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Wie sitzt ein Reiter ohne zu belasten?

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……der? – Der Reitersitz im Gleichgewicht ist angelehnt an den Gleichgewichtssitz aus den Zeiten des Rassembler
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Das ist der Körperlogische Sitz – mit der Federkraft des Pferdes im Gleichklang sein – das Becken hilft uns dabei

Der Reitersitz im Gleichgewicht

….hat keine andere Aufgabe, als das das Pferd unsere Bewegungen verstehen lernen kann. Wir müssen unseren Körper also so erziehen, ganz oft auch umerziehen, damit dieser Reitersitz, den das Pferd versteht, uns zur zweiten Natur wird.

Mit dem Körperlogischen Sitz kann sich das Gefühl des Reiterkörpers nach und nach zu jener Feinheit entwickeln, welche dem Reiter in allen Stadien der Arbeit das richtige Abwägen seiner Einwirkungen ermöglicht.

Der Mensch sollte sich dabei bewegen wie ein Baum im Wind: je biegsamer und geschmeidiger, desto stabiler. Wird er steif und starr, können seine Muskeln nicht mehr flexibel reagieren und sich dem Pferd nicht mehr anpassen.

Die Beine helfen dem Reiter nur bedingt zum Ausgleichen. Denn der Reiter sitzt mit seinem Becken auf dem Pferderücken, und deshalb muss er die Bewegungen und  Unebenheiten des Pferdes mit dem Becken ausgleichen.

Ein Auftrainieren von Muskeln hilft daher überhaupt nicht (wenn doch, dann dadurch, dass man die Muskeln bewegt)denn ein guter Sitz ist nicht das Verdienst von stark ausgeprägten Muskeln.

 

Das ist konträr zur landläufigen Vorstellung, dass wir umso stabiler und sicherer stehen und gehen, je stabiler wir uns machen. „Haltung“ bringt den Menschen weder auf dem Boden noch zu Pferde in das beweglich, dynamische Gleichgewicht, das er als Zweibeiner nur durch ständige leichte Bewegung aufrecht erhalten kann. Auch die gymnastischen Einübungen von Haltungsübungen wie bei einer Gliederpuppe helfen nicht, wenn der Rumpf versteift ist.

Leider ist heute die Versteifung des Rückens beim Menschen kein „Vorrecht“ des Alters mehr. Auch bei Jugendlichen und sogar Kindern sind die entsprechenden Verspannungen durch Fehlhaltungen, Bewegungs- Beweglichkeitsmangel, Verletzungen usw. anzutreffen.

Der schlechte Sitz ist ein Zeichen von Versteifung. Je steifer Becken und Rücken, desto unsicher und grobmotorischer werden Sitzhilfe und die Einwirkung von Hand und Schenkel. Zu sehen ist das unbewegliche Becken des Reiters am „Schieben“ in den Sattel hinein, an der Hüftbewegung links- rechts, und am Leichttraben.(das Leichttraben sollte ausschliesslich schnellen Gangarten, und im Gelände vorbehalten sein)

Und wie beim Pferd wird aus der „falschen“ oder gar der starren Beckenbewegung eine abnormale Belastung der Lendenwirbel und ihrer Bandscheiben.

 

Bewegliches Denken

Die ersten „Schritte“ zum einem Sitz im Gleichgewicht geschehen im Kopf. Aus der Schablonenhaften Sitzkorrektur des Ramener bei der die einzelnen Partien des Körpers korrigiert werden wie bei einer Gliederpuppe, muss der Reiter erstmal umdenken. Aus seinem „Haltungsdenken“ muss ein „bewegliches Denken“ werden.

So muss der Reiter seine Bewegungsmuster oft grundlegend neu nach der Beweglichkeit, die das Pferd zur Unterstützung braucht ausrichten.Während das BewegungsLernen beim Pferd mit der Beweglichkeit arbeitet, arbeitet das BewegungsLernen beim Reiter daran dass er anfängt „beweglicher zu denken“.

Damit ist der Körperlogische Sitz nicht eine „Haltungsform“, oder die Schablone einer Gliederpuppe sondern trainiert die Beweglichkeit des Reiters damit er selber den Körperlogischen Sitz erreichen kann, der an den Gleichgewichtssitz des Rassembler angelehnt ist.  Die Sitzhilfe des Körperlogischen Sitzes ist die natürlichste und effektivste „Hilfe“ für das Pferd, und ergänzt sich perfekt mit dem, im aktiven Tragesystem ausgebildeten Pferd.

Wie die Beckenbewegung das Kriterium für das richtige Bewegungsausführung des Pferdes ist, so ist sie das beim Reiter auch. Das Wiegen in den Iliosakralgelenken das aus der Beckenkippung entsteht ist der Indikator für den Reiter, ob er in die weiche Beckenbewegung des Pferdes geschmeidig mitgehen kann und die Bewegung so in sich aufnehmen kann, dass ein ruhiger, zügelunabhängiger Sitz entsteht.

 

Wo entsteht der Körperlogische Sitz ?

Die einzige naturgemäße und darum wichtigste Reiterhilfe ist die Sitzhilfe.

Das Zentrum, aus der alle Bewegungen der Arme und Beine ausgehen ist die Wirbelkette. Sie steuert und koordiniert die Gliedmaßen. Und je beweglicher und elastischer die Wirbelkette ist, desto feinmotorischer sind die Körperhilfen des Reiters. Von der Wirbelkette aus werden die weiteren Extremitäten in Ihrer Beweglichkeit verbunden und schaffen so Stabilität durch Beweglichkeit.

 

Wie geht der Reiter eigentlich?

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die Fußsetzung ist ein ganz wichtiges Kriterium beim Körperlogischen Sitz

So schaut sich das BewegungsLernen vor den Körperbewusstsseinsübungen an, wie der betreffende Reiter eigentlich geht. Meist stellt sich heraus, das das Becken (die Grundlage des Reiters) auch beim Gehen nicht bewegt wird, oder auch nur einseitig, das die Hüften links und rechts schwingen (beim Pferd nennen wir das den Monroe-Gang) . Für den Reiter ist es immer wieder eine große Hilfe, wenn unerklärliche Widersetzlichkeiten vom Pferd, oder ein Stillstand in der Ausbildung, auf einmal durch die eigenen Bewegungsstörungen erklärt werden können.

  • Denn eine Fehlstellung, eine falsche Fußsetzung oder Ausweichbewegungen von Füßen und Beinen beinhaltet immer auch eine Bewegungsstörung des Reiters, die vom Pferd übernommen wird.
  • Die steife Beckenbewegung beeinflusst die Bewegung im Hüftgelenk, im Kniegelenk, in der Fusssetzung und im Abrollen der Füße.
  • Wobei steife Reitstiefel und feste Schuhe die Beweglichkeit noch weiter einschränken.

Beim Gehen mit schwingenden Hüften, oder einem Passgang dagegen, werden weder die Knie noch die Sprunggelenke noch die Füße bewegt und die Beine werden mehr wie eine Art steifes Pendel eingesetzt, die das Becken hin und her schwingen. Die Beckenbewegung ist gewöhnlich ausgefallen, oder dreht sich ich in eine falsche Richtung, die Drehbewegung findet in den Lendenwirbeln und den Iliosakralgelenken statt, die damit überlastet sind.

Das Becken ist Halterungspunkt aber auch Schwungrad für die Bauch und Beinmuskulatur. Deshalb kommt der Stellung bzw. der Beweglichkeit mit der das Becken in die Bewegung eingehen beim Reiten kann ganz besondere Bedeutung zu.

Oft besteht ein breitbeiniger Gang mit einem Hin- und Herschwanken beim Gehen von einer Seite zur anderen.

Beim diesem Gang sind die Beinmuskeln außen am Becken auf beiden Seiten ständig angespannt, was das Pferd natürlich negativ umsetzt.

Ein steifer Rücken und vornüber gebeugte Haltung bedingen sich oft gegenseitig, was zu Nackenfehlhaltungen und steifer Brustwirbelkette und festgehaltenen Schultern führt. Gerade die Schultern sind festgehalten, über die Arme, Hände und Finger die feinen Impulse des Pferdemaules empfangen können. Diese Impulse sind durch die starren Schulterblätter wie abgeklemmt. Es ist keine feinmotorische Kommunikation und kein Austausch möglich.

 

Wie fühlt sich der Reiter auf dem beweglichen Rücken des Pferdes an?

Der Sitz des Reiters muss so sein, das das Pferd die Bewegungen des Reiters verstehen kann.

Und am bedeutungsvollsten wird das Pferd von der richtigen Bewegung der Beckenpartie des Reiters unterstützt.

Deshalb wird der richtigen Beckenbewegung im Körperlogischen Sitz vom ersten Augenblick an größte Aufmerksamkeit geschenkt. Sie ermöglicht den tiefen und störungsfreien Sitz im Sattel und das ausbalancieren des Gleichgewichtes mit dem Gesäß. Das Becken des Reiters rollt in die Beckenbewegung des Pferdes hinein.

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Das Becken hilft uns die Wirbelkette in Bewegung zu halten

Die „fühlende“ Beckenbewegung kann nur mit einer elastischen Wirbelkette erreicht werden. Die tiefe Muskulatur im Rücken – die Wirbelmuskulatur – spielt eine entscheidende Rolle für de Beweglichkeit des Reiters. Die Tiefe Rückenmuskulatur, verringert die Belastung der Wirbelkörper und der Bandscheiben.

Das nötige „Rüstzeug“ für die Beweglichkeit, die der Körperlogische Sitz erfordert, bekommen sie durch Gleichgewichts-Sitzschulung.

Durch die Aufrichtung der Wirbelkette und Beweglichkeit des Beckens kommt das Körpergewicht auf den nach vorn, innen zugekehrten Teil der Sitzknochen zu ruhen, der fast nur von Haut umspannt und kaum von einem Muskel umgeben ist. Die Sitzfläche wird dadurch breit, das Gesäß offen.

Die Gesäßmuskeln breiten sich entspannt rund um diese aus. Die Basis auf der der Körper ruht, wird breiter, und je größer die Basis eines physikalischen Körpers, um so leichter kann das Gleichgewicht gefunden werden, um so leichter wird auch das Mitgehen in die Bewegung des Pferdes und um so angenehmer wird für das Pferd der Mensch auf seinem Rücken.

In dieser Aufrichtung wird auch das Nachgeben im Lendenbereich, das Stoß-dämpfend wirkt und den ständigen Kontakt zwischen Sitzknochen und Pferderücken ermöglicht, am besten erreicht.

Die Wirkung auf den Pferdekörper wird durch das rollende Becken erzeugt. Die Bewegungen gehen von der Wirbelmuskulatur, also der tiefen Rückenmuskulatur und von der tiefen Bauchmuskulatur aus. Belastungen des linken oder rechten Sitzknochens entstehen unter Beibehaltung der Beckenbewegung und ohne Neigung des Körpers.

Wenn die Beckenbewegung im Sattel weich und rollend ist, ergibt sich die Lage des Beines und des Fußes fast von selbst. Die Beine legen sich vom Hüftgelenk aus natürlich um den Pferdeleib.

Die aufgerichtete Kopfhaltung wird durch kaum merkbare Bewegungen des Oberkörpers erzeugt und wird von der Beweglichkeit der Wirbelkette beeinflusst. In erster Linie sind hier die Halswirbelkette und die Brustwirbelkette verantwortlich.

Auch die Armhaltung ist von der Brustwirbelkette und der Halswirbelkette abhängig. Der angewinkelte Arm kann die volle Beweglichkeit der Schulterblätter in die fühlenden Hände weitergeben.

Sobald der Arm gestreckt ist, sind die Schulterblätter unbeweglich (probieren sie es aus!) Mit dem 90° gewinkelten Arm haben die Schulterblätter volle Beweglichkeit, und diese Beweglichkeit geht die Brustwirbelkette hoch bis in den Nacken und die Genickwirbel.

In der Wirbelkette fängt die Verbesserung des Reitersitzes an. Durch eine festgehaltene Wirbelkette entsteht eine Reihe von fehlerhaften Sitzmöglichkeiten zu Pferd. Und die meisten lassen sich auf eine fehlerhafte, unbewegliche Lage und ein Festhalten der Beckenpartie zurückführen, die die Stellung, Position und Beweglichkeit aller übrigen Körperteile negativ beeinflusst.

 

Der beste Weg um vorwärtszukommen, ist – alle Muskeln loszulassen, die dich zurückhalten.

 von Monika Pausch

 

Monika Pausch • Schlossstrasse 9 • D- 74889 Sinsheim/Ehrstädt • Tel.: 0049 7266 911 740 • Mobil: 0049 151 619 58 339 • Mail: info@bbewegungsausbildung.de

 

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