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BewegungsLernen.com

Die Philosophie

Das BewegungsLernen

Reiten sollte eine ernsthafte Sache sein, weil es auf dem Rücken des Pferdes ausgetragen wird- das sagte schon Horst Stern. Und doch sollte es spielerisch - voller Leichtigkeit, Absichtslosigkeit und Anmut sein, weil es für das Pferd die Weiterentwicklung seines Körpers bedeutet.

Das BewegungsLernen setzt sich mit einer Entwicklungsausbildung des Pferdes für eine entmechanisierte Ausbildung des Pferdes ein. Die schärfste Waffe des Menschen ist das, was man „Vernunft“ oder „Rationalität“ nennt – dabei geht der Mensch beim Pferd nach einem Schema vor, nach dem das Pferd funktionieren soll und die unübersichtliche Bewegungswelt des Pferdes einteilen soll. Dieses „Weltbild“ hat problematische Folgen für das Pferd. Wer das Pferd konsequent nach mechanistischen Grundsätzen betrachtet, hat für das Pferd selber wenig Verständnis. Und - je organisierter die Bewegung des Pferdes ist, desto einseitiger wird sich das Pferd belasten. Wer auf diese „Ordnung“ des Pferdekörpers abhängig und angewiesen ist, bewegt sich gerne in den sicheren Grenzen des jeweiligen Systems. Die „Ordnung“ erscheint sogar so selbstverständlich, dass man gerne über jede Möglichkeit der Veränderung lächelt.

Eine Veränderung tut aber not, denn solange wir den Umgang mit dem Pferd als Privatsache auffassen, machen wir das, was jeder Mensch im Umgang mit dem Pferd für richtig hält. Obwohl die Sensibilität im Umgang mit dem Pferd stetig zunimmt – sobald es um die Nutzung des eigenen Pferdes geht, wird die Haltung des Menschen wieder sehr privat – man möchte sich möglichst wenig reinreden lassen. Dabei neigt der Mensch dazu, die Welt in der er lebt zu ordnen und zu sortieren. Es ist eine ziemlich arttypische Verhaltensweise des Menschen, eine Organisation über das was ihn umgibt herzustellen – auch über das Pferd. Jede „ Ordnung“ die das Pferd betrifft, ist aber ein rein menschlicher Entwurf.

Frieden kann nicht erzwungen werden; er wird nur durch Verständnis erreicht.
Albert Einstein

Nur innerhalb des jeweiligen Systems fragt man nach Wahrheit und Richtigkeit, nach Methode und Bedeutung. Zu leicht übersehen wir die Künstlichkeit und die Entfernung von dem „Natursystem“, dem das Pferd immer noch unterliegt. Viel zu selten gelingt ein Blick aus dem Fenster. Und deshalb besteht ein riesengroßer Unterschied zu dem, wie wir uns die Beziehung zum Pferd vorstellen und was tatsächlich praktiziert wird, und auch was weiterhin gesellschaftlich akzeptiert wird.

Aber – können wir tatsächlich unseren alltäglichen, mechanisierten Umgang mit dem Pferd weiterhin moralisch rechtfertigen? Ist es nicht höchste Zeit unser Verständnis für das Wirbeltier Pferd zu verändern?

Eine neue Ethik – oder warum es sich lohnt mit dem Pferd zu kooperieren

Dabei macht es uns das Pferd eigentlich sehr leicht. Denn sein Naturverhalten liegt in der Kooperation und zwar im gegenseitigen Austausch mit einem ihm nahestehenden Lebewesen. Das Pferd verfolgt dabei unbewusst nur ein einziges Ziel – durch das System der Natur seinen Körper so gut wie möglich zu entwickeln. Nur so kann es seinen eigentlichen biologischen Auftrag erfüllen und sein Erbgut weitergeben. Und genau darin entsteht für uns Menschen eine unschätzbare Chance – genau in dem Moment wo das Pferd seine wirtschaftliche Wichtigkeit für uns verloren hat, können wir uns wieder zusammentun. Indem für den Pferdekörper eine Entwicklung nach den Anlagen des Pferdes entsteht, kann das Erste Mal in der Geschichte der Pferd-Mensch Beziehung das Pferd von UNS profitieren.

Indem wir den Naturzustand des Pferdes weiterentwickeln und das unvorstellbare Wissen der Natur anwenden, können wir getrost auf sämtliche „Techniken“ verzichten. Wir brauchen nicht mehr diskutieren, in welcher Höhe das Pferd seinen Kopf tragen soll, denn die „Natur“ regelt das. Es ist keine Frage mehr, ob das Pferd taktrein geht, denn die „Natur“ bestimmt den Takt des Pferdes im Rhythmus seiner Entwicklung. Wir müssen das Pferd auch nicht mehr gerade richten, denn die „Natur“ des Pferdes hatte es nie vorgesehen, das Pferd schief laufen zu lassen, wenn alles in seinem Körper wie „vorgeschrieben“ funktionieren kann. Und die „Durchlässigkeit“ des Pferdes wird nun wieder, wie vorgesehen, von der Stellung der Wirbel in seinem Körper bestimmt.

Aber – diese Einstellung zwingt uns dazu, mal grundsätzlich darüber nachzudenken was die „Künstliche Ausbildung“ von einer „natürlichen Entwicklung“ des Pferdekörpers unterscheidet. Welche Konsequenzen können wir daraus ziehen? Warum behandelt man ein Pferd so und nicht anders? Welchen Sensibilität oder welche Kälte setzt sich wo und warum durch?

Ich lehre meine Schülern nichts; Ich versuche nur Bedingungen für sie zu schaffen, in denen sie lernen können.
Albert Einstein

Jede Reitlehre und jeder Reitinhalt hat seine eigene Vorstellung darüber, welchen Vorteil es dem Menschen zuspielt. Die eine Reitlehre fächert den Widerrist auf, um den Rücken zu wölben, die andere richtet ihn zurück um die Schulter zu entlasten. Die eine sucht die Durchlässigkeit des Pferdes in der Wirbelstellung, die andere in einer Art mechanischen Gehorsams. Die meisten Reitinhalte entzünden aber quasi einen Waldbrand im Pferd, der erst wieder aufwendig gelöscht werden muss, und trotzdem seine verbrannten Spuren hinterlässt. Das BewegungsLernen versucht, den Wald in seiner natürlichen Schönheit wachsen zu lassen, damit ihm ein entzündetes Streichholz nichts antun kann.

Was tun?
Je mehr Mätzchen und Ablenkungen eine Ausbildung oder ein Event mit dem Pferd bereithält- desto unbedeutender wir das Pferd dabei. Im Vergleich der um sich strampelnden, festgehaltenen und verspannten Pferdeleiber gewinnt niemand Respekt vor dem Körper des Pferdes, und umso blasser wird die eigentliche Faszination des Pferdes. Die Aufgabe der Zukunft liegt gerade im Gegenteil: Statt einen immer mehr technisierten und mechanisierten Raum gilt es etwas zu schaffen, das Platz genug lässt für die Sensibilität des Pferdekörpers, für die Schönheit von langsamen, induzierten Bewegungen – die Turnierhalle als „Begegnungsstätte“ die uns die Gemeinsamkeit und die Freude am Pferd und die Freude des Pferdes erfahren lässt. Und sei es nur, um sich selber einmal kurz zu besinnen, was man gemeinhin so mit dem Pferd tut.

Der Reiter braucht heute ein neues Selbstbewusstsein- und das in jeder Richtung. Für die meisten Reiter gibt es bisher ganz klare Unterscheidungen: Entweder sie handeln um das Pferd willens – bis hin zum Verzicht auf das Reiten. Oder sie handeln aus zweckrationalen Überlegungen, also aus menschlichem Eigennutz. Mit beiden Handlungen ist dem Pferd nicht gedient. Wenn wir das Pferd „retten“ weil es uns bekümmert wie mit dem Pferd umgegangen wird, ändert sich für das Pferd genauso wenig als wenn wir es aus Eigennutz gebrauchen. Handeln wir im Namen des Pferdes? Oder geht es dabei auch nur um das Interesse des Menschen? Denn die artgerechte Beschäftigung mit dem Körper des Pferdes findet nicht statt.

Das BewegungsLernen konzentriert sich weitreichend darauf was den Menschen mit dem Pferd verbindet. Statt künstliche Regeln für das Pferd aufzustellen beschäftigt sich das BewegungsLernen lieber damit, eine neue Disziplin für den Menschen aufzustellen. Quasi eine Lehre für den Menschen mit dem Pferd.
Denn in der Entwicklung des Pferdekörpers soll das Pferd in erster Linie uns, unseren Körper verstehen – wir wollen ja, das es mit uns kooperiert, also müssen wir gerade mit unserem Körper klar verständlich sein - es soll uns über sein Becken verstehen, über seine Rippen und vor allem über seine Kopfhaltung. Dabei versteht es uns über unsere Hände und spürt uns über sein Becken. Das einzige was das Pferd dazu braucht ist die unsichtbare Kommunikation mit uns – unseren Körperausdruck. Unser Körperausdruck verschafft uns die ausgezeichnete Möglichkeit uns auszudrücken, ohne das Pferd mit unseren Ansprüchen zu überfahren.

Die Entwicklungsphasen des Pferdes verstehen
Jedes Pferd fühlt, denkt und handelt verschieden – genauso wie jeder Mensch. Auch jeder Mensch fühlt, denkt und handelt unterschiedlich. Die Biomotorischen Übungen die auf der unschätzbaren Unterstützung der Primitivreflexe, der Fohlenspiele, der Sensopathie und alles überstrahlend auf der Eigenwahrnehmung des Pferdes aufgebaut sind, müssen das berücksichtigen. So ist das BewegungsLernen darauf abgestellt, das alles was sie zusammen mit ihrer persönlichen Bewegungs- Reit- und Ausbildungsbiografie mit dem Pferd machen, klar für das Pferd verständlich wird.

Die Voraussetzung dafür ist der geteilte Erfahrungsraum mit seiner nächsten Bezugsperson. Mit dieser Art des Zusammenspiels des Lernens bei der die unsichtbare Kommunikation beginnt, fängt das Pferd an instinktiv zu „verstehen“. Die Ausbildung von Bewegungen entsteht bei jedem Pferd in einem hohen Maße erst durch gemeinsamen Austausch, Zuwendung, Zusammenhalt und Zusammenarbeit.

Ist das nicht merkwürdig, fast jeder kennt die Werte von Seitengängen aber kaum jemand weiß, dass das Pferd in seinen unteren Entwicklungsphasen in einem stabilisierten Körpermodus steckt, der erst durch Fohlenspiele in einen dynamischen verwandelt werden kann. Und mutet es nicht sehr, sehr abstrakt an, dass der Mensch dem Pferd begeistert das Maul zuschnürt, und ihm dabei den Atem nimmt den sein Körper zu JEDER körperlichen Betätigung braucht – also natürlich noch viel, viel mehr zusammen mit der Belastung des Menschenkörpers.

Es ist an der Zeit die Forderungen der Natur wieder anzuerkennen. In der Welt der Natur ist ein Training von Gewohnheiten nicht vorgesehen, denn jedes gewohnheitsmäßige Verhalten bringt dem Körper mehr Kosten als Nutzen. Für die „Natur“ sind sowohl die O-Beine eines Fußballspielers wie auch der aufgewölbte Rücken des Pferdes indiskutabel. Das „Training“ der Natur dagegen bedeutet viele, viele Bewegungsanreize und die Vielfalt von Bewegungen.

Der Körper und die Psyche des Pferdes tragen noch immer die Handschrift der Lebensbedingungen wie sie vor über 4000 Jahren für das Pferd geherrscht haben. Die Pferde, die heute in ihrer sicheren Box ihr Leben einer warmen, raubtierfreien Umgebung verdanken, sind mit trotzdem identisch mit den Pferden die vor über 4000 Jahren nur in der körperlichen Nähe des Menschen wirklich sicher waren. Das Problem für den Menschen scheint aber eher zu sein, das es sein natürliches Bewegungsverhalten eben nicht verloren hat.

Der Widerstand des Pferdes – ein Fehler im Plan der Natur?
Es ist eine bemerkenswerte Entdeckung, wenn man feststellt, dass es gar nicht darum geht wie das Pferd zu reiten ist, sondern wie das Pferd sich fühlen muss, damit es für uns als Menschen reitbar wird.

Widerstand, Spannungen und Verspannungen sind kein Fehler im Plan der Natur – damit zeigt uns das Pferd auf beeindruckende Weise wenn wir uns von seinem System der Natur entfernen.
Es wäre am falschen Ende angefangen das Pferd „ruhig“ zu stellen und das Anzeigen von Widerständen abzustellen, sondern vielmehr das abstellen was das Pferd beschäftigt, beschädigt und beeinflusst. Wir können dem Pferd dabei im Vorfeld helfen und es dabei unterstützen dass es erst gar nicht zu einem Widerstand des Körpers kommt.

Erinnern Sie sich an die Geschichte mit dem Waldbrand? Aber - Menschen die Absichten haben, verhalten sich ganz anders als Menschen dies nicht tun. Je Absichtsloser der Mensch mit dem Pferd umgehen kann, desto mehr fühlt sich das Pferd in seinen genetischen Zielen unterstützt. Mit den Übungen des BewegungsLernens können Sie die natürliche Veranlagung des Pferdes fördern, wenn wir uns wieder bewusst machen, dass alles andere antrainiert ist und somit auch nicht zur inneren Verfassung des Pferdes passt.

Im BewegungsLernen ist die Kooperation zwischen Pferd und Mensch das zentrale Naturgesetz - bei dem der Mensch den Naturzustand des Pferdes weiterentwickelt, damit das Pferd endlich auch vom Menschen profitieren kann. So kommt das BewegungsLernen auf neuen Pfaden an die Natur des Pferdes heran.

Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.

In der Entwicklungsausbildung durch das BewegungsLernen erscheint manches, was wir Menschen mit dem Pferd tun oder lassen in einem anderen Licht. Die Forschung über die unterschiedlichen Anforderungen auch der früheren Reitweisen hat viel Neues zutage gefördert, zum Beispiel über die Stellung seiner Wirbel, auf die es als Wirbeltier – vor allem unter Belastung angewiesen ist. Ebenso wie die Entwicklungsphasen des Pferdes, die dem Menschen die Möglichkeit gibt, in den Naturzustand des Pferdes einzusteigen und ihn weiterzuentwickeln. Und nicht zuletzt hat die Beschäftigung mit dem eigenen Körper schon viele Reiter zu manch neuer Einschätzung und Bewertung geführt – aber letztendlich entscheidet trotzdem das Pferd mit seinem Körper über gut und richtig.

Wer die Entwicklungsausbildung und die Mensch-Pferd Beziehung des BewegungsLernens in seine Arbeit mit einfließen lassen und erlernen möchte, hat dazu in den sich aufbauenden 3-tägigen Mensch-Pferd BewegungsLernen-Seminaren die Gelegenheit dazu.

 

 
 
Monika und Roland Pausch


BewegungsLernen Pausch
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