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Keine Evidenz für die Wirksamkeit von Schuheinlagen

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… keine Evidenz für die Wirksamkeit von Schuheinlagen für die Behandlung des kindlichen Plattfußes!!!
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Brandaktueller Cochrane Review
Zeit, vielen Eltern die Ängste zu nehmen und eine gängige Praxis zu hinterfragen!
Das Fazit der Autoren:
„Wir kommen zu dem Schluss, dass es keine Evidenz für die Wirksamkeit von Fußorthesen (FO) bei Kindern mit asymptomatischen (schmerzfreien) Plattfüßen gibt.“
Da normative und prospektive Daten zur Fußentwicklung vorliegen, können die meisten Bedenken bezüglich Plattfüßen ausgeräumt werden, so dass diesem Thema keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
Aktuelle Referenzdaten auf der Grundlage von mehr als 3000 gesunden Kindern konnten zeigen, dass die pädiatrische Fußhaltung über die gesamte Kindheit hinweg einen breiten Normalbereich aufweist, wobei der durchschnittliche „Foot Posture Index“ (FPI) +4(3) beträgt, so dass FPI-Werte innerhalb des Bereichs von +1 bis +7 (1 Standardabweichung) 68 % der Kinder umfassen. (Gijon-Nogueron 2019).
Gijon-Nogueron G, Martinez-Nova A, Alfageme-Garcia P, Montes-Alguacil J, Evans AM. International normative data for paediatric foot posture assessment: a cross-sectional investigation. BMJ Open. 2019 Apr 14;9(4):e023341. doi: 10.1136/bmjopen-2018-023341.
Zum „Foot Posture Index“, siehe https://physiomeetsscience.com/foot-posture-index/
Außerdem weisen prospektive Daten von über 1000 gesunden Kindern , die drei Jahre lang beobachtet wurden, darauf hin, dass sich die Fußhaltung in jedem Alter “zentralisierte”. Das bedeutet, dass es mit zunehmendem Alter weniger pronierte (flache) und stark pronierte (noch flachere) Fußtypen gab, während supinierte Fußtypen leicht zunahmen. Die Fußform normalisierte sich also mit dem Alter.
Martínez-Nova A, Gijón-Noguerón G, Alfageme-García P, Montes-Alguacil J, Evans AM. Foot posture development in children aged 5 to11 years: A three-year prospective study. Gait Posture. 2018 May;62:280-284. doi: 10.1016/j.gaitpost.2018.03.032.
Die Agenda für die Erforschung von Plattfüßen bei Kindern sollte sich daher auf solche mit unbestreitbarer Fußpathologie fokussieren, und zwar auf Fußschmerzen im Rahmen einer juvenilen idiopathischen Arthritis, auf Syndrome, die mit Hypermobilität assoziiert sind (z. B. Down, Ehlers-Danlos, Marfan usw.), auf neuromuskuläre Erkrankungen (z. B. Zerebralparese, Muskeldystrophie oder -atrophie) und vielleicht auf Erkrankungen mit zunehmenden Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit (z. B. körperliche Inaktivität, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes).
Kindern mit schmerzhaften Plattfüßen kann aus Sicht der Autoren empfohlen werden, kostengünstige vorgefertigte Einlagen mit gut ausgewähltem Schuhwerk zu tragen. Insgesamt ist die Qualität der Evidenz dafür allerdings gering bis sehr gering.
Text: Physio meets Science

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