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Hintergrund für das BewegungsLernen

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Pferd auf Kugel Kopie

 

→ Hintergrund für das BewegungsLernen

→ Das Führen im BewegungsLernen

→ Die Symmetrie des Körpers

→Intuitiv Bewegen

 

 

Hintergrund für das BewegungsLernen

Ich höre und lese sehr oft: „ ein Pferd gymnastiziert sich selbst, wenn es nur artgerecht gehalten wird“. Das ist ein bequemes und gefährliches Denken. Genauso wenig kann sich das Pferd ohne körperliche Vorausbildung, nur mit Halsring, oder Gebisslos oder am Kappzaum geritten, nicht gegen die Last des Reiters „wehren“.

Damit man mich richtig versteht, es ist eine wunderschöne Bestätigung der Mensch-Pferd Beziehung, wenn man das Pferd auf diese freie Weise reiten kann. Aber, – und das ist ein ganz großes ABER – erst wenn es eine körperliche Ausbildung durchlaufen hat, die es braucht, damit es mit dem Menschen auf seinem Rücken klar kommt.

Eine Ausbildung, die Balance durch die bewegliche Wirbelkette erreicht, eine Ausbildung bei der Muskeln und Gelenke elastisch werden und vor Verletzungen geschützt sind und sich die Koordination so verbessert, damit wir, der Mensch unsere Ansprüche an das Pferd erfüllen bekommt.

DAS PFERD KANN SICH NICHT ALLEIN AUF DIE REITERLAST EINSTELLEN. Das müssen wir uns immer vor Augen führen. Es ist nicht als Lastträger geboren – und die Problematiken, die sich für das Pferd ohne Kräftigung des Rückens entstehen, sind so gewaltig, das ich fast, und ich betone, fast – die Reiter verstehen kann, die mit dem Reiten aufhören.

Trotzdem, die „Aufhörer“ werfen nicht in die Waagschale, was das Reiten für das Pferd auch bedeutet kann, wie wichtig das Reiten für das Pferd in seiner menschlichen Gemeinschaft werden kann, wenn sein Körper auf das Reitergewicht vorgebildet ist – dieses starke Gefühl der Zusammengehörigkeit, Selbstbewusstseins und körperlicher Selbstsicherheit, die entstehen kann und auch zu allen Zeiten besungen wurde, wenn Pferd und Reiter eine Einheit bilden.
Der Zentaur, der in der Verschmelzung seine Kraft findet.

Wir sehen bei unseren Kunden immer wieder unglaublich starke Mensch-Pferd Beziehungen, die nochmals eine Tiefe bekommen, wenn sie die Schwingungen des Körpers miteinander teilen können.

Aber, und das ist auch ein unglaublich großes ABER. – niemand kümmert sich um den Rücken des Pferdes – von dem doch so viel abhängt. Man erfindet tausend Hilfsmittel, Gebisse, Sättel – aber niemand kümmert sich um das natürlichste Hilfsmittel!

Für mich schlicht unglaublich.

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das heutige Ramener-Beizäumungssystem nimmt den Kopf im 7. Halswirbel manuell hoch – der Rücken bleibt starr – die Hinterhand bleibt ohne Anschluss und deshalb steif – eingerollt ergibt der Hals das Bild der Rollkur
das Ramener System hat es möglich gemacht, das Pferd zu „Rollkuren“

Ich sehe schwache Kinder, zarte Reiterinnen – die mit der immer wiederkehrenden falschen Bewegung – meist ein Stellen im Genick, eine Disbalance im Körper auslösen. Durch die Krümmung der Wirbelkette kommen alle mechanischen Einwirkungen an Maul und Genick nur bis zur Schulter an. die sich Jahre später als Arthrosen, Spat, Gliedmaßenerkrankungen, Rückenprobleme und, und, und….auswirken.

Die Zufriedenheit und Losgelassenheit des Pferdes ist nichts, das man erzwingen oder aktiv herstellen kann obwohl das in einschlägigen Reitliteraturen gerne verbreitet wird. Die „Losgelassenheit“ wird leider zum ständigen Krisenherd und Dauerkonflikt, für den es oft keine befriedigende Lösung gibt und der nicht gerade der Beziehung Pferd – Mensch förderlich ist.

Ohne es verallgemeinern zu wollen, aber wenn man als „Außenstehender“ Pferd und Reiter beobachtet, blickt man oft fassungslos auf ein Kommunikationsdesaster und fragt sich was in aller Welt mit dem Partner Pferd so schief läuft.

Denn leider kann man beobachten, das in den vielfältigen Kommunikationsmitteln die heute angeboten werden zu viel Energie auf die richtige Durchführung und Einhaltung von Regeln verwendet wird, als auf den „Blick hinter den Spiegel“ – was also beim Pferd ankommt. Das Pferd wird in einen emotionalen und körperlichen Käfig gesteckt, dessen Grenzen von der jeweiligen Methode sehr eng gesteckt wird.

Viele „Führungsmodelle“, die heute gelehrt werden, richten den Blick nur auf die Person des Führers. Aber was kommt beim Pferd an? Ist es nur ein „Sender-Empfänger-Modell, das auf der einen Seite den agierenden Reiter und auf der anderen Seite das reagierende Pferd hat?

 

Das Führen im BewegungsLernenMensch auf Kugel Kopie

Viele Reiter sind überrascht, wenn wir den Pferden im BewegungsLernen einen viel größeren körperlichen Handlungsspielraum geben – sie in die körperliche Freiheit entlassen. Wenn das Pferd sich ausprobieren darf, mit seinem Körper spielen darf

– und der Mensch als Spielführer sein Tun leitet.

Daraus entsteht eine ganz andere Qualität der Beziehung, man bekommt in diesem Freiraum viel zurück. Das steigert sich, je selbstbewusster das Pferd mit seinem Körper umgehen kann.

Das Pferd als Herdentier, wird in der Regel tun, was man ihm abverlangt, soweit es ihm irgendwie möglich ist.
Ein Pferd, das aber aus Gehorsam oder gar aus Furcht oder aus „Pflichterfüllung“ – Kommandos befolgt –
wird niemals einen tieferen körperlichen Nutzen daraus ziehen können.

Von solch ausgeführten Übungen wird es nicht profitieren, weil es diese Bewegungsmuster niemals für sich selbst erprobt und auslotet hat. Was mit dieser Art von Befehlsausführung erreicht wird, die oftmals gut gemeint ist, ist das Gegenteil vom BewegungsLernen – es ist die bedingungslose Unterwerfung unter den Menschen.

Das Pferd sollte aber neue Bewegungsmuster selbstständig mit dem Menschen entwickeln. So findet es unter dem menschlichen Zusammensein zu seiner wahren Kraft – und was ist faszinierender als das Pferd zu seiner eigenen Stärke zu begleiten.

Mit dem Bewegungslernen lernt das Pferd sich selbst zu entwickeln, seinen Körper zu schulen und sich selbstbewusst zu „sammeln“.
Es lässt das Pferd mehr Muskeln als die Gewohnten verwenden. Zum Beispiel beim über Stangen treten verwendet das Pferd die selben Muskeln, die es immer verwendet. Auch wenn es eine scheinbar andere Bewegung ist, es ändert nichts an der Beweglichkeit oder an der Form/Art der Bewegung, die das Pferd ausführt.

 

Die Symmetrie des Körpers

Biologisch gedacht ist der symmetrische Körper nicht nur der spiegelgleiche Körper seiner Körperhälften, sondern ein Begriff für seine Widerstandskraft, Selbstvertrauen und Selbstgefühl. Desto besser der Körper in seine Balance findet, also symmetrisch ist, desto besser gelingt ihm das „Wohlfühlen“ in der eigenen Haut.

Verschiebungen, Abstellungen, Verstellungen und vor allem das beim Reiter heute so beliebt gewordenen Stellen im Genick, sind extreme Veränderungen des Körpers, die nur im Einzelfall richtig oder naturgemäß sein können.

Ein Selbstversuch:

  • Legen sie sich nur mal einen Rucksack um und machen sie nur einen Schulterträger um einen Zentimeter länger und gehen Sie einige Schritte.
  • Fühlen Sie in Ihren Körper.
  • Nun legen Sie dabei den Kopf zu Seite und gehen Sie nochmal einige Meter.
  • Als nächste Stufe, quasi das Hinterhand aktivieren, heben sie Ihre Knie beim Gehen so hoch Sie können, und los gehts, weiter weiter weiter.
  • Was machen Ihre Arme dabei, wie beweglich sind Sie?

Das soll jetzt nicht im ersten Schritt den Reiter simulieren sondern nur die Schiefe die bei einem Stellen im Genick entsteht und der Versuch bei einer festgehaltenen Wirbelkette, einer unbeweglichen Vorhand die Hinterhand zu aktivieren.

Es sollte offensichtlich sein das es so nicht geht, und dennoch wird es fast ausschließlich so gemacht.

Diese Schiefe wird nach einer gewissen Zeit als „normal“ gesehen, sie können sich jedoch vorstellen wie sich das auf den Körper auf Dauer auswirkt.

 

 

In vielen Fällen beginnt mit der gedehnten Rückenmuskulatur für das Pferd ein Leidensweg.

Das Rückenmark prägt das Pferd – vielleicht ist es zu einfach die Seele des Pferdes in den Rücken projizieren zu wollen, aber die Emotionalität, Gefühle, Beweglichkeit, Koordination und Bewegung, auch die seelische Schwingungsfähigkeit, Mut, Lebensfreude Bewegungsfreude, das alles erwächst aus der beweglichen Wirbelkette. Und das kann man nicht alles durch einen in die Tiefe gedehnten Rücken ersetzen.

Das Pferd braucht den Rücken als Messgerät, wenn der aber durch die Totaldehnung tot gelegt ist, ist es ungemein schwierig die Feinabstimmung der Beweglichkeit so vorzunehmen, dass sich das Pferd selbstbewusst und wohl in seinem Körper fühlt. Es wird ängstlich und unsicher. Viele schieben das dann auf das Reiten selber, und hören dann auf zu reiten, oder nehmen die Gebisslose Variante – um dem Pferd nicht weh zu tun. Leider ohne zu wissen, was sie dem Pferd damit antun. Denn je länger der Rücken ist desto mehr ist er gedehnt, desto stärker ist die Einwirkung der Last auf seinem Rücken, sprich des Reiters.

Genau das haben die Reiter seit Xenophon gewusst, und haben das Pferd hoch versammelt, damit es die Hinterhand untersetzen kann. Die langsam erarbeitete Versammlung bedeutet Freiheit für die Wirbel und somit ein kleines bisschen Freiheit für das Pferd.

 

Intuitiv Bewegen

Das Fundament des BewegungsLernen ist es das Pferd emotional zu bewegen – was bedeutet das?

Wir unterscheiden zwischen positiven und negativen Bewegungen.

Die positive Bewegung – das ist die wirkliche Entspannung – denn dabei entspannt der ganze Körper – sie verlangsamt Atmung und Herzfrequenz viel effektiver, als wenn man einfach nur abwartet bis eine negative Bewegung aufhört und der Adrenalinausstoß beendet ist. Deshalb ist auch erklärlich, warum sich der Körper, der in einer permanenten Stressituation ist, nicht entspannen kann. Warum gerade Menschen oft eine Zwangsentspannung brauchen – die aber nur eine Abspannung von Muskeln ist.

Aber auch  negative Bewegung braucht der Körper in einem geringen Umfang – denken sie an das Baby das sich am Tisch hochzieht und wieder umfällt, das sind natürlich negative Erfahrungen, aus denen es lernt zu stehen. Negative Bewegungserlebnisse werden glücklicherweise überschrieben mit positiven. Mit dieser „Überschreibung“ arbeitet das BewegungsLernen.

Man kann davon ausgehen das die Unterdrückung von positiven Bewegungserlebnissen die Ursache physischer und psychischer Störungen ist. Der Körper befindet sich in einem überwiegenden Zustand der Stabilisation. Das ist das Notfallprogramm des Körpers – alles ist festgehalten, die Lendenpartie ist festgehalten, die Gelenke bewegen sich nur noch eingeschränkt, die Hals-Wirbel und die Brustwirbel sind angespannt.

Wir kennen diese Situation, wenn wir in den Keller gehen und ein Geräusch hören. Sofort erstarrt der Körper – Bewegung wird eingestellt, die Sinne auf das äußerste gespannt. Adrenalin wird ausgestoßen.

Ändern sich die Bewegungsabläufe aber nicht, wird das Notfallprogramm des Körpers ein Dauerzustand.

Negative Bewegungen simulieren für den Körper die eingeschränkte Notsituation. Er ist in einer angespannten Stresssituation. Die sehr kraftaufwendig ist. Der Energieaufwand vervielfacht sich, was eben zu erheblichem Stress führt. Der Körper zahlt einen hohen Preis, denn es wird wahnsinnig viel Energie für die angespannte negative Bewegung gebraucht.

Ein junger, gesunder Körper kann,  wenn man ihn lässt, mit toben, spielen, Bewegungen ausprobieren, eine Änderung herbeiführen. Je schlechter die Gesamtsituation des Körpers, je älter der Körper ist, desto schwerer fällt es ihm, von sich aus ein positives Bewegungserlebnis zu suchen. Der unbewegliche Körper hemmt ihn an einer neuen Suche – je älter der Körper ist, desto ungerner lässt er sich auf eine neue Suche nach Bewegungen und Gleichgewicht ein.

Es fällt ihm umso schwerer, weil sich der Körper in ein Muskelkleid formiert, das den unbeweglichen Bewegungen angepasst hat.

„Use it or lose it“ – was nicht gebraucht wird, verschwindet. Und so entsteht ein Körper, massgeschneidert auf negative Bewegungsmuster, aus denen der Körper allein fast nicht mehr herauskommt. Da steht das Langzeitgedächtnis im Weg.

Gefangen in seinem Muskelbett, das aus Vertrauten Bewegungen, Routine, Erfahrungen und Bequemlichkeit gewoben ist.  Gerade deshalb sind geführte, aber selbstständig ausgeführte positive Bewegungen so wichtig, mit dem man den Körper in eine Balance führen kann – das BewegungsLernen begleitet die Bewegungen des Pferdes, die es dann speichern kann.

 human body

von Monika Pausch

 

 

 

Deutschland: Monika und Roland Pausch • Schlossstrasse 9 • D- 74889 Sinsheim/Ehrstädt • Tel.: 0049 7266 911 740 • Mobil: 0049 151 619 58 339 • Mail: info@bbewegungsausbildung.de
Österreich: Firmenanschrift: Pausch & Buhl Körperlogik Gnbr • Monika und Roland Pausch • Radau 47 • A- 5356 St. Wolfgang im Salzkammergut • Tel.: 0049 151 619 58 339 • Mail: r.pausch@gmx.at • ATU68157200

 

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