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Noch mehr über das Biomotorische Trainingsseminar

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Das Biomotorische Training

Das was der  Pferdekörper braucht…

Eine neue Ära der Pferdeausbildung – mit der biomotorischen Bewegungsausbildung zurück zu den Grundlagen von natürlichen und organischen Bewegungen

„Bewegen lässt sich nicht befehlen, aber miteinander teilen“.

Wenn man die konventionellen Pferdeausbildungen mit kritischen Blicken verfolgt, sieht man dass es dabei in erster Linie um „Ergebnisse“ geht. Wie das Pferd aber die einzelnen Stufen seiner Bewegungsentwicklung erreicht und in welcher Reihenfolge, ist dabei fast gleichgültig. Sie zielen auch weniger auf die Qualität der Bewegungen für das Pferd ab, sondern eher ob die Bewegungsleistung des Pferdes innerhalb einer Norm liegt, die der Mensch festgelegt hat.

Parallel dazu haben sich die feinmotorischen Fähigkeiten des Menschen verringert, der Mensch verlässt sich auf Techniken und Muskelkraft anstatt auf den Ausdruck seines Körpers. Reitausbildungen kümmern sich zwar um die technischen Details des Reitens, aber nicht mehr um die umfassende Körperschulung des Menschen, die früher von entscheidender Bedeutung war.

Für das Verständnis einer biomotorischen Bewegungsentwicklung und den gesunden Bewegungen eines Pferdes wäre aber genaue, Bewegungsdetails wahrnehmende Beobachtungen eine notwendige Voraussetzung. Die „Normabweichungen“ des Pferdes, und wie der Mensch dagegen vorgehen soll, wird zwar immer wieder sehr umfangreich beschrieben, aber kaum die Einschränkung des Pferdes bei seinen alltäglichen Bewegungsabläufen, wie z.B. Ausweichsmuskulaturen, Genickbelastung, Starrheit des Rumpfes, eine Stabilisierung der großen Gelenke etc.

Nur mit einer gezielt reiterlichen „Förderungen“, Forderungen mit dem entsprechendem Druck und Erwartung läuft man aber Gefahr, das Pferd in eine Bewegungsunsicherheit zu bringen, die zu muskulären Verspannungen, Haltungsschäden der Wirbelkette, organischen Beschwerden, Hufdeformitäten oder ähnlichem führen kann – von der Psyche des Pferdes mal ganz abgesehen..

Geben Sie sich erst dann mit einer Ausbildung Ihres Pferdes zufrieden, wenn es DEM PFERD hilft, seinen Alltag müheloser und mit viel Bewegungsfreude zu bewältigen und Sie das Pferd bei seiner Bewegungsentwicklung und seiner Bewegungsqualität unterstützen können. Die Wiederentdeckung der Eigenwahrnehmung seines eigenen Körpers und die Verfeinerung seiner Sinneswahrnehmungen für seine Umwelt sind tatsächlich ein erster Schritt für das Pferd in diese Richtung.

Das Biomotorische Training

…dem Biomotorischen Training geht es darum, einen körperlichen Prozess im Pferdekörper anzustoßen, damit das Pferd mit der Biomotorik (Eigenwahrnehmung) seinen ursprünglichen, natürlichen Zugang zu seinem Körper wieder bekommt. Die Biomotorik macht das Gesetz von Spannung und Entspannung, Flexion und Extension für das Pferd auf der körperlichen Ebene wahrnehmbar.

Das Biomotorische Training greift mit seinen Körperübungen das alte Wissen des natürlichen Bewegungsverhaltens des Herden- und Fohlenverhaltens auf. Es zeigt den Teilnehmern möglichst praktisch, wie das physische Lernen des Pferdes, seine persönliche Informationsverarbeitung und die Entfaltung der Bewegungsentwicklung in die tiefe  Verbundenheit und Gemeinsamkeit mit dem Pferd integriert werden kann. Das wiederum erlaubt den Teilnehmer/innen ihre persönlichen Erfahrungen und Bewegungserlebnisse mit dem Konzept des Biomotorischen Trainings zu verbinden.

Wieso Biomotorik?

So unterschiedlich und individuell jedes einzelne Pferd ist, trägt dennoch jedes Pferd die Möglichkeiten zu einer eher statischen Bewegungsfähigkeit in sich, die es zum nach vorne gebeugten Gras fressen braucht und einer dynamischen Bewegungsfähigkeit, die es zum schnelleren Bewegen braucht. Die dynamischen  Bewegungen entsprechen dem Lauftier Pferd allerdings viel mehr als die statischen Körperbewegungen, die aus den gespannten Kontrollhandlungen der traditionellen Reiterei des Menschen entstehen.

Beim „Aufpassen“ des Menschen auf den Körper des Pferdes schränkt sich der ursprünglich bewegliche, spontan reagierende Organismus des Pferdes auf eine begrenzte Auswahl an Verhaltensweisen und Bewegungsmöglichkeiten ein. Viele der körperlichen Beschwerden des Pferdes sind eine Folge dieser unbewussten, einsamen Kontraktionen der Muskeln und des Muskelgewebes – und verändern somit die Gelenkstellung.

Mit dem Biomotorischen Training erobert sich das Pferd seine Bewegungen zurück – der Mensch hat mit dem Konzept der Biomotorik die Chance, die Bewegungsmöglichkeiten des Pferdes spielerisch zu unterstützen, damit sich das Pferd selbst weiter durch seine Sinnen im natürlichen Bewegungsverhalten entwickeln kann. Dabei geht es auch um den auf den Menschen übergreifenden Ansatz, die Körperfunktionalitäten jederzeit in den Mittelpunkt zu stellen, der damit Grundlage für alles ist. So entwickelt sich auch das biomotorische Reiten.

Doch soweit sind wir in diesem Seminar noch nicht. Das Biomotorische Training verbindet das tiefere Verständnis der funktionalen Bewegungsanatomie und den Mechanismen der angepassten Gelenkstellung mit der Eigenwahrnehmung(Biomotorik) des Pferdes. Es fördert damit das natürliche Bewegungsverhalten des Pferdes, seinen tiefen Atem und speziell seine innere Aufrichtung damit alle Körperinformationen – vom Menschen und seine eigenen – ungehindert, durch den ganzen Körper fließen können – auch durch die Organe.

Im Biomotorischen Training geht es weder um Krafttraining und Muskelaufbau noch um reine Entspannung. Vielmehr findet das Pferd durch die Körperübungen für alle Tätigkeiten – ob in seinem Alltag oder unter dem Reiter, die angemessene Körperspannung für die richtige Gelenkstellung. Das gelingt nur dann, wenn sich der ganze Organismus des Pferdes auf die jeweilige Situation einstellen kann. Je besser es dem Pferd gelingt, sich in jeder Bewegung selbst körperlich wahrzunehmen, umso besser kann das Pferd mit seinem Körper reagieren.

Wie es sein sollte…

Der Körper des Pferdes entsteht durch sein natürliches Bewegungsverhalten, die das Skelett, sein in den Genen angelegter Herdeninstinkt und die körperliche Eigenwahrnehmung – die Biomotorik,  vorgibt. Die Anforderungen der Umwelt bestimmen dabei, in welchem Umfang die persönliche Bewegungsentwicklung das Pferd wachsen kann. Jede einzelne Bewegung wird dabei so ökonomisch wie nur möglich ausgeführt und hält damit den Pferdekörper in einer Form, die genau für diesen Körper und die Umstände in denen er lebt, richtig ist.

Das Pferd bewegt sich dabei ständig so einfach und funktional in seinem natürlichen Bewegungsverhalten, wie es die Natur genau für dieses Skelettmodell vorgesehen hat. Die bei der Geburt mitgelieferte Software – einschließlich der Primitivreflexe – passend genau zur Hardware des Skelettes. Die den Körper umkleidenden Muskeln – die Peripherie – entstehen aus dieser Nutzung. Die „Form“ der Muskulatur gibt deshalb auch bei einem Pferd in unserer Obhut,  Rückschluss über die Bewegungen die dem Körper „dienen“ oder ihn „behindern“. Dabei geht es nicht um die Quantität der Bewegung, sondern um die Qualität, denn immerhin dienen Bewegungen einzig und allein den Organen – allen voran der Atmung – die den Körper am Leben erhält.

Wie es ist….

Nur der Mensch ist in der Lage, künstliche Muskelspannungen zu erzeugen und sich völlig unökonomische Bewegungsmuster anzueignen. Das überträgt er leider zu gern auch auf die Lebewesen, die ihn umgeben – vor allem auf das Pferd. Dabei wird die von der Natur mitgelieferte Software so verfälscht, dass sich der Körper nicht mehr durch seine täglichen Bewegungen von allein beweglich und geschmeidig halten kann. Dazu kommt der, in der heutigen Zeit allgegenwärtige Bewegungsmangel.

Die kindlichen, spielerischen, an keinen Zweck gebundene Bewegungsentwicklung des Fohlens, enden deshalb meist mit und bei dem Menschen. Aus seinen freien Bewegungen werden mehr und mehr zielorientierte Handlungen generiert und das neugierige Erkunden und Erleben von eigenen Bewegungen weicht dem freundlichen oder unfreundlichen Zwang des Menschen. Die „Körpererziehung“ die von einer natürlichen Bewegung wegführt, beginnt früh, denn die reiterlichen Bewegungen, gerade auch an der Longe wird dem ursprünglichen Bewegungsbedürfnis des Pferdes nicht gerecht.

Aber auch das Vorbild eines Menschen, der sich selber nicht gerne bewegt, wirkt sich negativ auf das Bewegungsverhalten des Pferdes aus. Das verfälscht die Biomotorik des Pferdes in einer Weise, dass es das ganze Körpersystem aus dem Konzept bringt. Aber auch da greift der Mensch wieder in das Körpergeschehen ein und trainiert und stärkt die Willkürmotorik des Pferdes – seine Muskeln. Alles wird nun endgültig aus DER Form gebracht, die die Natur vorgesehen hat. Bewegungseinschränkungen, schlechte „Körperhaltung“, mangelnde Aufrichtung und möglicherweise auch Schmerzen sind die Folge.

Das Biomotorische Training

Der über die Eigenwahrnehmung entstehende Lernprozess entwickelt im Pferd ein differenzierteres Körperbild, und ein besseres Selbst-Verständnis. Es lösen sich Muskelfixierungen und körperliche Verspannungen, unbewusste Körperteile werden integriert, freie ökonomische Haltung und Bewegungen werden möglich. Das bewusste Erleben von Bewegungen verändert das Leben des Pferdes, es kann dem Menschen mit seiner ganzen Persönlichkeit antworten.

Das Pferd bemerkt, dass seine Bewegungen von ungewohnter Leichtigkeit sind, so als wäre nur noch ein Buchteil der üblicherweise aufzuwendenden Kraft nötig. Das Pferd empfindet Freude an seinen eigenen Bewegungen. Der Fluss des Atems, der zugleich der Bewegungsfluss ist, fließt durch den gesamten Körper. Körperteile, in denen häufig Verspannungen sind, wie Bauch und Becken, Brustkorb und Schultern, Kehle und Genick, Hals und Maul lösen ihre Fixierungen durch die Primitivreflexe. Der ganze Pferdekörper wird durch die Atembewegung durchlässig, er wird elastischer und beweglicher.

Die innere Aufrichtung des Pferdes zusammen mit der Genick-Entspannungsmethode zeigen eindrücklich wie sehr die Aspekte des körperlichen Trainings in der Biomotorik, die Schärfung der Sinne im natürlichen Herdeninstinkt, der Gestaltung einer tiefen Verbindung zum Menschen und die individuelle Bewegungsentwicklung im natürlichen Bewegungsverhalten des Pferdes zusammenhängen.

Der Wackel-Dackel und die Genickentspannungsmethode

Deshalb hat die Null-Toleranz der Genickbelastung – die Durchgangspforte der Sinne in den Körper hinein –  eine vorrangige Bedeutung für eine optimale Koordinationsbeziehung zwischen Kopf, Hals, Schulter,  Rumpf und Becken. Das ausbalancierte Verhältnis dieser Körperteile ist entscheidend für eine freie und gelöste Steuerung in Eigenwahrnehmung(Biomotorik) und somit für alle Bewegungsabläufe des Pferdes. Der Körper des Pferdes kann seine fein ausgewogenen Aufgaben erfüllen.

Der Atem – unsichtbar und doch so wichtig

Bei allen Übungen des Biomotorischen Trainings ist die Einbeziehung und Regulierung des Atems von entscheidender Bedeutung.  Der Atem wird tiefer und regt damit auch die inneren Organe auf natürliche Weise an. Dadurch kann die Wirksamkeit der Übungen um ein vielfaches erhöht werden und an die Bewegungsbedürfnisse jeden einzelnen Pferdes in seinem Rhythmus angepasst werden. Die Verbindung vom natürlichen Bewegungsverhalten mit dem dazugehörigen Atem löst Verspannungen und fördert die Beweglichkeitsfähigkeit. Damit lassen sich viele Schwierigkeiten, die aus dem Bereich der Wirbelkette oder des Bewegungsapparates resultieren, vermeiden oder beheben, Blockaden des Bewegungsflusses werden mit dem spielerischen, biomotorischen Verhalten vom Pferd selber beseitigt.

Die überwiegend dynamischen, wenn auch überraschend langsamen Zeitlupenartigen Bewegungen des Pferdes lösen ein wahres Feuerwerk an neuronalen Wegen im Pferd aus, fördern damit die Aufrichtung der Wirbelkette und des gesamten Bewegungsapparates – und mit viel Platz und Raum zwischen den Wirbeln und der richtigen Gelenkstellung kommt das Pferd aus seiner statischen, gebeugten Haltung heraus. Das Pferd ruht in sich und lebt in der Bewegung.

Die Bewegungsprinzipien des Biomotorischen Trainings

  • Für jeden leicht erlernbare, kombinierbare Körperübungen in der Eigenwahrnehmung(Biomotorik) des Pferdes…
  • …die so spielerisch und leicht aussehen, dass sie erst auf den zweiten Blick erkennen lassen, wie „gehaltvoll“ sie sind. Natürlich gibt es über das Biomotorische Training viel, viel mehr zu sagen. Die Wirkungsweisen der Biomotorik, der Primitivreflexe, der Fohlenspiele, der Sensopathie etc. auf den Pferdekörper entnehmen Sie bitte unserer Webseite www.bewegungslernen.com
  • Je besser Sie ihr Pferd wahrnehmen können, desto besser können Sie mit ihrem Körper auf ihr Pferd reagieren, und je besser Sie ihren Körper wahrnehmen können, desto feiner können sie auf die jeweiligen Situationen reagieren. Wie sie in Situationen reagieren, dass können sie nicht einstudieren – im Gegenteil, „vorgefertigte“ Handlungswege halten sie davon ab, intuitiv – aus dem Bauch heraus zu reagieren – das ist ein Grund, warum das in das Seminar integrierte Körperseminar für den Menschen so ein Gewicht hat.
  • Biomotorik bedeutet aber auch, sich in den Körper des Pferdes zu versetzen, also die Perspektive zu wechseln. Eine Voraussetzung dazu ist, anzuerkennen, dass es neben den eigenen Wünschen und Vorstellungen auch die Bedürfnisse des Pferdes gibt.
  • Das Biomotorische Training beruht auf der Biomotorik, und damit auf der Verbindung zwischen dem zentralen Nervensystem, der Atemregulation und den Sinnen
  • Wichtige Voraussetzungen für die Biomotorik sind entspannte, zeitlupenhaft langsame Bewegungen im natürlichen Bewegungsverhalten des Pferdes, zu denen das Pferd mit den Primitivreflexen in seinen eigenen Rhythmus findet.
  • Mit entspannten Bewegungen ist nicht eine bewusstlose Entspannung gemeint, sondern vielmehr der Zustand von gelöster Spannung, in dem An- und Entspannung in einem für den Körper guten Verhältnis steht und der die Gelenkstellung reguliert.
  • Durch die Primitivreflexe beginnt die Bewegung in der Wirbelkette, wird aus dem Becken des Pferdes koordiniert und breitet sich von dort in die Peripherie aus. So entsteht eine Bewegung, die nie „leer“ ist.
  • Die Biomotorik führt und der Mensch begleitet und beobachtet und unterstützt
  • Für alle Pferde, unabhängig von Alter, Beweglichkeit, Ausbildungsstand und körperlicher Konstitution
  • Bestens geeignet als körperliche Vorbereitung zum biomotorischen Reiten, bei dem die „Gegensätze“ von Mensch und Pferd miteinander verbunden werden.

 

Das Biomotorische Trainingsseminar

Das Biomotorische Training –  eine Gleichgewichts- und Koordinationsschulung für das Pferd

Das kleine ABC der instinktiven Bewegungen des Pferdes

Mit dem Biomotorischen Training als eine Art Gleichgewichts-und Koordinationsschulung  kann man die Körperprozesse des Pferdes von innen heraus anstoßen, ohne aktiv in die Bewegung des Pferdes eingreifen zu müssen. Durch die Vielfalt an Bewegungen bekommt der Pferdekörper einerseits genug Freiheit, sich durch sein eigenes Bewegungserlebnis zu entfalten, durch die ausgelösten Primitivreflexe und Primärbewegungen aber andererseits auch genug „sanfte Grenzen“ damit er sich nicht „verliert“.

Ge“lenke“ lenken, Knochen übertragen, Muskeln erzeugen Kräfte

Im Biomotorische Trainingsseminar erlernen Sie die notwendigen  Bewegungs-Leitlinien, um die im Pferd angelegten, angeborenen Fähigkeiten des Pferdes zu stärken und dabei alle Belastungen des Pferdes zu vermeiden, die das Pferd in seinem Gleichgewicht und seinen freien Bewegungen stören, beeinflussen oder behindern könnten. Das Pferd muss keine vorgeschriebenen Bewegungen ausführen, sondern kann wirklich seine ganz eigenen Bewegungserfahrungen machen.

Sinneswahrnehmungen, Eigenwahrnehmung und Dynamik

Das Biomotorische Training stärkt und koordiniert die Sehnen, aber nicht die Muskeln, um nicht der Verführungskunst von Kraftmuskeln zu erliegen (Durchlässigkeit). Dabei geht es um den Aufbau von Bewegungen auf Grundlage der angeborenen Anlagen des Pferdes, der Skelettvorgabe, genetisch fixierten Eigenschaften, der Ausprägung der Eigenwahrnehmung, dem Bindungsverhalten und der Persönlichkeit des Pferdes durch das innere Körpergleichgewicht. Die Aufmerksamkeit des Pferdes wird auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers und nicht auf den Menschen gelenkt. Das Pferd kann so die eigene Bewegung des Körpers deutlich wahrnehmen.

Das Gleichgewicht des Pferdes als Basis für alle Bewegungen
Das Biomotorische Training ist ein intensives Spiel mit dem Gleichgewicht des Pferdes. Der Gleichgewichtssinn wird in allen möglichen Formen von Bewegungen und das Auslösen von Primitivreflexen ständig stimuliert. Die Gleichgewichtsstimulation stellt eine primäre „Kraft“ dar, die alle anderen Sinnesempfindungen anregt, reguliert, integriert und stimuliert. Der Kopf des Pferdes richtet sich dabei selbstständig aus, die Verbindung zum Menschen gibt dem Pferd Sicherheit, stört aber nicht die Wahrnehmungsorgane.

Gesunde Bewegungen, die sich verselbstständigen

Die für den Pferdekörper so wichtige fortlaufende Bewegungsentwicklung bedeutet für das Pferd eine immer bessere Anpassung an alle Situationen(wird auch als Losgelassenheit bezeichnet) – in erster Linie auch für das Reiten. Hindernde Bewegungen, die wirklich Verspannungen entstehen lassen können, treten in einem Umformungsprozess des Körpers in den Hintergrund und lösen sich auf. Manvermeidet ein „Festhalten“ des Körpers in Bewegungsabläufen, bei denen die Bewegungen gegen den Körper des Pferdes gehen würden, im Körper stecken bleiben könnten und damit sogar Krankheiten auslösen können.

Das Spiel der Gelenke – Wiederbelebung der Spielfähigkeit des Pferdes
Mit den Biomotorischen Übungen wird das Spielen mit Bewegungen wiederentdeckt und führt die mühelose Aufmerksamkeit des Pferdes  in den Körper, ohne dass eine Gewöhnung an Bewegungsabläufe oder eine Abhängigkeit nach den Anweisungen des Menschen entstehen kann. Das Biomotorische Training steht deshalb im genauen Gegensatz zum mechanischen Training, bei dem Bewegungsabläufe schon vorher festgelegt sind und durch Übung möglichst genau nachvollzogen werden sollen.

Der Ausgleich im Pferdekörper
Keine Seite des Pferdes wird überbetont – die inneren Organe, das Skelett und deshalb auch  die Bewegungen des Pferdes können sich ausgleichen und regulieren. Das Pferd erlebt eine ganz neue Bewegungswelt mit der Eigenständigkeit der einzelnen Körperteile, die sich in der Gesamtheit koordinieren. Der ganze Körper des Pferdes und auch sein Bewegungsverhalten werden flexibler,
elastischer und anpassungsfähiger

Reaktivierung zugeschütteter Fähigkeiten
Die Fähigkeiten des einzelnen Pferdes sind in seinem Körper angelegt, deshalb wird die Sensibilität auch wieder über den Körper hergestellt, damit das Pferd seine ganz persönlichen Fähigkeiten wieder einsetzen kann. Das Ziel des Biomotorischen Trainings ist die biomotorische Bewegungsweiterentwicklung des Pferdekörpers, bei dem eine enge, Vertrauensbildende Beziehung zum
Menschen auf der Basis des gemeinsamen Körperaustausches entsteht.

Der Mensch bekommt für das Pferd eine ganz neue Wichtigkeit
Das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit ist Voraussetzung dafür, dass sich die instinktiven Bewegungen des Pferdes voll entfalten können. Es entstehen viele Bewegungspositionen, die ohne die Unterstützung des Menschen nicht möglich wären. Der Mensch wird so für das Pferd zu einem Freund und nicht zu einem Lehrer.

Die Auswirkung der Biomotorik – Kraft ohne Anstrengung
Beim Erlernen der Biomotorischen Übungen entdeckt der Teilnehmer die Wechselwirkung zwischen Mensch und Pferd ganz neu, denn das Spiel mit dem Gleichgewicht und das Erspüren der eigenen Bewegungen stehen im Vordergrund. Das Bewusstsein für den eigenen Körper verfeinert und erweitert sich. Folgende Faktoren bekommen für Sie eine ganz neue Bedeutung:

  • der Körper des Menschen
  • der Umgang mit dem Maul
  • die Genickentlastung
  • die Möglichkeiten des Beckens
  • Die Brustwirbelkette
  • die großen Gelenke
  • „im Maul sein“ – der Maulkontakt mit Rückverbindung

Schritt für Schritt zur Biomotorik
An drei Tagen erlernen Sie Schritt für Schritt das Biomotorische Training. Schritt für Schritt können Siedanach ein Pferd in seine biologische Motorik führen, die aus seiner Eigenwahrnehmung (der Biomotorik) – seinemangeborenen, vom Menschen nicht veränderbaren Verhalten und auf Grundlage seiner eigenen Biomechanik(der Ist-Zustand des Pferdekörpers) entsteht.

Im Mittelpunkt stehen dabei Bewegungsprozessschritte wie die Primitivreflexe, Primärbewegungen, die koordinativenBewegungen der Fohlenspiele, die unterstützende Sensopathie, aber auch die Identifikation von körperlichen Störfaktoren, die das Pferd hindern oder sogar behindern. Dazu die Langsamkeit, mit der das Pferd in seine Eigenwahrnehmung kommt.

Gemeinsam erarbeiten wir innere Bewegungen, die den gesamten Organismus miteinbeziehen – allem voran natürlich der Atemmechanismus. Sie beobachten die Lehrmeisterpferde bei ihrer biomotorischen Bewegungsentwicklung, bei der sich Gelenke und Wirbel positionieren und zentrieren.

Im überwiegend praxisorientierten Trainingsseminar bei dem Ihre körperlichen Handlungen im Vordergrund stehen,bekommen Sie nicht nur theoretische Inhalte zum Biomotorischen Training mit dem Pferd, sondern erarbeiten vor allemanhand praktischer Bewegungsübungen bei den „Lehrmeisterpferden“ die einzelnen Schritte eines Bewegungs-Prozesses des Pferdes, hin zu seiner individuellen Bewegungsentwicklung.

Sie können das Reiterrückenseminar am Freitag einzeln oder das Biomotorische Trainingsseminar als 3-tägige Kombination buchen

  1. Tag: Das Reiterrückenseminar:

Durch das am Freitag stattfindende Reiterrückenseminar bilden oder erweitern Sie die körperlichen Voraussetzungen und Grundlagen für ihre biologische Motorik und damit für Ihre persönliche körperliche „Handschrift“ im Umgang mit dem Pferd. Mit ihrer immer feiner werdenden Körperwirkung verbessern Sie die Gestik, Feinmotorik und Lesbarkeit ihres Körpers, die sie für eine biomotorische Verständigung brauchen. Ab nun wird sie ihr immer feiner werdender Körperausdruck in ihrem Alltag, aber auch beim Pferd begleiten.

  1. Tag: Aufbau der Grundlagen zum Biomotorischen Bewegungsentwicklung – aller Anfang ist schwer

Mit den Bewegungsübungen lernen Sie sich biomotorisch mit dem Pferd zu verständigen – also klar, verbindlich und lesbar – und immer auf die angeborenen Grundbedürfnisse des Pferdes abgestimmt. Das Reiterrückenseminar am Freitag ist dazu unerlässlich, denn mit ihrer Biomotorik zeigen sie sich dem Pferd authentisch. Sie schaffen Verbindlichkeit und Sicherheit und verhindern Missverständnisse und Spannungen – auch dann, wenn es schwierig wird.

Inhalte im Überblick:

  • Einführung in die biologische Motorik des Pferdes
  • Die wichtigsten Merkmale der Biomotorik
  • Die bedeutungsvolle Entlastung des Genicks
  • Das Nutzungsverhalten des Pferdes im Wandel und die Auswirkungen
  • Wie Biomotorik mit dem Menschen funktioniert – von der Manipulation zur gemeinsamen Abstimmung
  • Wie sie dem Kampf gegen die eigene Anspannung und Unsicherheit entkommen
  • Von der biomotorischen Führung des Pferdes bis zur Begleitung
  • Wie die Biomotorik des Pferdes auch Sie beeinflusst
  1. Tag: Ausbau der Grundlagen – die Begeisterung steigt

An Möglichkeiten „aus ihrem Körper heraus“ mangelt es ja nun nicht mehr – im Gegenteil. Und mit diesem Wissen und ihren Beobachtungen über das  „was, wann, wo und wie“ „erreichen“ Sie das Pferd.In diesem 3-tägigen Trainingsseminar lernen Sie mit den zur Verfügung gestellten „Lehrmeisterpferden“ nicht nur die wichtigsten Bewegungsübungen zur biomotorischen Bewegungsentwicklung des Pferdes kennen, sondern mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Körperausdruck entwickeln wir zusammen ihre eigene unverwechselbare Handschrift.

Sie sehen, wie Sie ihren Körper bei den ersten praktischen Ansätzen des Biomotorischen Trainings nutzen können. Aber auch wie Sie in Ihrem Alltag die biomotorische Verständigung weiterentwickeln, umsetzen und erweitern können (und auch vom Pferd hinterfragen lassen können). Das steigert Ihre individuelle Handlungssicherheit, mit der sie in Zukunftauch schwierige Situationen mit dem Pferd souverän meistern können.

Themen-Überblick:

  • Hände und Augen schaffen Kontakt (die Biomotorik lebt von dem Zusammenspiel von Körper, Augen und Händen)
  • Handeln statt wirken – Kontakt im Pferdemaul mit Rückverbindung
  • Sie erweitern ihre Handlungsmöglichkeiten – nur wirken wollen, reicht eben nicht.
  • Wie gehe ich mit Widerstand des Pferdes um? Sie lernen mit „Widerständen“ und Emotionen des Pferdes umzugehen.
  • Wie kann ich den Einsatz meiner Hände und Finger noch besser gestalten?
  • Wie kann ich lernen, dem Pferd immer besser sanfte Grenzen zu setzen
  • Wie kann ich sicher sein, dass die Biomotorik ankommt und Bewegungen biomotorisch angenommen werden?
  • Welche „Haltung“ brauche ich? Wo sind meine Stolpersteine, Hürden und Blockaden?
  • Ihre Verständigung und Abstimmung wird klarer, lesbarer und motivierender
  • Wie kann ich das Erlernte schnell im meinen Alltag integrieren
  • Hilfreiche Tipps aus der Praxis für die Praxis

Übrigens bieten wir nächstes Jahr zwei Ausbildungen – eines in Deutschland und eines in der Schweiz an. Das Thema ist alles, was die Bewegung des Pferdes und des Menschen betrifft und worüber uns die Bewegungsforschung neue Erkenntnisse offenbart.

Was ist das Biomotorische Training eigentlich?

Pferd, Körper und seine Sinne – von Anfang an ein starkes Team

Merkwürdigerweise schenken wir der Art und Weise, wie wir mit dem Körper des Pferdes umgehen – und vor allem wie das Pferd mit seinem Körper selbst umgehen kann, wenig Aufmerksamkeit. Wir überlassen unsere Handlungen automatisierten Bewegungen und unbewussten Verhaltensweisen und wundern uns darüber, dass dann das Pferd auf mechanischen Blindflug schaltet.

Ganz große Bedeutung für das Pferd hat – Sie ahnen es schon – die Biomotorik. Durch das Wissen, das uns die Eigenwahrnehmung des Pferdes – die Biomotorik eröffnet hat, können wir die Bewegungen des Pferdes viel einfacher und „sinnvoller“ weiterentwickeln.

Beginnen Sie ihre Gemeinsamkeit mit dem Pferd mit biomotorischem Denken. Und da die Sinne des Pferdes dadurch immer mehr verfeinert werden, kann im Grunde jeder Mensch, für jedes Pferd das Biomotorische Training anwenden, mitverwenden oder auch als „sinnvolles“ Aufwärmtraining nutzen.

Zehn wirkungsvolle Bereiche

Sie haben bestimmt schon eine Menge über die Biomotorik des Pferdes, über seine Hirnnerven, über Becken- und Genickbalance und über die Eigenwahrnehmung des Pferdes gehört. Aber sicher auch über die eigene Bewegungskontrolle des Pferdes und seine Bewegungssicherheit. Das sind unter anderem die Grundthemen mit denen sich das BewegungsLernen beschäftigt.

Beim Biomotorischen Training gilt es dann, diese Erkenntnisse in die Praxis beim Pferd umzusetzen. Wir können die Übungen des Biomotorische Trainings, die sich der Primitivreflexe, der Fohlenspiele, des Fokussierens, des Differenzierens und Koordinierens und der Hengstspiele bedienen, in zehn Strategien einteilen.

Strategie 1: Veränderungen kommen nur von innen

Die erste und wichtigste Strategie ist die Eigenwahrnehmung des Pferdes. Es ist naiv anzunehmen, dass man den Pferdekörper von außen irgendwie verändern kann. Mechanische Beeinflussungen sind ein Eingriff in das Körpersystem und stören das empfindliche Biotop des Pferdekörpers. Sie bewirken im Körper keine strukturellen Veränderungen sondern bestenfalls eine vorübergehende Anpassung, die den Körper „verzieht“ – deshalb sollten sie darauf verzichten.

Wenn etwas den Körper in seinen inneren Strukturen ändern kann, dann ist das ausschließlich der Körper selbst, mit seiner Eigenwahrnehmung – der Biomotorik. Die Muskelmasse die dann der Bewegungsentwicklung des Pferdes angepasst ist, wird von innen nach außen – vom Organismus selbst aufgebaut.

Strategie 2: So greifen Sie den Bewegungen des Pferdes unter die Arme

Das Biomotorische Training schafft die großen Balancen im Körper. Zuallererst natürlich die  Genickbalance, mit der dazu nötigen Genickentlastung und die Beckenbalance mit dem Beckenöffnen, damit die großen Gelenke im Körper des Pferdes überhaupt erst wieder arbeiten können. Durch die Balancen im Körper werden die Hirnnerven des Pferdes freigeschaltet und die Sinne und Sinnesinformationen können unbelastet fließen.

Durch die Beckenbalance können die Körperinformationen im Körper zirkulieren und die großen Gelenke im Körper in Bewegung bringen. Um einen Bewegungsablauf erfolgreich ausführen zu können, sind die großen Gelenke des Schultergürtels und des Beckengürtels notwendig. Das ist wichtig, um dem Pferd seine Bewegungssicherheit zu gewährleisten.  Ihre funktionelle „Arbeit“ stellt dem Körper sicher, dass Bewegungen nicht mit unterschiedlichen Spannungen der einzelnen Muskeln, in verschiedene Richtungen „ziehen“.

Sicher kann auch ein isolierter Muskel einen Knochen bewegen. Doch der Bewegungsapparat des Pferdes braucht viele Muskeln die gemeinsam arbeiten, um am Ende eine „sinnvolle“ Bewegung zu bewerkstelligen. Das bedeutet, dass nicht die Kraft eines Muskels entscheidend ist, sondern der richtige Einsatz im richtigen Verhältnis mit den Mit-Muskeln.

Strategie 3: Die Zusammenhänge des Körpers erkennen und damit neue Bewegungsbedingungen für die Organe schaffen

Das Geheimnis einer gesunden Bewegung des Pferdes sind seine Organe. Spannungen und Verspannungen „verziehen“ dagegen die Organfaszien – diese Bewegungen sind im wahrsten Sinne des Wortes so „entnervend“, das die normalen Funktionen der Organe ausgelöscht werden. Wenn eine Pferd unter Stress steht, ob durch Belastung, emotional oder durch den Anflug von Krankheiten, ist der schwächste Punkt, der als erster angegriffen wird. Leider sind es meistens die Organe – die Grundlage des Lebens.

Aus dem Grund bekommen die großen Gelenke im Biomotorischen Training eine fast übermächtige Wichtigkeit. Denn erst wenn sie ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, kann über die Zwerchfelle die Atmung reguliert und die Organe mit lebensnotwendigen Informationen versorgt werden. Werden die  großen Gelenke falsch belastet, werden sie erst schützend von Ausweichsmuskulatur umgeben, und die kleinen Gelenke müssen die „Arbeit“ der großen Gelenke übernehmen. Werden dagegen Muskeln nicht ausreichend oft verwendet, werden sie zuerst immer schwächer, dann zu Bindegewebe umgebaut, und nach jahrelanger Nichtverwendung in Fettgewebe umgewandelt. (Auch beim Menschen!)

Die Kommunikation zwischen den Organen und dem Gehirn durch die großen Gelenke bekommen wir nicht mit. Auch die Botschaften die das Nervensystem an die Gelenke senden, können wir nicht bewusst wahrnehmen. Aber wir sehen sie mit einem Blick an den Bewegungen des Pferdes.

Strategie 3: Das Pferd lenken

Im Prinzip gibt es nur zwei Mittel, Einfluss auf die Bewegungszusammenhänge des Pferdes zu nehmen. Theoretisch könnte man ja die Bewegungen des Pferdes kontrollieren. Obwohl dies in der Praxis ohne Ende praktiziert wird, funktioniert das nicht sehr gut – oder nicht lange. Deshalb nutzen wir die zweite Möglichkeit, Einfluss auf das Pferd zu bekommen – und das ist über das Spiel. Das spielerische Umgehen mit Bewegungen ist genetisch im Pferd angelegt, denn so prägt auch das junge Pferd seinen Körper aus und formt ihn mit der in ihm angelegten Programmierung.

Das Stop and Go, das intuitive Gehen, die Fohlenspiele oder das Hengstspiel, lenkt, führt und dirigiert das Pferd deshalb auf spielerische Weise. Und das Schöne daran ist: der Mensch weiß dabei immer genau,  was er zu tun hat und was für das Pferd richtig ist,  da diese Bewegungen über das Nervensystem des Pferdes laufen. Denn oft ist es gar nicht so einfach aus dem Teufelskreis der gewohnheitsmäßig und automatisch ablaufenden Bewegungen auszubrechen, die regelmäßig ausgeführt oder trainiert werden.  Weil  aber der Mensch alles langsam ausführen soll, kann er sich auch völlig auf seinen Körper konzentrieren.

Strategie 4: Mit Vielfalt punkten

Im Körper ist selten etwas einseitig. Einseitige Belastungen sind für das Konzept des dynamischen Pferdekörpers nicht vorgesehen, im besten Falle ist er  auch in der Natur stets unterschiedlichen und schnell wechselnden Belastungen ausgesetzt. Der Pferdekörper muss symmetrisch und vielseitig herangebildet werden – einseitige Dauerbelastungen, wie durch den Menschen, sind für den Pferdkörper undenkbar.

Denn aus diesen Fehlbelastungen bildet sich ein sehr enges Bewegungsmuster(motor patterns). Um dies zu verhindern, verwenden wir im Biomotorischen Training möglichst viele Muskeln. Am effektivsten sind verschiedene Bewegungsmuster, und am besten ungewohnte, neue Bewegungsabläufe. Das erreichen wir beim Biomotorischen Training durch die Bewegungsvielfalt. Eine ganze Menge von unterschiedlichen Bewegungsvariationen, wie etwa bei den Fohlen – oder den Hengstspielen, aber auch beim Differenzieren lassen das Pferd seinen Körper spüren.

Strategie 5: Die eigene Bewegungskontrolle des Pferdes

Das Pferd braucht Sicherheit – aber nicht nur an der Schnittstelle zum Menschen sondern auch innerhalb seines Körpers, sonst ist es dem Körper nicht möglich, die Bewegung richtig auszuführen, ohne sich zu schädigen . Gerade im Wahrnehmen des eigenen Körpers liegen aber beim Pferd oft hochgradige Störungen vor.

Eine eigene Bewegungskontrolle setzt voraus, dass das Pferd seinen Körper spürt. Und da sie in der Dynamik nie von einem Muskel allein bewerkstelligt werden kann, sondern etwa von zwei Drittel der Muskulaturen, ist es für die Bewegungssicherheit des Pferdes wichtig ihm das zu gewährleisten.  Das Gleichgewicht in der Bewegungssicherheit ist aber nicht gleichzusetzen mit Kontrolle des Menschen, Festigung, Dehnung, hohem Muskeltonus oder Spannung (positive Spannung!), denn die Elastizität der Gewebe muss für das Erhalten des Gleichgewichtes IMMER erhalten bleiben. Das geht nur über die „Leitungen“ aus den Sinneswahrnehmungen.

Strategie 6: Langsam steigern

Im Biomotorischen Training fangen wir mit ganz einfachen, fast zeitlupenhaft langsamen Bewegungsabläufen an, um dem Nervensystem zu zeigen, wo die entsprechenden Körperstrukturen sind. Aber auch um  Pferd zu zeigen wie es sich anfühlt, wenn diese in den Bewegungsablauf wieder integriert sind. Und um ihnen zu zeigen, wie sie diese wieder aktivieren können. Das durch die Primitivreflexe freigeschaltete Nervensystem wacht nun darüber, was an Bewegungsinformationen in den Körper gelangen darf und was schädigen würde.

Erst bei den Koordinationsspielen – wenn sich der Pferdekörper in seiner ganzen Bewegungsvielfalt anbietet, werden die neuen Bewegungsinformationen auch in eine schnellere Bewegung umgesetzt – die nun aber eine innere Bewegung ist, und das Pferd „trägt“.

Strategie 7: Verspannungen löschen

Die Bewegungsübungen sind voll mit Verspannungen-loslass-Helfern, damit das Pferd seine Verspannungen loslassen kann oder sich Spannungen erst gar nicht im Körper festsetzen können. Merkwürdigerweise denkt der Mensch zu gerne, ein Körper kann mit der Gegenantwort – der Entspannung, seine Verspannungen „entsorgen“. Da der Mensch wie das Pferd aber ausschließlich für dynamische Bewegungen konzipiert ist, steigen die Muskeln auf den bequemen Deal leider nicht ein.

Genick- Hals und Schultermuskeln reagieren  besonders schnell auf Belastungen jeder Art – sie werden sofort unbewusst angespannt oder sogar bewusst in Spannung versetzt. Und da haben wir sie wieder: die unter der Spannung oder bewussten Druck gebrachten Hirnnerven, die die Sinne beeinträchtigen.

Wenn das Pferd bei seinen Bewegungen richtig und tief atmen kann, unterstützen diese Bewegungen, die Verspannungen der Muskeln aufzulösen, weil das Pferd nun in alle Körperbereiche reinatmen kann und der ganze Körper mit Sauerstoff durchflutet wird. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie ihr Pferd nicht bewusst in Spannung (Spannungsbogen) versetzen.

Die Verspannungen-loslass-Helfer

Die Rippen atmen lassen: Die Rippenatmung kommt in jeder Übung vor und wird in den langsamen Bewegungen immer wieder forciert. So haben die Zwerchfelle Zeit und Raum sich zu entfalten und versorgen den Körper mit besonders viel Sauerstoff. Das baut Verspannungen und Stress ab.

Atmen Sie gemeinsam: Durch eine gemeinsame Rippenatmung können Sie beide ihre Verspannungen zusammen wegatmen. Das entschleunigt und führt zu einem gemeinsamen Rhythmus.

Langsame Körperbewegungen: Zeitlupenartige Bewegungen des Pferdes lassen das Pferd sein Becken und seinen Körper ganz genau spüren. Zusammen mit dem Auslösen des ersten Primitivreflexes kommt das Pferd automatisch in seine Eigenwahrnehmung – in seine Biomotorik. Währen den langsamen Bewegungen kann das Pferd langsam und tief in seinen Körper hinein atmen.

Die koordinierten Richtungswechsel: vor allem die Fohlenspiele wirken gleichzeitig beruhigend und ausgleichend, aber auch positiv aktivierend auf den Körper und die Emotionen des Pferdes. Die Fohlenspiele können Sie mit ihrem Pferd immer und überall machen.

Strategie 8: Die Bewegungen stärken

Richtige Bewegungen werden erst durch das funktionelle Zusammenspiel von der Muskulatur mit dem Nervensystem ermöglicht. Das Nervensystem muss dabei primär Ausgangspunkt jeder Bewegung sein. Erst wenn hier die Bewegung entsteht, können die übrigen Strukturen gemeinsam tätig werden. So wird bei jeder Bewegung als Grundlage das eigene Gleichgewicht gesucht, das somit auch als Bewegungssicherheit dient.

Wenn alle diese Informationen im Pferdekörper erfolgreich verarbeitet werden können, kann eine starke, sichere und ausdrucksvolle Bewegung entstehen. Im Vergleich zum einfachen Aktivieren der für die Bewegung gedachten Muskeln, denn das stärkt ausschließlich regionale und isolierte  Körperpartien – dieser Eingriff in das empfindliche Körpersystem des Pferdes schädigt die Muskeln und lässt das Nervensystem als Ausgangspunkt zurücktreten. Damit wird verständlich, dass eine für den Pferdekörper „gute“ Bewegung nicht von dem aktivieren einzelner, isolierter Muskeln erlernt werden kann.

Strategie 9: gemeinsame Bewegungen machen das Pferd glücklich

Beim gemeinsamen Bewegungsaustausch sollte das Verhältnis der Körperinformationen in einem ausgewogenen 1 :  1 Verhältnis zueinander sein, denn prinzipiell benötigen beide, Pferd und Reiter die wechselseitige Informationen. Durch das Biomotorische Training lernt der Mensch, aber auch das Pferd, Bewegungen anzunehmen – aber auch weiterzugeben. Dieses Ideal könnte man am besten mit einer absichtsvoll absichtslosen Handlung – die eine körperliche Gelassenheit bei beiden fördert, beschreiben. Der Spruch „Es ist so, wie es ist“ führt den Menschen aus der kopflastigen Bewertung in ein aktives Geschehenlassen hinein.

Der vorherrschende Umgang mit dem Pferd weicht teilweise dramatisch von diesem idealen Wert ab. Und das ist gefährlich. Die Verschiebung versetzt den Pferdekörper in eine chronische Spannung – das schlimmste daran ist der Sinnes-Blindflug in dem sich das Pferd befindet. Aber auch der Mensch leidet darunter, denn jede aktive Hilfe bringt dem Menschen aus seinem feinsinnigen Körperkonzept.

Strategie 10: Sie
Das Pferd lässt sich in seinen Bewegungen von Ihnen beeinflussen. Als letzte Strategie kommen deshalb Sie – Sie mit ihrem Körper, ihrem Ausdruck und Sie als Vorbild. Und damit sind sie eigentlich das Wichtigste für das Pferd. Wie gut Mensch und Pferd miteinander können, sieht man dann in den Biomotorischen Übungen.

Wie sie mit ihrem Körper umgehen können und die Biomotorik bei sich umsetzen können, damit ihre Bewegungen ihnen nicht im Weg stehen, erfahren sie in den „Biomotorischen Körperseminaren für den Menschen“.

Der Ablauf des 3-tägigen Seminares – was passiert?


Der erste Tag – das Körperseminar für den Menschen – Sie entdecken Ihre körperlichen Fähigkeiten

  • Die Vorbereitung für das Biomotorische Training ist für Sie ein körperliches, multisensorisches Lernen, also ein Lernen, bei dem die Informationen über das zentrale Nervensystem geleitet werden
  • Es geht nicht um ein Antrainieren von Reaktionsmustern, sondern um neue Bewegungsmöglichkeiten für Ihren Körper
  • Ihr Körper als das große Ganze
  • Spannungen in ihrem Körper schränken ihre Bewegungsmöglichkeiten massiv ein
  • Ihr Körper als Verbindungsstück – ihr neues „Verständnis“ für ihren Körper erleichtert dem Pferd den Umgang mit dem Menschen
  • Auch Sie beginnen einen Bewegungsprozess, um sich von „eingefleischten“ Bewegungsgewohnheiten zu lösen

 

Der zweite Tag – die Beziehung zum Pferd – weil Ihre Fähigkeiten ideal dafür sind

Mit theoretischer Praxis:

  • Wir sehen am Pferdeschädel, welche Voraussetzungen im Genick gegeben sein müssen, weil das Pferd den Menschen ohne diese Entlastung im Genick nicht versteht
  • Wie können Sie das Genick von jeglichem Druck entlasten (null-Druck-Toleranz – die Kissing Spines des Genicks) – und wie Sie von der allgegenwärtigen Maulfixierung weg kommen
  • Wie Sie sich dem Pferd verständlich machen – sie helfen dem Pferd auf spielerische, zwangslose Weise, durch die Biomotorik (Eigenwahrnehmung) Selbstvertrauen zu seinem Körper zu finden
  • Die Aufmerksamkeitsverschiebungen
  • Sie lernen, ihre Bewegungen wieder bewusst zu empfinden und auch einzusetzen, wie zum Beispiel ihre Schultern für eine „weiche Hand“. Mit einer „weichen, offenen Hand“ können Sie auch die Bewegungen, Reaktionen und Bedürfnisse des Pferdes viel sensibler wahrnehmen und wiederum ihre Handlungen danach steuern.
  • Das eigene Körpergefühl wird für Sie die Grundlage zum biomotorischen Training und somit ihr wichtigstes „Instrument“ und „Hilfsmittel“
  • „Die Kunst der weichen Hand – das Pferd das Gebiss nicht spüren lassen

 

An den Lehrpferden:

  • Das Pferd beginnt sich wahrzunehmen – die Biomotorik beginnt
  • Sie merken wie sich die Rolle des Menschen verändert
  • Minimale Bewegungen – maximale Veränderungen
  • Fohlenspiele und Primitivreflexe –spielerische Bewegungserfahrungen und neue Möglichkeiten für den Pferdekörper
  • Es kommt es zu einer Aktivierung der Biomotorik und zu einer Integration des Nervenmarks und des Nervensystems – das Pferd bewegt sich über sein zentrales Nervensystem und kann damit seinen Organismus regulieren
  • Die Sensopathie hilft dem Pferd bei dieser Art des körperlichen „Lernens“ (Bewegung in Verbindung mit sensorischen Eindrücken)
  • Sie erkennen die Fähigkeiten des Pferdes zu seinen individuellen Bewegungsmöglichkeiten – aber auch seine Bewegungsbedürfnisse
  • Die Neugierde am eigenen Bewegungserlebnis und eigenen Bewegungserfahrungen zu wecken bzw. zu erhalten
  • Vertrauen in die eigenen Bewegungsfähigkeiten vermitteln – damit das Pferd seine Spannungen loslassen kann
  • Sie lösen damit Bewegungsmuster auf, die das Pferd bisher gezwungen hat, auf die  innere Bewegung und  Synchronisierung seiner Organe zu verzichten

 

Der dritte Tag – die Aufmerksamkeitsverschiebungen im Pferd – der Prozess des natürlichen Bewegungsverhaltens beginnt

  • Der Mensch gibt dem Pferd Vorschläge zu einer anderen Bewegungsausführung– deshalb verschiebt sich im Laufe des Seminares  die Rolle des Menschen zum Pferd –  weg von der dominierenden Position und hin zu einer sehr tiefen, unkomplizierten Verbindung
  • Die Bewegungen des Pferdes im Fokus der natürlichen Bewegungsverhaltens
  • Die großen Gelenke entscheiden darüber, wie sich das Pferd bewegt und entlasten die kleinen Gelenke
  • Warum das Pferd seine Wirbelkette braucht, um die großen Gelenke zu bewegen
  • Die Entlastung der Gliedmaßen
  • das Pferd sucht nun selber, von sich aus, die eine andere Beziehung zum  Menschen, die auf Sicherheit und Vertrauen basiert.
  • Wir erzeugen und stärken neuronale Körperverbindungen dort, wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken
  • Koordinierte Bewegungen und viel Spiel – Spiele mit dem Gleichgewicht
  • Motivation zur Bewältigung von gemeinsamen Herausforderungen
  • Die so wichtigen freien Bewegungen zum Markern im Körper – aber bitte biomotorisch!

Erst wenn wir die „Logik“ des Körpers verstehen – können wir dem Pferd angemessene Reaktionen (aus Sicht des Menschen) und „sinnvolles“ Verhalten beibringen!

 

Deshalb eine kleine Anmerkung am Schluss:

Die Erkenntnisse über das einzigartige „Wunder des Körpers“ sind unendlich faszinierend – und überaus bedeutsam für die gemeinsame Zukunft mit dem Pferd. Deshalb ist das Biomotorische Training ein Seminar für Menschen, die nicht möchten dass ihr Pferd wie ein Roboter „funktioniert“, die nicht über den willenlosen Körper des Pferdes entscheiden möchten, sondern die verstehen möchten, wie wichtig die Biomotorik zusammen mit dem natürlichen Bewegungsverhalten des Pferdes wirkt. Es ist für Menschen, die ihr eigenes Potenzial dazu nutzen möchten, durch eine tiefe Verbindung zum Pferd eine „Beziehungskultur“ aufzubauen – bei dem immer das natürliche Bewegungsverhalten des Pferdes im Fokus steht.

Das Biomotorische Trainingsseminar ist sicherlich nicht dazu geeignet, um Vorschläge zu historischen oder traditionellen Formungs – und Umformungsmethoden des Pferdes zu finden. Da dürfen wir Sie auf entsprechende Seminare, die in großer Vielfalt angeboten werden – verweisen. Die „rote Linie“ des BewegungsLernens ist die Beziehungskultur zum Pferd, um das Pferd wieder in seine natürliches Bewegungsverhaltens zurückkehren zu lassen.

 „Das größte Geschenk,
das wir einem Pferd machen können,
ist ihm sein natürliches Bewegungsverhalten wieder zurück zu geben,
zu bewahren und zu erhalten.“

Aber auch im BewegungsLernen ist nichts in Stein gemeißelt – der Mensch steht erst ganz am Anfang einer Forschung, die die Beziehung vom Menschen zum Pferd im Fokus hat, und um die besonderen Fähigkeiten nutzen zu können, die dem Pferd sein natürliches Bewegungsverhalten schenken.

Bewegungswissen ist überaus wichtig, aber es wird erst wirklich wertvoll, wenn es vom Menschen auch angewendet werden kann. Das Seminar ist deshalb  an SIE gerichtet, denn ungenutztes, nicht angewendetes und umgesetztes  Wissen ist unbrauchbar und wirkungslos, wenn es nicht in eine „Sinnvolle“ Beziehung zum Pferd umgewandelt werden kann. 

Deshalb bekommen die Teilnehmer ein umfangreiches Script mit nach Hause, um sich mit den eigenen Bewegungserfahrungen des Seminares besser in die Funktionen ihres Körpers hineinzudenken, und um die „Antworten“ des Pferdes besser verstehen zu können.

Sie können das Seminar als eine Art Einladung an Sie sehen, um zum Bewegungsforscher mit Ihrem eigenen Pferd zu Hause zu werden, zum Experimentieren mit den vielfältigsten Bewegungen Ihres Pferdes und um ganz eigene Bewegungserfahrungen gemeinsam mit Ihrem Pferd zu machen und um damit Ihre persönliche Beziehungskultur entstehen zu lassen.

Das ist der Grund warum Sie ihr eigenes Pferd nicht mitbringen brauchen  (Sie „lernen“ von den „Lehrpferden“ vor Ort am allerbesten). Auch wenn Sie schon öfter in den verschiedenen Seminaren des BewegungsLernens dabei waren, nutzen Sie bestimmt immer wieder gerne die Möglichkeit, sich weiter in den verschiedenen Auslösemechanismen unterweisen zu lassen, unter Anleitung zu üben oder sich neue Impulse zu holen. 

Bitte denken Sie immer daran – eine neue Beziehungskultur soll in erster Linie Pferd und Mensch Freude machen – Bewegungsfreude mit allen Sinnen, um sie gemeinsam zu teilen. Genau dass möchte Ihnen das Biomotorische Bewegungsseminar vermitteln.

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