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Das Gleichgewichtstraining

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ISG HWS Kopie
Über die Elastizität im Pferdekörper entscheidet die Verbindung vom 1. und 2. Halswirbel und dem Lendenbereich. Je elastischer die Wirbelmuskulatur zwischen den einzelnen Wirbeln ist, desto leichter kann sich das Pferd aufrichten.

Die heilsame Bewegung des Pferdes
Natürlich tut Bewegung dem Körper auf unfassbar vielfältige Weise gut: Knochen, Gelenke und Sehnen werden gekräftigt. Muskeln setzen heilsame Signalstoffe frei und die Aktivität des Körpers hält das für den Organismus ungemein wichtige Bindegewebe geschmeidig.

Aber wie sinnvoll ist es dann für den Körper, vor allem dem Pferdekörper, sich nur in passiv bewegten Strukturen zu bewegen?
Der passiv bewegte Körper – dazu gehört auch ein Schlendern, langsames Gehen bei dem der Körper nicht verbunden ist, monotone Bewegungen( Wiederholungen – bei denen der Körper gleichsam abschaltet), erzwungene! Bewegungen, Bewegungen bei denen sich das Bewegungsmuster ungünstig verändert hat (Schonhaltungen – Fehlstellungen) und Bewegungen bei denen der Körper quasi überredet wird( nett oder nicht so nett) – schließen die „heilsame Bewegung“ aus.

All diese Bewegungen füttern den Körper mit unrichtigen Abläufen – machen eben das noch stärker, was eh schon stark ist und schwächen die Strukturen weiter, die nicht im Bewegungsprozess eingegliedert sind.

Um aus einer Bewegung eine heilsame Bewegung zu machen ist Eigenaktivität nötig. Wir vom BewegungsLernen nennen das die Tiefe Bewegung, die im Vergleich zur oberflächlichen, passiven Bewegung den ganzen Körper mitnimmt.
Bodenarbeit, Dominanztraining, Reiten – so sieht vielleicht der Ablauf des jungen Pferdes aus. Wobei das beliebig austauschbar ist: wie z.B. zuerst Reiten, oder nur Reiten und wenn es dabei Probleme gibt, dann Bodenarbeit, vielleicht Handarbeit, viel Longieren – viel einseitige Bewegungen. Warum machen wir das? Wann soll das Pferd dabei seinen Körper kennenlernen?
Damit sie mich nicht falsch verstehen – das alles kann man machen – aber eben erst nachdem das Pferd seinen Körper kennengelernt hat.

Mit jeder Wiederholung einer Bewegung stabilisieren sich bestimmte Nervenleitungen. Was am Anfang noch gut ist, wird sehr schnell zu einer „bleibenden“ Stabilisierung – ein festgehaltenes Bewegungsmuster, aus dem man alleine, auch das Pferd nicht mehr rauskommt. Wenn Pferde unter sich sind, spielen sie meist freier, wilder und fantasievoller. In den „Arbeiten“ mit dem Menschen dagegen werden sie oft entmutigt und trauen sich nichts mehr zu, weil ihr Körper nicht angesprochen wird, sondern die Erfüllung des Menschenwunsches im Vordergrund steht. Sie entfernen sich, ohne es zu wollen von ihrem ureigenen Rhythmus des Körpers und gehen schließlich gegen den Körper.

Mit drei oder vier sind die Pferde schon angeritten! – Warum machen wir das? Denn schon jüngesten Jahren fangen beim Pferd die ersten körperlichen Probleme an, weil es ja seinen Körper nie kennenlernen konnte. Dabei hat es doch noch sein ganzes Leben vor sich. Ein gründliches Fundament seines Körpers das elastisch alle „Störungen“ ausgleichen kann wäre für alle Beteiligten das bessere. Denn geforderte Stellungen setzen den Körper starken mechanischen Kräften aus. Warum machen wir das?

Die individuelle Verteilung der Bewegungskräfte im Körper sollte die Bewegung selber bestimmen. Und Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wollen wir die Energie entlang der Körperbandage, im Kopf durch den Kappzaum? Oder in den festgehaltenen Rippen durch den gebogenen Hals beim Longieren?

Scherkräfte sind nicht „natürlich“. Sie sind Hausgemacht, anerzogen. Die Reiter schreien beim kleinen Zirkel auf, weil man die Scherkraft sieht – ja natürlich sieht man sie, wenn das rechte Hinterbein gefühllos ist. Sie schreien genauso auf, wenn das Pferd endlich mal in Aufrichtung gehen darf und man dadurch den Unterhals sieht, der sich entwickelt hat. Ja, natürlich sieht man ihn – aber daran ist weder die Aufrichtung noch der kleine Zirkel schuld…..Warum ist das so? Weil wir uns daran gewöhnt haben nur die Prozesse die wir sehen, zu bewerten. Die Prozesse, die wir nicht sehen, die für das Pferd aber viel dramatischer sind, sind o.k. Wie gesagt – wir haben uns ja daran gewöhnt.

Mit der Tiefen Bewegung dagegen, belohnt sich der Körper bei jedem Schritt. Diese Bewegung gehört dem Körper selber. Es ist seine Eigenaktivität – hervorgerufen durch das Wiederauslösen der Primitivreflexe und der Aktivierung des Gleichgewichtssinnes. Diese wunderbare Bewegung bringt den Organismus dazu, Schäden selber zu reparieren, und seine Organe in Eigenregie zu bewegen.

Diese Bewegung kann das Pferd in seinen Alltag mit übernehmen. Genau in die 23 Std. die es nicht mit dem Menschen zusammen ist. Mit der Tiefen Bewegung gibt es für das Pferd zahlreiche Gelegenheiten sich zwischendurch zu bewegen. Sogar in der Box kann es statt den unheilbringenden Haltemuskulaturen sein Tragsystem weiter entwickeln.

Denn die Grundlage für jede „Reizverarbeitung“ – ob das das Stehen in der Box oder der Galopp auf der Wiese oder der langsame kadenzierte Trap unter dem Reiter ist, ist die vielfältige Weise der Wahrnehmung seines Körpers. Für das Pferd ist es deshalb von allergrößter Bedeutung über eine gute Körperwahrnehmung zu verfügen – jenseits von Ausbindern, Körperbandagen oder ziehenden Zügeln. Von der Wahrnehmung ist die Aktivierung des Gleichgewichtssinnes abhängig, und davon die Koordination, die Grob- und Feinmotorik. In spielerischer Weise werden im Körper Aufmerksamkeit, Konzentration und Selbstbewusstsein entwickelt und Verhaltensstörungen und Ängstlichkeit reduziert.

Im Gleichgewichtstraining reichen bereits ein paar Minuten pro Tag aus, um im Pferd positive Effekte zu erzielen. Es besteht aus den 4 Bewegungselementen: der Tiefen Bewegung, den Primitivreflexen, dem Gleichgewicht und der Koordination. Und in dieser Reihenfolge vermag das „simpelste“ Koordinationstraining die Bewegungsintelligenz des Körpers zu fördern. Eine Körperarbeit für das Pferd, fast ohne Menschen, die ein Ziel hat: die Elastizität im Körper zu fördern.

Den Gleichgewichtssinn des Pferdes bewusst fördern – lassen Sie Ihr Pferd mit dem Körper denken

Gleichgewicht Ohr Kopie
Die Bewegungen des Pferdes sind abhängig von der Aktivierung des Gleichgewichtsorganes, dass im Innenohr des Pferdes liegt. Dabei muss das Gleichgewichtsorgan möglichst der höchste Punkt des Körpers sein – linkes Bild: mit dem tiefen Hals/Kopf kann das Pferd sein Gleichgewicht nicht aktiveren – Bild Mitte: der Kopf liegt zwar oben, aber die Muskeln sind in der Spannung. Das Pferd findet nicht in die Tiefe Bewegung. Das Gleichtgewichtsorgan kann nicht aktiviert werden. Bild rechts: die Halswirbel und die Brustwirbel werden gequetscht, leider auch da keine Aktiverung des Gleichgewichtsorganes. Bezeichnung: Nr. 1 – Trommelfell Nr. 2 – Bogengänge des Gleichgewichtsorganes Nr. 3 – Gehirn

Bewegung fördert das Gleichgewicht, das ist eine altbekannte Weisheit.  Der Gleichgewichtsinn, der sich beim Pferd in den ersten Lebensmonaten ausprägt, ist der früheste aller Sinne und damit Grundlage für die Entwicklung und Verknüpfung diverser Schaltstellen im Gehirn. Das Gleichgewicht entsteht dabei nicht mit den Sinnesorganen, sondern durch sie und ist immer gekoppelt mit den Bewegungen die der Körper ausführt.

Dabei wird der Gleichgewichtssinn leider oft unterschätzt – Pferde mit einem gut ausgeprägten und entwickelten Gleichgewichtssinn haben es in vieler Hinsicht leichter: Derart „ausgeglichene“ Pferde können sich freier und tiefer in ihrem Körper bewegen. Zusammen mit der Tiefen Bewegung werden mit einem aktivierten Gleichgewichtssinn alle Systeme des Körpers richtig angefordert. Das möchten wir natürlich alle für unser Pferd – nur wie? Und vor allem: Woran erkennen wir, dass das Pferd in dieser Hinsicht vielleicht Defizite hat?

Was hat das Eichhörnchen mit dem Pferd zu tun?
Fortbewegung prägt den Gleichgewichtssinn, das haben neueste Forschungsergebnisse bestätigt. Wissenschaftler haben die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans im inneren Ohr von Eichhörnchen vermessen. „Wenn sich ein Tier aktiv  bewegt und sich rasch  zurechtfinden muss, dann müssen die passenden Informationen in das Gleichgewichtsorgan einfließen, damit es nicht tödlich gegen den nächsten Baum knallt“, sagte Cathrin Pfaff, die am Department für Paläontologie der Universität Wien forscht.

Woran man einen gestörten Gleichgewichtssinn erkennt

In der eigenen Aufrichtung zeigt sich, ob das Pferd einen guten Gleichgewichtssinn hat“, sagt Monika Pausch vom BewegungsLernen. Immerhin ist der Sitz des Gleichgewichtsinnes im Innenohr – deshalb muss auch der Kopf in der Bewegung erhaben getragen werden. Ein Warnsignal: Pferde, bei denen dieser Sinn nicht gut funktioniert tragen ihren Kopf in der sogenannten Kompensionshaltung, dies ist ein Hinweis auf eine Koordinationsstörung. Der Kopf geht entweder nach unten – die oberen Körpermuskeln sind verlängert und die unteren verkürzt. Oder: der Kopf geht in den Nacken, die Spannung baut sich auf. Beide Kopfstellungen beeinflussen die Wahrnehmung negativ und es entsteht eine schlechte Genick-Schulter-Koordination. Diese Haltungen können sich hinderlich auswirken und sogar geforderte Bewegungsabläufe in ihrer Ausführung verhindern. Aber es ist natürlich schwierig, Einzelwirkungen des Gleichgewichtssinns herauszufiltern, denn alles hängt mit allem zusammen“.

Genauso ist das Pferd in der Koordination seiner Beine unsicher – Scherkräfte, falsche Gelenks-und Sehnenbelastungen entstehen. Die Pferde möchten sich nicht bewegen, sind triebig oder laufen Ihrer Unsicherheit davon. In beiden Fällen nehmen sie die eigenen Bewegungen ihres Körpers nicht mehr wahr. Diese „Bewegungsunlust“ setzt sich fort: weil sich das Pferd nicht so gern bewegt, sind durch die mangelnden Bewegungserfahrungen auch – vereinfacht gesagt – nicht so viele „Bewegungs-Programme“ im Gehirn abrufbar. Doch ein ausgeprägter Gleichgewichtssinn ist nur zu einem kleinen Teil genetisch bedingt. Wir können also etwas dafür tun.

Wie sich der Gleichgewichtssinn ausprägt

Fohlen KopieDer Gleichgewichtssinn des Pferdes entwickelt sich schon in der Trächtigkeit und so beginnt die Förderung des Gleichgewichtssinnes bereits im Stutenleib, wo sich das Fohlen hin und her bewegt. Es dreht sich in alle Richtungen und steht teilweise Kopf. Durch Verlagerung seines Körpers und ganz besonders des Kopfes wird sein Gleichgewichtsorgan im Innenohr stimuliert und angeregt. Je mehr Sie sich die Stute in der Trächtigkeit im Bereich ihrer Möglichkeiten bewegt, desto mehr passiert auch mit dem Gleichgewichtssinn des Fohlens. Nach der Geburt geht es weiter. Learning by doing ist das Motto der Stunde.

Wenn das Neugeborene Pferd das erste Mal sein Köpfchen hebt und sich zusammen mit seinem Becken zum Stehen erhebt, ist das für den Gleichgewichtssinn eine riesige Leistung Dieses ursprüngliche Bewegungsmuster des Körpers – die Basis für seine eigene Bewegungsentwicklung, auf die das Pferde seine weiteren Bewegungen und Handlungen aufbaut, wird das erste Mal durch das Heben des Kopfes ausgelöst. Schon in den ersten Lebenstagen verschalten sich das Gehirn und das Rückenmark mit den primitiven Reflexen, die ein Fohlen zur Bewegung braucht. Das Fundament seines Lebens entsteht.

Sich selbst im Raum aufzurichten, seine Beinbewegungen zu koordinieren und dabei auch noch so entzückend auszusehen ist ein enormer Schritt für den Körper. Kommen in den nächsten Monaten viel toben, abstoppen, Haken schlagen und gemeinsames bewegen mit Artgenossen dazu, ist das erste eigene Training perfekt. Das Fohlen muss sich immer wieder neu im Raum orientieren. Es erfährt die Schwerkraft und lernt mit ihr umzugehen. Hierdurch bildet sich durch seine Bewegungen sein Gleichgewichtssinn aus.

Wenn das Fohlen das erste Mal Gras vom Boden frisst ist das ein weiterer Meilenstein in seiner Entwicklung. Das erste Mal muss sein Becken seinen Körper stabilisieren, um nicht umzukippen. Auch dieses Beispiele zeigt, wie viel verschiedene Bewegungsaufgaben der Körper bekommt, bei denen es darauf ankommt, den Körper im Gleichgewicht zu halten. Es stellt sich die Frage, wie das möglich ist, und wie dieser Prozess gefördert werden kann?

Die Eigenaktivität- und Eigenmobilität des Pferdes hängt maßgeblich von seinem Gleichgewichtssinn ab. Seine räumliches Sehen und seine Koordination müssen möglichst gut funktionieren. Dann hat es keine Schwierigkeiten beim Laufen auch auf unebenen Böden, beim schnellen Galoppieren oder eben beim Reiten unter dem Sattel. Auf lange Sicht ist dies für eine Gesunderhaltung von Gelenken, Sehnen und Muskeln förderlich. Durch dieses Plus an Fähigkeiten wird das Pferd selbstbewusster mit der größten Effizienz und Effektivität seines Körpers und einer angemessenen Anpassung an die jeweilige Situation.

Die Bedeutung des Gleichgewichtssinnes kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Entsprechend gut sollte er trainiert werden. Der Gleichgewichtssinn ist nämlich nur bedingt vererbt. Ein Gleichgewichtstraining ist also durchaus möglich und  sollte möglichst spielerisch geschehen.

So können Sie den Gleichgewichtssinn des Pferdes fördern

Mit vielen Bewegungsanreizen können Sie den Gleichgewichtssinn Ihres Pferdes fördern. Pferde sollten daher in allen Bereichen seiner Ausbildung möglichst viele Bewegungsanreize erhalten

Grundsätzlich trainieren Pferde ihren Gleichgewichtssinn von sich aus spielerisch im Alltag – vorausgesetzt, wir lassen das zu und schaffen ihnen den Bewegungsraum und die Anreize dazu. Heute in unserer Bewegungsreizarmen Welt in der die Pferde überfrachtet werden mit viel zu vielen Informationen von „außen“ – sie überlagern die natürlichen Bewegungsmuster mit denen normalerweise jedes Pferd ausgestattet ist – müssen wir das Pferd dabei unterstützen.

Die Förderung des Gleichgewichtssinns sollte indirekt erfolgen. Ein starres „Programm“ oder vorgeschriebene Bewegungen sind für das Pferd weder unterhaltsam noch förderlich. Das heißt, dem Pferd sollten nie gleichförmige Bewegungen „einstudiert“ werden – weder an der Longe noch unter dem Sattel – Bewegungen sollten immer wieder darauf abzielen, seine Koordination zu fördern. Denn spielerisch entwickelt sich der Gleichgewichtssinn am besten.

„Neue Forschungen belegen, wie fundamental die Primitivreflexe für die Entwicklung des Gleichgewichtssinnes und damit für die weitere körperliche Ausbildung des Pferdes ist“, sagt die Bewegungsentwicklerin Monika Pausch.

So lernt das Pferd seinen Körper immer wieder neu auszurichten – diese Bewegungserfahrungen werden als Informationen im Kleinhirn gespeichert und können bei  Bedarf immer wieder abgerufen werden. Die Kompensationsstrategien des Körpers werden damit durchbrochen, weil dem Pferd jetzt Alternativstrategien zur Verfügung stehen. Somit ist jeder Bewegungsanreiz Nahrung fürs Gehirn und damit eine Förderung für den Körper.
Das Gleichgewichtstraining auch beim erwachsenen Pferd kann direkt beginnen, sobald das Pferd sein Becken ausgelöst hat und seine Tiefe Bewegung gefunden hat. Diese Übungen geben dem Pferd einen Rahmen, damit sie auch genau dort wirken, wo eine Neuorientierung eingeleitet wird – im Hirnstamm des Pferdes. Sie können den Gleichgewichtssinn fördern, indem Sie dem Pferd möglichst viele attraktive Bewegungsanreize anbieten: Bewegungs-, Koordinationsspiele und möglichst viele  Richtungswechsel sind ideal für ein Gleichgewichtstraining wie sie das Fohlen in seinen ersten Monaten gemacht hat.

Mit unterschiedlichen Bewegungen, einfachem Anhalten und Angehen – die Stop and Go`s, die durch das Auslösen des Wirbelkettenreflexes das Gleichgewichtsorgan besonders stimulieren und den verschiedensten Bewegungsanreize aller vier Beine können sie gleich mit der nächsten Phase des Gleichgewichtstrainings beginnen und sorgen dafür, dass der Gleichgewichtssinn fast von allein trainiert wird.

Hervorragend geeignet sind zum Beispiel auch unterschiedliche Böden, auf denen das Pferd weitere Bewegungsanreize sammeln kann. Deshalb ist das Gleichgewichtstraining im Gelände genauso angesagt. Und das alles langsam ausgeführt, fördert zudem die motorische und sensorische Koordinationsfähigkeit des Körpers.

Ganz schnell wird das pure Schritt gehen mit der Tiefen Bewegung und seinem Körperrahmen dem Pferd ein wenig langweilig. Nun will es seinen Körper ausprobieren – mit leuchtenden Augen wollen sie traben und galoppieren, abstoppen und wieder anfangen. Alles ganz langsam und doch voller Impulsion. Zusammen mit seinem Menschen spielt das Pferd mit seinem Körper.

Dann wird auch das Reiten zur hervorragenden Übung für das Gleichgewichtstraining. Pferde die gelernt haben, ihren Körper schnell und situativ beweglich stabilisieren zu können, können das auch gemeinsam mit dem Reiter auf ihren Körper übertragen. Das Reiten wird zu einer wichtigen Transferfähigkeit, von der das Pferd nicht genug bekommen kann und immer neue Herausforderungen sucht. In dieser letzten Phase üben Lektionen den Umgang mit dem Gleichgewichtssinn ungemein.

 So kann das Pferd mit dem Körper denken oder eben „außer sich sein“

Wichtig ist, dass Ihr Pferd sich nun bewegen kann. Lassen Sie Ihr Pferd auch so viel wie möglich alleine laufen. Hierdurch üben sich die Selbständigkeit und das Selbstvertrauen. Ihr Pferd merkt, dass es seinen Körper und den Raum um sich herum beherrscht. Ein erfüllenderes Gefühl als diese Selbständigkeit gibt es kaum, es weiß nun wieder, was sein Körper braucht und wird das so oft wie möglich auch alleine mit Artgenossen ausprobieren. Wie von selbst wird sich der Gleichgewichtssinn durch Ihre spielerische Unterstützung weiter entwickeln.

 Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsmethoden prägt das Gleichgewichtstraining das Pferd dabei auf seinen eigenen Körper, und nicht auf den Ausbilder oder Reiter. Das Pferd ist nicht mehr abhängig von Hilfen, sondern kann sich auf seine Fähigkeiten konzentrieren und mit dem Menschen eine wirkliche, echte Teamarbeit und einen Austausch beginnen.

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