fbpx

BewegungsLernen.com

Das BewegungsLernen – die zeitgemäße Pferdeausbildung

Print Friendly, PDF & Email

„Das Pferd muss nicht so laufen, das wir es reiten können, sondern wir müssen es so reiten, das es laufen kann.“
Monika Pausch

Das BewegungsLernen – die zeitgemäße Pferdeausbildung

Bis vor wenigen Jahrzehnten war es eher die Regel, dass das Pferd schwere und harte körperliche Arbeit verrichten musste. Die Reitlehren und Instruktionen die aus diesen Zeiten stammen, sollten die vorhandenen Bewegungen kanalisieren und für den Menschen nutzbar machen – möglicherweise auch die schnellen, dynamischen Bewegungen des Pferdes überschaubar und für den Menschen beherrschbar machen.

Der Körper des Pferdes hat sich in seiner genetischen Entwicklung hervorragend darauf eingestellt. So gut er aber mit Belastungen und viel Bewegung umgehen kann, so wenig ist der Pferdekörper imstande, die heutigen Bewegungsformen zu verkraften, die aus extrem wenig Bewegung, größtenteils aus „falschen“ Bewegungen und in „falschen“ Bewegungen im Zusammenhang mit der Belastung des Menschen, bestehen. Die Bewegungen des Pferdes von Anfang an nur unter reiterlichen Aspekten aufzubauen, führt das Pferd deshalb in eine Sackgasse.

Die Bewegungsentwicklung ist aber ein Teil des genetischen Codes des Pferdes. Alles was lebt, wächst und entwickelt sich weiter. Es geht für das Pferd aber nicht nur darum, einfach zu wachsen und sich irgendwie zu bewegen, sondern um eine zielgerichtete Bewegungsentwicklung, damit es für die Erfordernisse seiner Umwelt, seines Alltages oder des Menschen lebensfähiger und überlebensfähiger ist, in sie rein wachsen und sich dabei weiter entwickeln kann.

Bewegungsentwicklung und Bewegungsaufbau des Pferdes

Wie wäre es, wenn Sie Ihre Einstellung zu Pferd und Ihr eigenes Verhalten überdenken würden? Zum Beispiel das Pferd nicht als Reitpferd sehen, sondern als Lebewesen, dass sich am wohlsten in unserer Partnerschaft fühlt,  wenn es selbstbewusst seinen Körper nutzen kann. Anstatt die negativen Fähigkeiten durch endlose Wiederholungen an die Oberfläche zu befördern, sollte es doch unser Ziel sein die Stärken hervorzuholen. Das nennt man auch den Michelangelo-Effekt( So wie der Bildhauer Michelangelo aus Werkstoffen, die darin „versteckten“ schönen Figuren „befreite“ so können wir in unserer Beziehung zum Pferd, das Pferd dabei unterstützen, sein bestes Selbst zu formen. Dabei können Sie die Kraft der „positiven Vorbereitung“ nutzen, um das Pferd zu fördern, es zu begleiten und selber körperlich daran zu wachsen.

Führungsarbeit ist ein ständiger Dialog

Das unvoreingenommene Anschauen der Bewegungsnatur des Pferdes – ohne den „Hintergedanken“ an Reitweisen oder Reitlehren zu haben ist unentbehrlich für die „positive Vorbereitung“ des Pferdekörpers  -für die  Bewegungsentwicklung und den Bewegungsaufbau des Pferdes. Ihre Rolle im Führungs- und Entwicklungsprozess wird dadurch aber noch mehr in den Vordergrund gestellt.

Während die „positive Vorbereitung“ des Pferdes als die Grundlage für die Bewegungen des Pferdes zu sehen sind, bedeutet es für Sie, dass Sie sich nicht nach der Verbreitung reiterlicher Hilfen zurückziehen können. Im Gegenteil, Ihre „Führungsarbeit“ darf und muss Richtungs- und Lenkvorgabe für die dynamischen Bewegungen des Pferdes sein. Deshalb müssen Sie – so unangenehm es manchmal auch sein mag –  zunächst Ihre eigenen Bewegungen und Handlungen reflektieren. Wenn Sie es schaffen, sich Ihres eigenen Bewegungsverhaltens bewusst zu werden, können Sie Ihr Pferd auch ganz gezielt in Richtung einer positiven Vorbildrolle beeinflussen.

Die fundamentalen Erkenntnisse früherer Meister dabei nicht in die Überlegungen und in die Zusammenarbeit mit dem Pferd aufzunehmen, wäre Ignoranz. Die Individualität des Pferdes  kann sich auf der Grundlage des bisherigen Wissens viel besser entwickeln und es ist sicher ein Zeichen von Intelligenz, auch auf den Erkenntnissen anderer aufzubauen, und die als Grundlage zu nehmen  – aber seit dem Jahre 1800 hat sich eben vieles völlig verändert – und so sind viele Ausbildungen heute nicht mehr zeitgemäß.

Entwickeln Sie das Pferd, nicht das Reiten – das kommt dann fast von selbst

Das BewegungsLernen will die Bedeutung von Reitlehren aber nicht schmälern, im Gegenteil – sie ergänzt sie „sinnvoll“ mit der Eigenwahrnehmung des Pferdes. Das bewusste Entwickeln von dynamischen Bewegungen und der folgende Bewegungsaufbau sind für die meisten Menschen eine völlig neue Erfahrung, da man sonst – vielleicht trotz umfangreicher Reitausbildungen – den dynamischen Bewegungen des Pferdes kaum auf diese Weise Aufmerksamkeit geschenkt hat – und auch sonst nicht so oft darauf hingewiesen wird.

„Richtige“ und „innere“ Bewegung

Auch der Unterschied zwischen stabilisierter und dynamischer Muskelarbeit ist für viele erst mal eine neue Erfahrung, aber nur die dynamische Muskelarbeit des Pferdes bringt dem Pferd die elastische Kraft, die seinen Körper nicht überlastet und anstrengt,  das Zusammenspiel von Knochen, Gelenken und Muskeln fördert und ihm ermöglicht, einen Menschen zu tragen.

Und nur das eigene Nervensystem des Pferdes, kann die Motorik der Skelettmuskulatur – vorgegeben durch die Skelettvorgabe, richtig ansteuern.  Wenn wir als Mensch willentlich den Körper beeinflussen, entstehen dabei für den Pferdekörper möglicherweise „richtige“ aber auch „falsche“ Bewegungen. Die aus „falschen“ Bewegungen entstehende Ausweichmuskulatur, lässt uns dann sehr deutlich erkennen, dass es keine Förderung, keine Konditionierung und kein Training von „falschen“ Bewegungen geben kann, bei denen man sich nicht an die Vorgaben des Körpers orientiert. Denn durch die Entstehung von Ausweichmuskulatur versucht sich der Pferdekörper vor den „falschen“ Bewegungen zu schützen.
Eine Stärkung der Ausweichmuskulatur verzerrt  also den Pferdekörper und seinen Organismus. Wenn wir also bewusst „falsche“ Bewegungen erzielen wollen, sie sogar antrainieren, schwächen wir  auf Dauer das Pferd damit.

„Richtige“ Bewegungen sind nie einseitig, schief oder gestellt. Und – sie haben immer ein äußere und eine innere Komponente. In den meisten Pferdeausbildungen werden allerdings die äußeren Attribute überbetont. Tatsächlich scheint es zunächst einfacher, zu „Erfolg“ zu kommen indem man die körperlichen Bedürfnisse des Pferdes ignoriert und das Pferd nach seinen Wünschen formt.

Die „innere Bewegung“ dagegen entspricht dem natürlichen Antrieb des Pferdes, seine Fähigkeiten – die in seinem Körper angelegt sind und individuell verschieden zum Abruf bereit stehen – und darin, die eigenen Begabungen weiterzuentwickeln und auszuleben.
Wer diese „Bedürfnisse“ bei seinem Pferd unterdrückt und anderen Wünschen unterordnet zahlt einen hohen Preis um nur mit der „äußeren Bewegung“ des Pferdes weiter zu kommen. Die Eigenwahrnehmung des Pferdes ist deshalb langfristig kaum durch etwas anderes zu ersetzen.

Durch das BewegungsLernen lernen Sie nicht, was MAN mit dem Pferd tun kann, sondern was SIE tun können

Mit der Biomotorischen Bewegungsentwicklung  fördern Sie die Stärken und nicht die Schwächen des Pferdes. Sie fördern seine Fähigkeiten und Begabungen. Und Sie selbst lernen die Bewegungen des Pferdes besser verstehen und zeigen dabei dem Pferd, wie es selbst zu seinem inneren Gleichgewicht kommen kann – die Voraussetzung für ausgeglichene, gleichmäßige und gleichseitige Bewegungen. Sie konzentrieren sich dabei auf eine Vielzahl von Bewegungsübungen, die die Eigenwahrnehmung des Pferdes freisetzen und auf Bewegungen, die die Entwicklung des Pferdes unterstützen.

Das BewegungsLernen ist keine Reitlehre. Es ist vielmehr eine Anleitung zum biomotorischen Umgang mit dem Pferd und wie Sie mit der Biomotorik ihre Zusammenarbeit mit dem Pferd ergänzen können. Das BewegungsLernen respektiert die Individualität des Pferdes und ermutigt und bestärkt es in seinen neuen Bewegungserfahrungen.

Die Biomotorische Bewegungen haben das Ziel den Körper des Pferdes zu stärken und ist deshalb auch ein Training für den Organismus. Der Mensch, der mit der Biomotorik arbeitet, zeigt dem Pferd dabei, wie es selbst zu seinem inneren Gleichgewicht kommen kann – die Voraussetzung für ausgeglichene, gleichmäßige und gleichseitige Bewegungen.

Entwickeln Sie das Pferd – und nicht das Reiten

Die Bewegungsseminare beziehen sich ausschließlich auf die Funktionsweise des Körpers und nicht auf Reitinhalte – deshalb sind sie auch eine ideale Ergänzung zu fast allen Reitlehren. Die Vorlage dabei ist immer das Skelett des Pferdes, das die Bewegungen des Pferdes bestimmt und  vorschreibt. Die gleichseitige Muskelausprägung der „richtigen Bewegungen“ verändert dabei nicht nur das Bewegungsverhalten des Pferdes sondern auch den Organismus. Aber in erster Linie lernt das Pferd seinen Körper kennen.

In der Biomotorischen Entwicklung dient jede erreichte Stufe als Vorbereitung für die nächsthöhere Entwicklungsphase des Pferdes. Die große Vielfalt der Bewegungsabläufe lässt die für den Körper „richtige“ Bewegung immer wieder in den Vordergrund kommen, auch wenn Fehlbewegungen, Gewohnheiten und Bewegungsstörungen den Körper und seinen Organismus schon beeinflusst haben.

Das BewegungsLernen und Sie

Wussten Sie, dass wir vom Pferd zu 90% über unseren Körper wahrgenommen werden? Viele Gründe also, uns mehr über unseren Körperausdruck zu kümmern als um die Verfeinerung von Reitanweisungen. Das BewegungsLernen macht in den Bewegungsseminaren deutlich wie der Reiter durch das Hinzuziehen seines Körpers eine ganz andere Wirkung auf das Pferd bekommt. Und warum das „feine Reiten“ genau an diesem Punkt beginnt.

„Haltungen, Bewegungsmuster und auch Blockierungen muskulärer Art wirken sich auf den Fluss und die Ausdrucksmöglichkeiten des Pferdes aus und bestimmen so das Maß an körperlichen Entwicklungsmöglichkeiten, die dem Pferd zur Verfügung stehen“.

Die Verbindung zum Menschen

Durch Ihren Körperausdruck und körperliche Klarheit dagegen verstärken Sie Ihre Verbindung  zum Pferd„ – durch diese Wirkung fühlt sich das Pferd von Ihnen verstanden und „sicher“. An ihrem Körper orientiert sich das Pferd und das was Ihr Körper aussendet, ist machtvoller als das, was Sie ihrem Pferd durch Technik oder Wiederholungen vermitteln können.

Das Potenzial Ihres Körpers

Nicht nur Ihr Wissen, ihre reiterlichen Leistungen und angelernte Techniken wirken auf das  Pferd ein, sondern vor allem die Art und Weise, wie Sie mit Ihrem Körper umgehen – Ihr Körper ist dabei nicht einfach ein Funktionsteil, sondern er ist ein Teil von Ihnen – er ist Sie. Pferde nehmen diese neue Verbindung zum Menschen begeistert an und benutzen es sofort für ihre Bewegungen. Durch diesen „Wahrnehmungsrahmen“ kann sich das Pferd besser auf seinen Körper konzentrieren.

Die Grundlage der Biomotorik

Grundlage der Biomotorik ist das Spiel mit der Wahrnehmung, der Schwerkraft und Reflexen. Die Basis ist ein ständiger Körperkontakt durch die Verbindung der Hand. Die Bewegungen des Pferdes entstehen allein aus der Leichtigkeit des Augenblicks heraus. Es entsteht ein gemeinsamer Bewegungsfluss, bei dem keiner führt – und keiner ausführt.

Die Biomotorik ist ein Bewegungsprozess, der entsteht wenn sich Mensch und Pferd in gegenseitiger Unterstützung bewegen und gemeinsam das Spiel mit der Balance spielen. Neben dem Zusammenspiel von Skelett, Muskulatur und Reflexen wird dabei vor allem die Wahrnehmung des Pferdes angesprochen. Über das unmittelbare Erleben und Wahrnehmen von Bewegungen kann das Pferd einen neuen Zugang zu seiner Welt bekommen.

Wenn Mensch und Pferd miteinander verbunden sind, können sie Gedanken sehen, Berührungen hören und Worte fühlen.
Monika Pausch

 

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.