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Die Konsequenz des Menschen

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Machen wir unsere Pferde bewusst händelbarer, indem wir Ihnen die Wahrnehmung ihres eigenen Körpers nehmen. Das wird eine Frage sein, die wir uns in Zukunft immer deutlicher stellen müssen.

Der Pferdebesitzer hat eine große Chance, trägt aber auch zugleich eine riesige Verantwortung.

Die Ausbildung des Pferdes ist meist festgelegt auf bestimmte Bewegungsformen (Reitweisen, Methoden, Techniken) auf bestimmte Orte, (z.B. Reithallen) auf Regeln die diese Ausbildungsformen vorgeben und bestimmen, und evtl. auf den Wettkampf oder das Ziel, auf den hin der Körper ausgebildet wird. Zusätzlich zu den meist „künstlichen“ Bewegungen wird den Pferden meist ein einheitliches Ausbildungsprogramm vorgegeben, das  in der Praxis an den individuellen Fähigkeiten des Pferdes vorbeigeht. Motorische Begabungen werden nach diesem Ansatz als weitgehend vererbt angesehen. Kaum beachtet wird allerdings, dass die körperliche Bewegungsentwicklung nicht das Ergebnis eines schubweise verlaufenden Reifeprozesses ist, sondern vor allem vom Menschen beeinflusst wird.

In der Welt des Menschen ist dieses Bild selbstverständlich geworden, aber ist es das für das Pferd auch? Pferde müssen möglichst viele Gelegenheiten haben, vielseitige Körper-, Bewegungs-und Sinneserfahrungen zu machen. Sie müssen als aktives Wesen gesehen werden, das sich in der Beziehung zu seinem Reiter weiterentwickelt und dabei die Reiterei gleichzeitig auch in hohem Maße mitgestaltet.

Deshalb sollten Bewegungsangebote nicht nur auf Bereiche ausgerichtet werden, in denen der Mensch was davon hat. Fohlen bewegen sich immer zum eigenen „Vergnügen“. Mit einem unerschöpflichen Bewegungsdrang scheint es für sie nichts Schöneres und Befriedigerendes zu geben als seine Welt durch Bewegung zu erschließen, und in einem für uns vielleicht einfachen, zweckfreien Spiel über die Lebensfreude hinaus einen Anreiz zur Entwicklung ihres Körpers zu bekommen. Durch diese Bewegung lernen  ihre eigenen körperlichen Fähigkeiten, aber auch ihre Grenzen kennen. Sie nehmen ihre Umwelt sinnlich wahr und können die Anreize besser „begreifen“ und mit ihnen umgehen und sich daran gesund weiterentwickeln. Die Spiele des Fohlens sind gekennzeichnet durch Freiwilligkeit und Zweckfreiheit. Sie haben ihren Zweck in sich selbst und sind immer auch ein Erproben der eigenen Kräfte und Geschicklichkeit. Das Fohlen erlebt Erfolg und Misserfolg seines Körpers und lernt aus beidem – vielleicht aus den Fehlern seines Körpers sogar noch ein bisschen mehr.

Es erwirbt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, erprobt seine Leistungsfähigkeit und seine Grenzen. Das Pferd spürt die Belastbarkeit des Körpers und die Fähigkeit des Organismus, sich zu erholen

Das heutige Leben hindert das Pferd oft an den lebenswichtigen eigenen Erfahrungen – so ist Bewegungsmangel aber in erster Linie die mangelnde selbstständige Bewegungsentwicklung zu einer Zivilisationskrankheit für Pferde geworden, die beim erwachsenen Pferd ernsthafte Folgen für die körperliche, aber auch für die emotionale Weiterentwicklung nach sich zieht. Die Biomotorische Bewegung ist Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden des Pferdes – ist aber auch zugleich die Basis für weitere körperliche Bewegungserfahrungen.

Die zunehmende Differenziertheit des Körpers beruht auf  der Basis von vielfältigen Bewegungsanreizen, die von den Sinnesorganen ausgehen, und der Fähigkeit Sinnesreize zu differenzieren.  Durch ein immer wieder Herausfordern des Gleichgewichtsinnes und körperlicher Aktivität in der tiefen Bewegung werden Reize im Körper geschaffen, die die Verknüpfungen der Nervenzellen – die Bildung der sogenannten Synapsen – unterstützen. Die Verbindungen zwischen den Nervenzellen werden komplexer, je mehr Reize durch die Sinnesorgane zum Gehirn gelangen. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Körpergehirnes sind groß, es muss jedoch durch möglichst viele Sinnestätigkeiten angeregt werden.

Auffallend viele Pferde weisen Defizite in der eigenen motorischen Entwicklung hinsichtlich ihrer Koordinationsfähigkeit auf. Genauso haben wir in zunehmenden Maße Aufrichtungsschäden festgestellt. Mit steigendem Alter nehmen auch die Folgen problematischer Bewegung zu. Im Zusammenhang mit Bewegungsbeeinträchtigungen, Wahrnehmungsstörungen und Koordinationsschwächen und die mangelnde Verarbeitungsmöglichkeit der auf das Pferd einströmenden Reize, leiden viele Pferde unter  Verhaltensstörungen, Ängsten, Aggressivität oder Depressionen.

Körperliche Fähigkeiten aufbauen

Deshalb ist es heute besonders wichtig, dass sich Pferdebesitzer und Reiter dieser Einschränkung bewusst werden, die infolge der alltäglichen Lebenswelt die körperliche und motorische Entwicklung der Pferde beeinflussen, denn diese Einflüsse wirken sich natürlich auch auf das Wohlbefinden des Pferdes aus. Die Berücksichtigung der Körperlichkeit eines Pferdes sollte mit gutem Grund zu den wesentlichen Prinzipien der Pferdeausbildung gehören.

Wir tragen zwar mit der Haltung eines Pferdes unter den bestimmten, unterschiedlichen Voraussetzungen eine große Verantwortung, bekommen aber auch eine besondere Chance. Wir können und müssen die in der Natur und in unserer Obhut verloren gegangenen Bewegungsräume kompensieren und durch pferdegerechte vielseitige Bewegungsangebote einen Ausgleich für die Bewegungseinschränkungen schaffen bei dem das Pferd möglichst täglich Gelegenheit bekommt seinen Körper zu erfahren, ihn zu erproben und mit dem Menschen zusammen ihn weiter zu entwickeln.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich das BewegungsLernen deshalb mit einem in der Reiterwelt ungewohnten Ansatz – das Pferd bekommt seine Bewegungen zurück. Nur ein – wenn auch gezieltes -Abrufen gespeicherter Bewegungsinhalte reicht uns schon lange nicht mehr – denn ein Nutzen für die eigenen Lernprozesse des Pferdes ist damit nicht gegeben. Negative reiterliche Situationen, Gesundheitliche Probleme und Bewegungseinschränkungen, aber auch sogenannte Modekrankheiten sind dabei deutliche Indikatoren für eine mangelhafte Bewegungsentwicklung und eine einseitig ausgerichtete Biomotorik.

Die Möglichkeiten des Menschen:

Informieren Sie sich weiter unter: Das Reiterrückenseminar

2-Tages „Körperseminar“

3-Tage Biomotorisches Training

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