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Das Seminar „der Biomotorische Reitersitz“

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Für wen ist das Seminar „der Biomotorische Reitersitz“ geeignet?

Für Menschen in allen Alters- und Ausbildungsstufen, die mit ihrem Pferd eine Reitbeziehung aufbauen möchten, das auf einem  gemeinsamen Gleichgewichtaustausch im Schwerpunkt basiert. Für Menschen, die sich von dem stereotypen Einüben von Bewegungsabläufen verabschieden möchten, bei dem sie weder bei sich, noch bei ihrem Pferd, auf der Suche nach dem gemeinsamen Gleichgewichtes, an-und weiterkommen. Es ist für Menschen die ihr Pferd nicht weiter auf der Grundlage des aktuellen Ist-Zustandes – der Biomechanik reiten wollen, sondern denen es ein wirkliches Bedürfnis ist, ihrem Pferd eine Bewegungsvielfalt in Eigenwahrnehmung zu vermitteln, um es damit körperlich und geistig weiterzuentwickeln – weil sie wissen dass nur diese Bewegungen über das Gehirn und die Nervensysteme gehen.

Und es ist für Menschen, die bereit sind, selber an sich was zu verändern und nicht das Pferd in Endlosschleifen an etwas gewöhnen möchten, um auszugleichen, was der Mensch nicht kann. Für Menschen, die ein immer größer werdendes Verständniss dafür entwickeln wollen, das ein Wissen über die „Mechanik“ des Pferdes zum Reiten nicht mehr ausreicht und es deshalb lieber in seine angeborenen, im Körper angelegten Bewegungsverhaltensweisen führen möchten, mit der Überzeugung dass sie so viel schneller, viel leichter und mit viel mehr beiderseitiger Freude an Bewegung, zu den alten Reitlehren, die auf einmal wieder „passen“ hinkommen.

Und für Menschen die den Pferdekörper nicht mit „künstlichen, antrainierten“ Bewegungen überfallen möchten, für die das Pferd dann den Preis mit körperlichen Folgeschäden zahlen muss. Für die es deshalb ein Anliegen ist, die Erkenntnisse der Bewegungsforschung zu nutzen, weil sie wissen, dass Bewegung nicht nur der Fortbewegung dient, sondern bis in die Zellen hinein, alles „mitnimmt“ und sich aus diesem Grund immer mehr über die körperlichen und nicht nur über die reiterlichen Zusammenhänge klar werden möchten.

Zum Seminar:

Es gibt einem zum Denken, dass es dem Menschen einfacher und „logischer“ erscheint, das Pferd in künstliche, antrainierte und anerzogene Bewegungen zu bringen, als selbst zu lernen, mit dem im Pferd angelegten Bewegungsangebot umzugehen, und seine angeborenen Fähigkeiten zu unterstützen, zu stärken und weiterzuentwickeln.

Das Biomotorische Training ist eine Bewegungs-Leitlinie, um die im Pferd angelegten, angeborenen Fähigkeiten des Pferdes zu stärken und dabei alle Belastungen des Pferdes zu vermeiden, die das Pferd in seinem Gleichgewicht und seinen freien Bewegungen stören, beeinflussen oder behindern könnte, und bei der uns das Pferd „sagt“, was es zum Reiten braucht, und nicht wir IHM.

Während es beim Biomotorischen Trainingsseminar noch um den Aufbau von Bewegungen auf Grundlage seiner angeborenen Anlagen, genetisch fixierten Eigenschaften, der Ausprägung der Eigenwahrnehmung, dem Bindungsverhalten und der Persönlichkeit des Pferdes ging, geht es beim „Biomotorischen Reitersitz“ um die gemeinsame Bewegung mit dem Menschen und um den gemeinsamen Bewegungsaustausch vom Rücken des Pferdes aus – und zwar unabhängig von reithandwerklichen Handlungen.  Deshalb ist auch dieses Seminar Reitweisen-unabhängig.

Die biologische Steuerung des Pferdekörpers

Gerade wenn der Mensch das Pferd reitet, gilt es für den Menschen die individuellen Begabungen des Pferdes durch den eigenen Körper zu respektieren, damit sich die im Pferdekörper schlummernden Fähigkeiten frei entfalten können. Das Gleichgewicht von beiden ist dabei sehr anfällig und labil, den  äußeren Einflüssen unterworfen und kann deshalb schnell gestört werden. Aber ob Organe, Psyche, Hormone, Skelett, Sehnen, Muskeln oder Gelenke – es gibt nichts was nicht vom natürlichen Gleichgewicht abhängig ist.

Sobald der Mensch deshalb in das äußerst fragile Gleichgewicht des Pferdes eindringt, ändert sich für das Pferd eine Welt. Es kann jetzt nicht mehr nur nach sich schauen, sondern muss die Last, die für das Pferd nur dann eine Last ist, wenn sie ihn aus seinem Körperkonzept bringt – ausgleichen muss.

Der Geschmack der eigenen Bewegung

Aus dem Grunde bietet das Biomotorische Training  die Möglichkeit, das Pferd nicht durch eine Formung seines Körpers in eine gewünschte Norm zu bringen (was, – wie uns die langjährigen Beobachtungen nicht ohne ein „Opfer“ des Pferdes gelingen kann) sondern vielmehr erlernt der Teilnehmer in diesem Bewegungsseminar, wie er sich mit seinem Körper um das Pferd, unter dem Sattel kümmern muss. Dabei braucht das Pferd genauso einen „Spiel-Raum“ für seinen Körper – damit es sich entfalten kann – wie die Begrenzung seines Raumes, damit es sich auf seinen Körper konzentrieren kann.

Der Teilnehmer erlernt wie er sich auf diese individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Pferdes mit seinem Körper einstellen kann und wie er dann nach und nach, spielerisch – ohne eine permanente Kontrolle auf den Pferdekörper auszuüben, beginnen kann, das Pferd aus seinen aktuellen Ist-Zustand (Biomechanik) heraus wachsen und entfalten lassen kann.

Der Schwerpunkt, der nur mit der Biomotorik, der Eigenwahrnehmung entsteht, ist das Zentrum der körperlichen Schwerkraft, verantwortlich für Gleichgewichtssinn und Motorik. Jede Bewegung erreicht ihre größte Wirksamkeit, wenn sie sich aus diesem Schwerpunkt entwickelt – umgekehrt wird sie blockiert und bleibt stecken, wenn sie aus einer muskulären Anstrengung entstehen muss.

Das Reiten eines Pferdes besteht aus 90% Gleichgewicht, Verbindung und Körperaustausch zum Pferd und nur aus 10% Reithandwerk.

Der Mensch versucht zwar immer so zu reiten, als ob alle Pferde gleich wären – alle die gleichen Bedürfnisse hätten und alle das gleiche leisten könnten. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Für das Wesen des Pferdes gibt es keine allgemeingültigen Regeln – für das Reiten dagegen schon – die sind in allen Jahrhunderten beschrieben worden und die meisten davon sind immer noch gültig.

„Natürlich“ haben die Pferde dabei ganz unterschiedliche Voraussetzungen –  jedes Pferd ist eine neue, eigene „Herausforderung“, die jeder Reiter nur auf seine persönliche Weise und mit den Fähigkeiten SEINES Körpers bewältigen kann. (ein ängstliches, unsicheres Pferd neigt zum Beispiel öfter zu einem Schutzverhalten als ein Pferd, das gerne im Mittelpunkt steht – mit einem stereotypen Reitverhalten würden sie beiden nicht gerecht werden)

Reiten Sie auf dem Pferd oder mit dem Pferd

Aber wir fangen Schritt für Schritt bei ihren körperlichen Grundlagen an. Denn welche Schwierigkeiten der Umgang mit dem vielfältigen Bewegungsangebot des Pferdes dem Menschen bereitet, ist die Erfahrung die wir in unserer Tätigkeit als Bewegungsforscher- und Trainer immer wieder machen müssen. Das traurige Resultat – weil der Mensch verlernt hat, die Bewegungen des Pferdes annehmen zu können – ist die Rettung in technische Kraft- und Machtausübung, die nichts mehr mit Reiten zu tun hat.

Die gemeinsame Suche nach Gleichgewicht

Wie selbstverständlich und einfach der Mensch dagegen mit einem Austausch von Sinneswahrnehmung und den angeborenen Bewegungen, die aus der Gleichgewichtsschulung des Biomotorischen Trainings entstanden sind, reiten kann, zeigt eindrucksvoll dieses Seminar. Sie werden für das Pferd kein Lehrer mehr, sondern ein Freund, zu dem das Pferd Vertrauen hat, und an den es sich gerne anlehnt. Wie dann das Reiten aussieht, dass daraus entstehen kann – das zeigt ebenfalls dieses Seminar.

Es ist wie beim Tanzen: wenn der Reiter sanft die Richtung ändert, nimmt er das Pferd mit

Die Voraussetzung für dieses Seminar ist die Bereitschaft, die Veränderung in sich selbst zu suchen und nicht im Pferd. Denn jeder Mensch hat – bedingt durch seine angelegten Fähigkeiten, eine eigene Art zu reiten – die er suchen und finden muss. Das Entscheidende ist es dabei, sein Gleichgewicht so zu beherrschen, dass man seinen Schwerpunkt in jeder Situation mit dem Pferd in die richtige Lage bringen kann – das ist auch der Unterschied zwischen statisch, separat und über Kraft reiten – was sehr belastend für das Pferd ist.  Nicht das Pferd muss deshalb an sich arbeiten, sondern Sie.

Die Hauptthemen im Seminar zum Erlernen oder zur Weiterentwicklung:

  • Die nötige Feinmotorik der Arme, um die Zügel so zu halten, dass sie das Pferd nicht spürt aber in ständiger Bereitschaft sind, um eventuelle Gleichgewichts“störungen“ des Pferdes auszugleichen – das gibt dem Pferd Sicherheit und Vertrauen zu ihnen.
  • Ihre Genickfreiheit, damit das Pferd sie über die Bewegung ihrer Augen wahrnehmen kann – das gibt dem Pferd Orientierung ohne Belästigung
  • Die erforderliche Fertigkeit und Feinmotorik ihrer Beine um die Atmung des Pferdes nicht zu behindern – das gibt dem Pferd das nötige Vertrauen zu ihrem Körper, um sich „anlehnen“ zu können.
  • Ihre Lendenwirbelfreiheit damit das Pferd sie nicht durch ein festgehaltenes Becken an seinen Bewegungen behindern – das ermöglicht dem Pferd freie Bewegungen ohne Beeinflussung und ihnen ein ganz feines Austarieren ihres Oberkörpers.

Unser Körper beeinflusst das Pferd unbewusst

Die Reitinhalte verändern sich durch die entstehende Biomotorik von Pferd und Reiter nicht, sehr wohl aber die gemeinsame Kommunikation, durch eine veränderte Sprache ihres Körpers. Denn das allermeiste was das Pferd durch seine Sinnesorgane vom Menschen wahrnimmt, wird gar nicht bewusst vom Menschen ausgelöst. Aber nur weil uns diese Signale nicht bewusst sind, heißt es nicht, dass die Sinnesorgane des Pferdes sie nicht aufnehmen. Je besser sie deshalb die Sprache ihres Körpers beherrschen, desto verständlicher werden Reitinhalte auch für das Pferd.

Gleichgewicht, Gleichgewicht, Gleichgewicht und – ein unabhängiger Reitersitz

Und der muss sich bei ihnen entwickeln, verbessern und verfeinern. DAS müssen sie üben – am besten jeden Tag. Das Pferd „versteht“ uns nicht in Einzelsignalen, und Gesten sondern in der vollständigen Gesamtwirkung unseres Körpers im Gleichgewicht. Überhaupt, es ist dem Pferd nicht wichtig ob sie „gut“ reiten können und wie viele Reithandwerklichen Maßnahmen sie beherrschen, dem Pferd ist die Vielfalt der  Körperinformationen wichtig, die beim Pferd von Ihnen ankommen.

Übrigens, ganz wichtig: je geringer die Informationsvielfalt ihres Körpers ist, desto leichter und mehr nimmt der „Widerstand“ des Pferdes zu. Der Reiter der nur sehr begrenzte, eingeengte Möglichkeiten seines Körpers hat, neigt dazu, immer das Gleiche zu tun, und immer gleich zu reagieren, deshalb ist es für das Pferd fatal die Vielfalt des eigenen Reiterkörpers zu minimieren, nur weil man eine Reitmethode ausführen will. Für das Pferd ist das ein potenzieller Gefahrenpunkt, weil es bei ihnen keine Sicherheit in kritischen Situationen empfindet, und sich ihnen nicht „anvertrauen“ kann.

Das Pferd und wir – ein kultiviertes Miteinander?

Wenn wir einen meisterlichen Reiter auf dem Pferd sehen, vergessen wir gerne, wie lange er gelernt hat und dass er genauso wie alle anderen „klein“ angefangen hat und auch erst seine eigene Art finden musste, um so zu reiten. Wenn Sie deshalb in diesem Seminar den „Königsweg“ für den idealen Sitz suchen, müssen wir sie enttäuschen – aber wir unterstützen sie gerne in ihrem Bemühen ihre ureigenen körperlichen Fähigkeiten – ihre „Handschrift“ – zum Reiten zu finden.

Oder diese Fähigkeiten weiter auszubauen! – vielleicht haben Sie sich ja schon eine reithandwerkliche Grundlage geschaffen, und möchten die Biomotorik für sich und das Pferd noch „unterbauen“ und ausbauen. Das geht natürlich auch.

Falsch verbunden?

Der Zügel zum Beispiel, bildet eine Verlängerung des Reiterkörpers. Die Arme können dabei mit ihren Schultern der Aufgabe nachkommen, das Gleichgewicht des Reiters zu wahren. Bevor der Zügel also anfängt das Pferd zu „schulen“ und zu erziehen, und dabei in das Maul des Pferdes eingreift, darf der Reiterkörper nicht mehr „eigenstabil“ sein, sondern muss höchst fügsam die körperlichen Bedürfnisse und Schwierigkeiten des Pferdes wahrnehmen, annehmen und folgen können.

Bewegungen annehmen – reiten ohne mit dem Pferd zu „kämpfen“

Gleichgewichtsverhalten im Schwerpunkt ist keine Anstrengung und braucht schon gar keine Kraftmuskeln vom Reiter(die immer wieder zum Krafteinsatz verführen) sondern erfordert eine instinktive, körpergerechte „Natürlichkeit“. (Diese wertvolle und inhaltsschwere Fertigkeit des Reiters würde viele Diskussionen um Gebisse erübrigen – aber dem Pferd auch viele Macht-ausübe-Gebisse und auch viele Gebisslose Zäumungen ersparen).

Körpersprache oder die Sprache ihres Körpers

Ähnliches gilt für ihre Beine – wenn die nicht erlernt haben, unabhängig(der unabhängige Reitersitz!) vom Becken und Hüfte am Pferdekörper „entlang zu fallen“ belästigen sie das Pferd permanent in seiner Bewegung und vor allem in seiner Atmung. Jede Bewegung ihrer Beine und jede Hilfe, die sie auf diese Weise geben, wird so zu einer technischen Überforderung des Pferdes.

Früher…

Das war übrigens auch der Grund warum das Militär früher ein so großes Interesse daran hatte, dass die höheren Söhne und die Offiziere ein besonders gutes, umfangreiches Gleichgewichtsgefühl erwarben (durch Fechten, Tanzen, Schwimmen…) und über außerordentliche Reaktionsfähigkeiten verfügen mussten, damit sie sich nicht ständig auf das Reiten konzentrieren und das Pferd dabei kontrollieren mussten, sondern die eigentlichen militärischen Aufgaben erfüllen konnten. Dabei richtete sich das Pferd selbstständig auf – das wäre bei einem permanenten Kontrollfreak nicht möglich gewesen (Diese Funktion erfüllt heute das Biomotorische Training).

Was Sie auch interessieren könnte…

Dsd Bewegungsseminar in Erding „der biomotorische Reitersitz“, ist das letzte seiner Art in diesem Jahr. Im neuen Jahr beginnen wir erst wieder im April mit Bewegungsseminaren. Davor gibt es jede Menge Körperseminare für den Menschen, die sehr gut dafür geeignet sind, die körperlichen Grundlagen zum Gleichgewicht zu verfestigen – wir informieren Sie gerne.

Zum Bewegungsseminar in brauchen Sie kein eigenes Pferd mitbringen, weil es kein Reitseminar ist, sondern wir die körperlichen Grundlagen für Gleichgewicht, Verbindung zum Pferd und instinktive Reaktionsfähigkeit erarbeiten.

Weitere Informationen, den vollständigen Seminarinhalt und den Tagesablauf bekommen Sie von uns gerne per email zugeschickt unter info@bbewegungsausbildung.de oder sie übermitteln uns einfach ihre email-Adresse.

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