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Die Selbstformung des Pferdes im BewegungsLernen – die Grundlage

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Die Grundlage

Die Grundlage des BewegungsLernens beruht auf dem Prinzip der Selbstformung des Pferdekörpers (Autopoesie – Selbstformung, Selbstorganisation) die den Pferdekörper in ein Kräftegleichgewicht bringen kann, statt einem Stabilisierungsgleichgewicht das sich fixierend auf das Pferd auswirkt.

Damit der Pferdekörper in der die Wirbelkette sein müheloses Gleichgewicht der Fohlenzeit erhalten kann, zeigt die  Bewegungsentwicklung, unterstützt durch die Eigenwahrnehmung des Pferdes, wieder den Weg dahin. Das BewegungsLernen bedient sich dazu der sogenannten  biomotorischen Übungen und der Sensopathie. Die verschiedensten Vorgänge und Prozesse werden im Körper angestoßen und unterstützen die eigenen ursprünglichen Wirkmechanismen im Körper.

Neue Erkenntnisse zur Wichtigkeit der Biomotorik erweitern die Vorstellung von Bewegung und verleihen der Biomechanik im Pferdekörper eine völlig neue Bedeutung.

Wichtige Faktoren zur Selbstformung (Autopoesie) des Pferdekörpers:

  • Die Eigenwahrnehmung (Biomotorik) des Pferdes
  • Die Bewegungsentwicklung
  • Der Bewegungsaufbau
  • Primitivreflexe
  • Die Krümmungen der Wirbelkette
  • Die Leitlinien des Körpers
  • Der Mensch mit seinem Körper
  • Bewegungsanreize
  • Bewegungsvielfalt
  • Sensopathie

Die Selbstformung des Pferdes (Autopoesie)
Die Grundlage des BewegungsLernens ist die Selbstformung des Pferdes. Wir gehen davon aus, dass das Pferd seine individuellen Bewegungsmuster bei der Geburt erhält, die sich schon im Mutterleib gebildet haben. Diese myofaszialen Leitlinien beherrschen den Körper, und  bestimmen die Bewegungen die das Skelett braucht, um ohne Abrieb zu funktionieren. Außerdem formen Sie das äußere Bild des Pferdes – während seinen Entwicklungsphasen kommt dabei der Körper aus seiner Fötalen Flexion, über die Entwicklung in der Extension, in ein Gleichgewicht seiner Krümmungen (Aufrichtung).

Zum Bild: Die Primär- und Sekundärkrümmungen lassen sie über die gesamte Rückenlinie des Körpers hinweg verfolgen. Die Wirbelkette stellt eine funktionelle Verbindung über die Primär- und Sekundärkrümmungen hinweg her – sie ist entscheidend für ein müheloses Gleichgewicht in den Krümmungen, statt auf einzelne Muskeln oder Verbindungsketten zu wirken Man sieht den Unterschied beim Menschen zum Pferd – beim Menschen in seiner aufrechten Form werden die Beine in die Primär- und Sekundärkrümmungen miteinbezogen.

Jede Abweichung aus diesen Leitlinien heraus verändert den Körper negativ, weil er sich in seiner ureigenen Ausprägung nicht weiterentwickeln kann. Dazu braucht er unendlich viele Bewegungsanreize und eine sehr unterschiedliche Bewegungsvielfalt, um sich durch die eigens auf ihn zugeschnittene fötale Anleitung gleichmäßig weiter entwickeln und festigen zu können. Und er braucht freie Wirbel damit die Krümmungen des Körpers ein müheloses Gleichgewicht in den Wirbeln erschaffen können– das nennt man selbst formend und selbst organisierend (Autopoesie – Selbstformung).

Biomotorik

Sich den Pferdekörper so anzuschauen, wie ihn schon jeder gesehen hat und trotzdem etwas zu sehen, was noch keiner gesehen hat, das beschreibt das Wesen der Biomotorik.

Die Selbstformung des Körpers kann nur entstehen wenn seine körperliche Eigenwahrnehmung – die Biomotorik ausreichend vorhanden ist. Nur durch die körperliche Eigenwahrnehmung kann die Biomechanik  -die Mechanik des Körpers – den Körper in die eigene unverwechselbare, einzigartige Richtung, in die Ausprägung seiner Leitlinien formen.

Die Bewegungsentwicklung beruht auf der Idee der Leitlinien im Körper, die jedes Lebewesen in seinem Körper hat. Es geht um eine Bewahrung der natürlichen Leitlinien des Körpers bzw. in eine Rückführung, damit das Pferd wieder in seinen natürlichen Entwicklungsprozess einsteigen kann.

Bewegungsentwicklung
Die Bewegungsentwicklung des Körpers ist „selbst formend“ (autopoetisch)das heißt, es gilt möglichst jede Abweichung zu vermeiden. In einer bewegungsreichen und bewegungsvielfältigen „natürlichen“ Lebensform kann das durch das immer wiederkehrende Auslösen der Primitivreflexe erreicht werden.

Zum Bild: Im Verlauf der Entwicklung kommt Mensch und Pferd aus der fetalen Flexion in die gegenläufige Richtung der Extension um den Körper in ein müheloses Gleichgewicht seiner Krümmungen und damit zur Aufrichtung zu bringen. Im Laufe des Reifeprozesses verkürzt sich die Bauchlinie immer wieder zu einer Flexion des Körpers, die man mit den biomotorischen Übungen wieder zu einem mühelosen Kräfteausgleich in den Wirbeln bringen kann.

Deshalb steht bei der Bewegungsentwicklung die körperliche Eigenwahrnehmung (Biomotorik)des Pferdes  im Vordergrund. In der üblichen „normalen“ Zusammenarbeit mit dem Pferd wird das Pferd immer wieder aus seiner Wahrnehmung heraus geholt. Das Pferd gewöhnt sich daran (die Gewöhnung und Gewohnheiten sind die größten Killer der Eigenwahrnehmung) und akzeptiert diesen Zustand. Interessant dabei: auch wenn der Körper es könnte, er versucht es erst gar nicht, den Zustand selbst zu verändern ( das bezeichnet man als erlernte Hilflosigkeit). Er braucht die Unterstützung anderer Lebewesen (Interaktion) oder eine Veränderung seiner Umwelt (Anpassung an veränderte Umstände – Evolution)

Bewegungsentwicklung heißt aber auch,  während der Reifung des Körpers in allen fortlaufenden Entwicklungsphasen das mühelose Gleichgewicht zwischen den Krümmungen der Wirbelkette zu erhalten, die das Pferd in den ersten Lebensjahren zeigt. Das heißt, Jede Störung, jede Gewohnheit, Beeinflussung und Manipulation verändert die natürlichen Leitlinien des Körpers, so dass sie von den gesund erhaltenden Leitlinien abweichen.

Ist eine der Krümmungen nicht in ihrer ursprünglichen Anlage, bedeutet das eine zusätzliche Belastung anderer Sekundärkrümmungen, was so weit gehen kann, das das Pferd die oberen Gelenke – das heißt das Schultergelenk und die Hüftgelenke nicht mehr nutzen kann. Diese Störung und Beeinflussung des Körpers behindert und verändert die Stoßdämpferfunktion der großen Gelenke. Das bedeutet, alle Knochen und Wirbel sind enormen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen dann das gesamte Gewicht des Körpers aushalten(vor allem die Knochen der unteren Extremitäten)

Primitivreflexe
Über die Primitivreflexe können wir den Körper immer wieder in körperliche Entwicklungsphase der Extension – der  Ausgangssituation des Körpers –zurückbringen, in der die ursprünglichen Leitlinien wieder  angesprochen werden können.

Jede Beeinflussung von außen, ohne Biomotorik stört den Körper in seiner Selbstformung. Unsichtbare Prozesse im Körper entstehen um Schadensbegrenzung zu betreiben. Um einer Schädigung entgegen wirken zu können,  werden die Gelenke, die falsch oder überbelastet sind vom Körper quasi in Watte gepackt – Ausweichmuskulaturen entstehen.
Trotzdem können wir den Körper immer wieder, in jedem Alter, in die selbst formenden Leitlinien des Körpers zurück bringen.
Die Primitivreflexe – Eigenreflexe des Körpers, die den Körper nach der Geburt „auf den Weg bringen“ helfen uns dabei, den Pferdekörper wieder in sein ursprüngliches Kräftegleichgewicht zu bringen.
Das BewegungsLernen zeigt dem Körper den Weg zurück – zurück zu seiner ureigenen Ausprägung – die er sofort in das tägliche Leben übernehmen kann. Die entstehende Freude über die Bestätigung des eigenen Körpers ist eine tief verwurzelte Reaktion eines Säugetieres. Ohne das wäre das Turbo-Lernen der ersten Jahre nicht möglich und die Lernprozesse des Körpers könnten nicht stattfinden.

Krümmungen der Wirbelkette
Die allgemeingültigste Aussage, die man über einen Körper machen kann – und das egal ob es das Pferd oder den Mensch betrifft – ist, das Belastungen, Spannungen, Verspannungen, Störungen, Bewegungseinschränkungen und alle übrigen Bewegungen durch die Wirbelkette weitergeleitet werden.
Die Wirbelkette ist eine Informationsquelle, die dem Körper Haltung und Bewegung vermittelt, auch indem sie entweder die Bewegung nach vorne (Flexion) festhält(stabilisiert) oder, in der Bewegung nach hinten(Extension) begrenzt. Während sowohl die Flexion wie auch die Extension für die Bewegungsentwicklung des Körpers wichtig ist, ist eine länger anhaltende Flexion über längere Zeit eingenommen genauso schädlich für den Körper wie eine Extension – aus einer falschen Haltung kann eine Hyperflexion genauso schnell entstehen wie eine Hyperextension.

Eine Sonderstellung nimmt beim Pferd die Haltung des Grasens ein, in der Wirkmechanismen der Stabilisierung im Körper ablaufen. Man beachte dabei, wie lange das Fohlen braucht um diese Haltung zu erlernen. Wird allerdings diese Stabilisierungsform des Körpers nur noch eingenommen, ohne ein Gleichgewicht in den Krümmungen herzustellen, kommt es zu einer Verkürzung der Muskeln und ebenfalls zu einer Hyperflexion des Pferdekörpers der zunehmend zu einer Stabilisierung aller bewegungsrelevanten Mechanismen führt (Stabilisierungsgleichgewicht)

Die Leitlinien des Körpers
Eine zeitgemäße Ausbildung und Vorbereitung des Pferdes auf das Reiten kann nur innerhalb seiner körperlichen Leitlinien erfolgen. Alles andere führt zu einer Abweichung der Leitlinien und somit zu einer Störung des Körpers. Störungen der Leitlinien, oder Behinderungen an der Entwicklung des Körpers führen ebenfalls zur Stabilisierung des Körpers. Dasselbe können wir auch in der Natur beim Pferd beobachten, wenn das Pferd zu wenig Bewegungsanreize bekommt.

Das BewegungsLernen beinhaltet die  Grundgedanken der Myofaszialen Leitlinien, es übernimmt damit das Verständnis der Anatomischen Zuglinien( Anatomy Trains) von Thomas W. Myers.

Der Mensch
Um in der engen Zusammenarbeit mit dem Pferd, das Pferd in eine Selbstformung (Autopoetische Zusammenarbeit) seines Körpers zu bringen, kommt dem Menschen ein ganz besondere Aufgabe zu, da jede Abweichung und Störung der Leitlinien des Pferdekörpers vermieden werden muss.

Lesen Sie bitte weiter unter: Sie und die Bewegungsentwicklung

Auch der Mensch braucht dazu die Stoßdämpferwirkung seiner großen Gelenke. Vor allem auf dem Pferd ohne Stabilität des Bodens muss der Reiterkörper sich aber ausbalancieren. Werden die Schultern festgehalten, muss die Bewegung auf das Becken übertragen werden – kann da aber auch keine Bewegung stattfinden –  ist der Reiter bewegungslos.

Die Belastung des Menschen lastet auf dem  unvorbereiteten Pferdekörper, und bleibt nicht nur auf das Gebiet beschränkt, das belastet wird. Als Beispiel bleibt eine Einwirkung im Pferdemaul nicht nur auf das Maul beschränkt, sondern hat Auswirkungen im ganzen Pferdekörper – alles überträgt sich auf das ganze System des Körpers.  Genau wie auch eine Einseitigkeit des Pferdes Auswirkungen im ganzen Pferdekörper hat. Die Spannungskräfte übertragen sich. Das Pferd wird in seinen Leitlinien gestört und verändert sich in einem oft nicht sichtbaren Prozess – bis Ausweichmuskulaturen und pathologische Veränderungen im Pferdekörper entstehen.

Durch Störung und Beeinflussung weicht der Körper von seinen Leitlinien ab, es werden die Stoßdämpferfunktion der großen Gelenke behindert und verändert. Das heißt, die Knochen und Wirbel sind enormen Belastungen ausgesetzt. Sie müssen dann das Gewicht des Körpers tragen (vor allem die Knochen der unteren Extremitäten.

Die Bewegungsentwicklung und der Bewegungsaufbau sind erst abgeschlossen, wenn der Körper des Pferdes eigenständig funktionieren kann und in sich federt. Nur dann ist gewährleistet das das Pferd die Bewegungen auch in seinen Alltag übernehmen kann.

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