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Der Mensch im Reiter

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→ Bewegliches Denken
→ Das „bewegliche Denken“ verstehen

→  weitere Artikel über den Menschen (Linkliste)

 

 

Bewegliches Denken

Anders als das Pferd – das Pferd nimmt dankbar jede Hilfestellung in Richtung Beweglichkeit an –  muss der Mensch erst wieder lernen beweglich zu denken (Bewegungslernen)

Wenn die Sinnesreize einer beweglichen Bewegung nicht mehr über das Gleichgewichtsorgan genährt werden, wie das in der heutigen Bewegungsarmut der Fall ist, schlafen diese Sinne ein.

Das ist auch der Grund warum gymnastische Übungen oder Haltungsübungen im Grunde nur Muskelertüchtigungen sind. An der Beweglichkeit gehen die Informationen, die ein ineinandergreifen von Muskelketten brauchen vorbei, da er ja „unbeweglich“ denkt, und Übungen oft mit bestimmten Muskelgruppen isoliert und nur bewusst ausführt.
Die „Beweglichkeit“, das ineinander greifen von Muskeln, Sehnen, Nervenbahnen, die Informationskette von Gehirn Rückenmark zu den Exträmitäten  geht auf kosten von „Bewegung“ verloren.

Als Beispiel: die Haltungsübungen einer Sitzschulung nimmt der Kopf bewusst wahr. Der Körper strengt sich 5 Min bewusst über den Kopf an und führt die Übung aus. Dann kommen andere Reize, der Kopf ist abgelenkt und sackt in seine ursprüngliche Stellung und stabilisierte „Haltung“ zurück.

Erst „Umbauarbeiten“ im Gehirn bewirken, das der Mensch seine körperlichen Eindrücke immer effizienter verarbeiten lernt.

Deshalb trainiert das BewegungsLernen Wahrnehmungsaufgaben – übrigens auch beim Pferd –  um differenzierte Bewegungen zu unterscheiden, je vielfältiger die neuen Eindrücke dabei sind, um so besser.

Naturgemäß lässt die Leistung von Rezeptoren und Sinnesnerven mit den Jahren nach. Deshalb fällt Bewegung im zunehmenden Alter immer schwerer. Die gute Nachricht ist aber: durch „bewegliches Denken“ kann man die Fähigkeiten des Körpers nicht nur stark verbessern sondern auch das altersbedingte Nachlassen der körperlichen Sinnesleistungen verzögern. Denn bei entsprechenden Übungen organisieren sich jene Regionen im Hirn neu.

 

Denn was sich beständig weiterentwickelt ist die Schaltzentrale Gehirn, die aus Wahrnehmung Bewegung werden lässt.

 

Das „Bewegliche Denken“ verstehen

Um die Wirkungsweise des „Beweglichen Denkens“ am besten zu verstehen, gibt  es eine einfache Übung.

 Stellen sie sich auf ein Bein, und strecken sie die Arme seitlich aus.

Als Test können Sie sich mit geschlossenen Augen auf ein Bein stellen und strecken die Arme aus, je mehr sie wackeln oder gar umfallen, desto schlechter ist Ihr Gleichgewichtssinn.

 Was passiert im Körper?

Mit dem Einbeinstand sucht der Körper automatisch sein Gleichgewicht – Dabei richtet sich der Kopf auf, die Wirbelkette wird entlastet, der Körper streckt sich.

 Jeder Muskel, jedes Gelenk, jeder Wirbel wird in Sekundenschnelle auf den Platz „geschickt“ auf dem er seine Aufgabe am besten erfüllen kann. Das geschieht unbewusst. Sobald wir versuchen, uns bewusst auszugleichen, versteifen wir uns irgendwo im Körper – einzelne Muskeln müssen ausgleichen und schließlich ist man aus der Balance.

Sie bleiben weiter auf einem Bein stehen, strecken den Fuss zur Standwaage aus, winkeln den Fuß wieder an, und winkeln ihn danach seitlich an. Sie merken, dass der Bauch zum Körpermitte wird.

Jetzt ist ihr Gleichgewichtssinn richtig gefordert.

Das Gleichgewichtssystem hat Einfluss auf alle Skelettmuskeln des Körpers. Wenn sie z.B. nach rechts fallen, werden sie zusätzlich zur Aktivierung der Streckmuskeln im rechten Bein den rechten Arm hochreißen, um ein Gegengewicht zu schaffen und um ihr Gleichgewicht wieder herzustellen. Die Sensoren und Rezeptoren des ganzen Körpers schicken ihre Fühler aus um die Lage zu orten, und an den Gleichgewichtorgan im Innenohr weiter zu geben. Das Gleichgewichtsorgan ist über einen Hirnnerv eng mit dem Gleichgewichtszentrum im Kleinhirn verbunden. Augen, Haut, Muskulatur, Nerven, das Gehör und viele weitere Organe und Sinne tragen überdies zum Gleichgewichtssinn bei. Vom Gehirn kommen über das Nervensystem die Aufgaben an den Körper.

Was passiert weiter im Körper?

Das Gleichgewichtsorgan wird schwächer, wenn es nicht trainiert wird. Dann wird es immer schwerer, seinen Körper auszubalancieren. Durch unseren Bewegungsmangel geben wir diesem Organ keine Reize mehr in Aktion zu treten. Viel Sitzen, gleichförmige, oder sogar gebückte „Haltungen“ – der eingezogene, durch die Nackenmuskeln festgehaltene Kopf, natürlich auch das Alter lassen uns wie eine Gliederpuppe durch das Leben gehen. Wir entwickeln Ausweichmuskulatur, wir stabilisieren uns – und unsere Gleichgewichtsfähigkeit wird schwächer und schwächer.

Am allermeisten leidet die Wirbelkette darunter (denken sie an den biegsamen Baum im Wind) aber auch die Gelenke und Sehnen und Bänder bekommen keinen Anreize mehr (Propriozeption) Sie verfestigen sich immer mehr.

 Und jetzt schreitet das BewegungsLernen ein:

Das BewegungsLernen richtet den Menschen auf – damit erwacht der Gleichgewichtssinn. Mit Anreizen an alle am Gleichgewicht beteiligten Rezeptoren, wecken wir die verstaubten Sinne aus ihrem Dornröschenschlaf.

 Man ist sich dessen nicht bewusst, aber Gleichgewichtsbeherrschung und Beweglichkeit sind genau so wichtig, wie eine gute Muskulatur. Und – die „richtige“ Muskulatur kann nur entstehen, wenn der Körper sie selber „anfordert“. Deshalb trägt die gesteigerte Gleichgewichtsfähigkeit im BewegungsLernen so gut wie nichts anderes dazu bei, das die richtigen Muskeln gekräftigt werden, sie über die „richtige“ Zugspannung zu straffen und dabei ihre Reaktionsfähigkeit zu verbessern.

 Nun tritt folgender Effekt ein. Die Zugspannung der Muskeln die bei falscher Ausrichtung des Körpers gegen uns arbeiten, und die wir als Erzeuger von Verspannungen kennen ( Triggerpunkte) arbeiten nun plötzlich „für uns“ Mit der richtigen Ausrichtung straffen sie sich richtig, stoßen andere Muskeln richtig an und bringen damit Wirbel und Gelenke in eine „reibungsfreie“ Position.

So könnte man auch behaupten, je länger der Reiter auf einem Bein stehen kann, desto besser ist er.

Wenn man sich nach vorne lehnt, und beginnt zu fallen, bewegt ein anderer Reflex das Bein, das am wenigsten belastet ist, um den Fall abzufangen – so beginnt zum Beispiel ein Schritt.

Auf einer höheren Ebene der Balance und der Koordination sorgen dann die Schaltkreise im Rückenmark dafür, die Arm- und Beinbewegungen besser zu bewegen. So kann man neue Schrittfolgen lernen, etwa Foxtrott oder Walzer, denn die Feinabstimmung der Bewegungen wird immer besser.

 

Auch Laufsport ist super geeignet, um die vielfältigen Messfühler auch an unseren Füßen weiter zu beschäftigen. Denn das Bewegungszentrum in unserem Gehirn, ist  auf Informationen aus allen Körperteilen angewiesen. Die Verknüpfung von Gehirn bis hin bis zu den Zehen muss wieder wie eine Autobahn laufen ohne einer Unterbrechung, dann klappt es auch mit dem Laufen auf gesunde und langlebige Art und Weise.
Deshalb sind auch gedämpfte, gepolsterte Schuhe, nicht geeignet dafür, da sie den Füssen die Anreize des Bodens wegnehmen, sie unterbrechen die Leitung zum Gehirn und täuschen. Ideal für das Training des Gleichgewichtes sind Barfußschuhe oder gar barfuss laufen, nach kleinen Einweisungen, die es leichter machen und die Auswirkungen werden noch gesünder und effektiver für den Körper. Unsere Empfehlung für den Bezug von Barfußschuhen finden Sie unter diesem Link.

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Deutschland: Monika und Roland Pausch • Schlossstrasse 9 • D- 74889 Sinsheim/Ehrstädt • Tel.: 0049 7266 911 740 • Mobil: 0049 151 619 58 339 • Mail: info@bbewegungsausbildung.de
Österreich: Firmenanschrift: Pausch & Buhl Körperlogik Gnbr • Monika und Roland Pausch • Radau 47 • A- 5356 St. Wolfgang im Salzkammergut • Tel.: 0049 151 619 58 339 • Mail: r.pausch@gmx.at • ATU68157200

 

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