm – die Dauerentspannung.

Für den Pferdekörper gibt es aber noch einen Weg – der Weg über die Beweglichkeit, und das ist die Idee des BewegungsLernens. Die Beweglichkeit vernetzt über die Wirbelkette die drei Bewegungszentren im Körper – den Schultergürtel, den Rippenkorb, und den Beckengürtel. Jedes, allein in seiner Beweglichkeit gefördert, hat die Möglichkeit sich in der gemeinsamen Beweglichkeit zu finden. Durch das Auslösen und integrieren der Primitivreflexe findet der Pferdekörper seine Position und seine Ausrichtung selber – ist also die“ ursprünglichste „Positionierung“ des Körpers überhaupt. Die „innere“ Aufrichtung ist dabei das äußere Zeichen der „Ordnung“ im Körper.

Dann kann sich auch der Mensch nicht mehr aus der Verantwortung stehlen und auf Hilfsmittel zurückgreifen, sondern muss stattdessen auch seinen Körper in die Pflicht nehmen. Gerade ein Pferd, das als Herdentier in seiner Genetik das Nachahmen als festen Bestandteil hat, lässt sich von einem verspannten, schiefen Menschen sehr leicht irritieren, was durch „Ausbildung“ egal wie liebevoll oder durchgreifend sie ist, kaum wieder gut zu machen ist. Spannung kann durch Spannung erzeugt werden, Beweglichkeit im Pferd kann aber vom Menschen nur durch die eigene Beweglichkeit erhalten werden.

Das BewegungsLernen gibt dem Pferd die körperliche Grundlage und das körperliche Rüstzeug um die an ihn gestellten Aufgaben lange und gesund zu erfüllen. Es ersetzt somit das intuitive Erlernen und Erfahren von vielfältigen Bewegungen im Herdenverband, denn gerade in den ersten Bewegungs- Jahren ist das Gehirn zuständig für die Vernetzung der eigenen Körperbeherrschung – der Koordination.

Das BewegungsLernen engagiert sich damit für ein gewaltfreies, nicht manipuliertes, intuitives „Erlernen“ des Pferdes, das über ein verändertes Körperverständnis erfolgt, und ohne das ein Körperlernen nicht möglich ist. Auch Problemverhalten oder Ausdrucksverhalten werden mit der wachsenden Körperlichkeit des Pferdes gelöst, denn es wandelt sich vom Objekt mit dem man etwas tut, zu einer eigenständigen Persönlichkeit.

 

 

Monika und Roland Pausch

 

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