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Bewegungswissen

Das Bewegungswissen

Die Frage ist immer ob man es richtig macht

Erst seit ca. 200 Jahren glaubt man an die formende Kraft der Dressur. Ausbildung und Training des Pferdes als das Produkt von Hilfen, Belohnung und Bestrafung? So gut gemeint und ausgefeilt die Theorien und Reitlehren der Gebrauchsreiterei auch waren – oder auch sind – sie gehen am schlagenden Herzen der Körperentwicklung glatt vorbei. Aber was passiert mit der Natur im Pferd, wenn der Mensch nach der falschen Methode vorgeht? Was stört das Pferd bei seinen Bewegungen? Was belastet es? Was ist zu umständlich und unverständlich? Was ist unbequem? Was führt immer wieder zu Konflikten? Was ist zu wenig? Was ist zu viel?

Die Bewegungsentwicklung der Natur von oben betrachtet

Es geht nicht darum, dass wir uns pausenlos einen Spiegel vorsetzen und uns bewerten – es geht darum aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und aber auch die vielen guten und wichtigen Erfahrungen, die unsere Vorfahren gemacht haben, zu übernehmen.

Nur aus den Fehlern, die andere in der Ausbildung des Pferdes gemacht haben, und immer noch machen, und aus den Fehlentwicklungen, die im besten Glauben beim Pferd in Gang gesetzt wurden, können wir lernen, was besser oder richtiger gewesen wäre und besser geht. Anders können wir nicht herausfinden, was dem Pferd hilft und was dem Pferd schadet, was unser Pferd glücklicher, gesünder, entwicklungsfähiger und „natürlicher“ gemacht hätte – und machen könnte.

Glücklicherweise kann man jetzt bereits erkennen, wie sich die Denkstrukturen der Gebrauchsreiterei, die seit einigen Jahrzehnten aus den damaligen Bedürfnissen heraus, beherrschend und bestimmend waren, aufzulösen beginnen. Nicht deshalb weil sie bekämpft werden, sondern weil es einfach nicht klappt…weil jeder irgendwann ansteht.. und weil gerade eine neue Generation an Pferdeausbildern heranwächst, die sich ihre Freude an der spielerischen Körperausbildung nicht nehmen lassen. Immerhin müssen wir uns bewusst machen, dass die Gebrauchsreiterei aus der militärischen Kriegsreiterei entstanden ist.

Große Veränderungen beginnen im Kopf!
Das Bewegungswissen möchte zum besseren Verständnis hin differenzieren – das bedeutet, auch heikle Themen durch präzise Unterscheidungen genau zu durchleuchten. Das heißt, die Anwendungen der zwei großen Ausbildungssysteme und deren unterschiedliche Wirkung auf den Pferdekörper mit Hilfe der Bewegungsanatomie zu untersuchen.

Doch wie könnte das aussehen?
Um heraus zu bekommen welche Konsequenzen die „Bewegungskultur“ für uns und für unsere Pferde hat, hilft uns die Bewegungsanatomie, die uns viel deutlicher als die „normale“ Anatomie zeigt, welche Anforderungen der Körper zur Biomechanik und zur Bewegung braucht, und welche Unterschiede für das Pferd mit dem Hinzukommen der Biomotorik entstehen. Der momentane Zustand des Pferdes ist für die Biomotorik relativ unbedeutend. Wie leicht verführen uns Bewertungen über den aktuellen Zustand dazu, an der Problemstelle anzusetzen und zu „verbessern“ und das große Ganze – das Körpersystem außer acht zu lassen.

Das Bewegungswissen schafft Abhilfe:
das Bewegungswissen verbindet die natürlichen Möglichkeiten im Pferdekörper mit den kulturhistorischen Erfahrungen und Beobachtungen früherer Zeiten mit dem Wissen der Bewegungsanatomie, da die Biomechanik in der Bewegung ganz andere Anforderungen an den Körper stellt als die Biomotorik.

…und früher?
Bei einem Streifzug durch die Schatzhäuser der Reiterei, die uns an die Ursprünge der Pferd-Mensch Beziehung führt, können wir erkennen, weshalb wir gut beraten sind die Biomotorik und die Bewegungsentwicklung zu retten. Denn wie so oft, wenn man in naturwissenschaftliche Bereiche vorstößt, die sich in der Eigenwahrnehmung verbergen, bestätigen sich auf diese Weise tiefe Einsichten, zu denen besonders tiefsinnige Menschen bereits Jahrtausende, manchmal sogar Jahrtausende vor uns gekommen sind. So zeigt sich, was wir heute noch von der hochstehenden Reitkultur früherer Zeiten lernen können: die Bewegung als ein vielfältiges Spiel zu sehen, um so im vollen Sinne das Pferd, Pferd sein zu lassen und das ganze Spektrum des Pferdseins auszuloten - das ist bleibend gültig.

 
„Man überließ die Reitkunst meist unwissenden, unerfahrenen Menschen, und sah sie bloß als eine Übung an, deren Wert weder durch Beobachtung noch durch Grundsätze veredelt wurde. Die Mode herrscht über die Kunst, der Lehrer derselben sprach seinem Lehrlinge Hauptregeln vor, ohne sie erklären zu können; das Pferd unterwarf sich endlich der Gewalt seiner eigensinnigen Einfälle, indem es jedoch beständig dem, ihm von der Natur verliehenen ersten Eindruck entgegen arbeitetete. Die Reitkunst, die Ihre Richtigkeit von so vielen Wissenschaften herleiten muss, wird nie etwas Sicheres zum Grunde haben, wenn Sie nicht auf die wahren Grundsätze der Natur zurückführt“.

Man glaubt es kaum, dass diese Sätze fast vor 300 Jahren von du Paty de Clam geschrieben wurden.
Gestern wie heute - wer sein Pferd Biomotorisch entwickeln möchte, braucht dazu auch das umfassende Bewegungswissen, die eigenen körperlichen Fähigkeiten und die Fertigkeiten dazu – im Vergleich zur Gebrauchsreiterei, bei der es auf die Erfüllung und auf das Wissen der jeweiligen Methode und Technik ankommt.

Die Biomotorik grenzt sich deutlich gegen das System der Gebrauchsreiterei ab.
Die Biomotorik lässt den Pferdekörper durch seine eigene Wahrnehmung entstehen. Der biomotorische Körper stabilisiert sich nicht durch die Stärkung der Muskeln sondern durch die gemeinsame Arbeit der Muskeln, aus der Trage-und Aufrichtemuskulatur entstehen kann, die das Pferd autark von den Fähigkeiten des Menschen macht, und es aus eigenem Antrieb seinen Körper weiter entwickeln möchte.

 
Damit der Pferdekörper wieder selbstorganisatorisch arbeiten kann, müssen wir herausfinden können welche Muskelgruppe nicht richtig arbeitet. Man muss sehen können (Bodywatching) und auch fühlen können (Sensopathie), welches Gelenk sich nicht mit dem vollen Bewegungsradius bewegt, um dann die jeweilige Muskelgruppe gezielt zu unterstützen und zu kräftigen wie man das in der Fortbildungsreihe der Bewegungsensitiven Körperbegleitung lernen kann. Zum Reiten braucht das Pferd selbstorganisatorisch alle Bewegungen seines Körpers, und die Arbeit des BewegungsLernens ist, diese Bewegungen ohne Verbiegungen oder Verspannungen geschmeidig zu machen.

Um z.B. die Funktionsweise einer Schulter in der Bewegung verständlich zu machen, braucht man das Bewegungswissen, das mit der Bewegungsanatomie durchsetzt ist. Wie funktioniert eine Schulter? Und wie könnte sie funktionieren? Welche Bedeutung hat die Schulter für die Bewegung des Pferdes? Haben Sie schon mal den optimalen Bewegungsumfang einer Schulter gesehen oder gefühlt? 
Oder die Wichtigkeit der unscheinbarsten Gelenke im Pferdekörper - den Iliosakralgelenken verstehen. 
Oder uns vorstellen, das der Kopf des Pferdes nur an dünnen Sehnen im Genick aufgehängt ist, mit denen man wie mit rohen Eiern umgehen muss.

Alle Handhabungen der Reiterei erscheinen in einem ganz anderen Licht, wenn wir wissen, welche Bewegungsmöglichkeiten wir entdecken können und welche überlagert sind – und wenn Sie wissen, welche Bewegungen sie sehen und spüren sollen.

Themenbezogen beschäftigen wir uns in den verschiedenen von uns angebotenen Fortbildungen beim Bewegungswissen mit den einzelnen Körperteilen die das Pferd zur Bewegung braucht. Begleitend dazu ist – genauso themenbezogen – ein Script, der das Wissen verdeutlicht.

Ist es die Angst vor der Natur – die wir unter „unter Kontrolle“ bringen wollen.
Du Paty de Clam (1777), gilt als einer der ersten, der mit der Anatomie des Pferdes und des Menschen als Wissenschaftliche Grundlage die Reitkunst auf eine sichere Basis stellte. 

Bisher galt es als genauso große Kunst, die Reitkunst nur durch Beobachtung und Übung festzustellen – das Können dazu wurde aus den großen Schulen – vor allem den italienischen Schulen weitergegeben.

Er sagte:
„Es ist ein wesentliches Erfordernis, die festen Teile des Pferdes gut zu legen, weil die weichen Teile, mit denen sie umhüllt sind, sich auch sogleich nach ihrer Lage richten. Man muss von ihren natürlichen Bewegungen zur Reitkunst Gebrauch machen können. Die Muskeln durch deren Hilfe sie bewegt werden, sind ebenfalls an Naturgesetze gebunden, sowie an die Regeln der Reitkunst, wodurch die natürlichen und künstlichen Handlungen, vermischt werden“.

 
Keine Kunst und schon gar nicht die Reitkunst erhalten sich durch die Jahrhunderte auf derselben Höhe – Auf – und Abschwung folgen in einem eigenen Wechsel. Gerade die Reitkunst unterliegt dem in einem besonderen Maße, da die Vorbereitung des Pferdeskörpers von den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt geprägt sind. Die großen Kriege, die Zucht des schnellen Vollblutes und veränderte Waffen veränderten die Reitkunst zur Gebrauchsreiterei.

Unsere Vorfahren – die den Pferdekörper erst bewusst herangebildet haben, wussten, dass weder Druck noch Technik das aus dem Pferd herausholt, was im Pferd steckt – das vermag allein eine Körperbildung die das Spiel der Natur als Bewegungsentwicklung zu Grundlage hat – bis hin zur spielerischen Reitkunst.

Es wird Ihnen es oft begegnen
Denn eigentlich wissen wir ja alles: Bewegungen befreien den Körper und ist zugleich Kraftfutter für ihn – die Bewegungen sollen den ganzen Körper verbinden und „durchlässig“ durch den Körper gehen.

Trotzdem werden die Pferde nicht im Bewegungsspiel der Körperausbildung die den Körper entwickelt, unterrichtet. Wie gut sie die oben genannte Bewegungskunst beherrschen – oder eher, wie sehr sie sie bereits verloren haben wird ebenfalls in keinem der vielen Wettbewerbe geprüft, bei dem das Pferd teilnehmen “darf”.

Weshalb ist das so?
Und weshalb erntet, wer eine Frage darüber zu stellen wagt, nur ein müdes Lächeln oder – noch schlimmer – einen belehrenden Vortag über die Vorteile der jetzigen Ausbildung und über die Notwendigkeit der „richtigen“ Ausführung (weil sonst leicht etwas schief laufen kann).

Wer dann noch immer nicht aufgibt und darauf hinweist das Bewegungen nur vom Körper selbst entwickelt werden können und dem Pferd Möglichkeiten zu eigenen vielfältigen Bewegungserfahrungen gegeben werden müssen, wird gerne mit dem Hinweis abgespeist, das das immer schon so war.

Aber stimmt das überhaupt? War das immer schon so?
Zum Glück, so muss man es wohl angesichts solcher Antworten sagen, gibt es historische Belege dass die heutige Art der Pferdeausbildung und die immer größer werdenden Probleme für das Pferd, die daraus entstehen, nicht immer so waren.

Das Pferd das ein Pferd ist!
Wir beginnen erst zu verstehen das das Pferd nur dann ganz Pferd sein kann und das in im angelegte Potenzial zur Entfaltung bringen kann wenn wir das Wissen der Bewegung haben – das Verständnis für die Natur, die noch immer – trotz aller Zuchtversuche und trotz mechanisierten Ausbildungen noch immer im Pferd steckt - und natürlich solange wir ihm vielfältige Gelegenheiten geben, es auf spielerische Weise selbst zu entdecken und zu erproben.

Diese wieder neue und doch alte Betrachtungsweise passt nun auch zu dem Bild,
das Neurowissenschaftler,
Bewegungswissenschaftler und
Rückenspezialisten
sich ebenfalls in den letzten Jahrzehnten über die Bedeutung der Eigenwahrnehmung, als Prinzip des sich selbst organisierenden Körpersystems gemacht haben.

Denn im Bereich des Körperlichen kann etwas nur zunehmend komplexere Strukturen ausbilden, die die Möglichkeiten des Körpers erweitern, wenn spielerisch erprobt wird, was auf welche Weise zusammenpasst. Damit bestätigen wir Einsichten und Ansichten, zu denen besonders tiefsinnige Reiter bereits Jahrhunderte, manchmal sogar Jahrtausende vor uns gekommen sind.

Deshalb war die letzte große „Anpassung“ vor ca. 200 Jahren,
wo das Kriegsgeschehen andere Anforderungen an das Pferd stellte und der Mensch auf eine „praktikable Nutzung“ des Pferdes angewiesen war. Fast unbemerkt verlor das Pferd seine Bedeutung für den Menschen – geblieben sind uns heute nur die Ausbildungswege der Militärreiterei von damals.
Und deshalb wird auch nicht mit derselben Hingabe wie in früheren Kulturen der Pferdekörper ausgebildet. Das was „früher“ als Kunst und als Leistung galt – nämlich den Pferdekörper zu der größten Entfaltung seiner Fähigkeiten zu bringen, hat sich gewandelt in ein System aus dem heraus die Bewegung des Pferdes instrumentalisiert und wirtschaftlichen Interessen unterworfen werden.

Aus diesem Grund lohnt es sich, uralte Erkenntnisse etwas genauer zu betrachten und sie im Bewegungswissen aus der Perspektive unseres nun neu hinzugekommenen Bewegungsanatomischen Wissens etwas näher zu beleuchten.

Das nächste Bewegungswissen findet im am 08. Januar im Rahmen der Fortbildung der Cranialen Bewegungsausbildung in Österreich (Themenschwerpunkt Maul und Genick des Pferdes) und am 29. Januar beim Schnupperkurs ebenfalls in Österreich (Themenschwerpunkt: der Rücken des Pferdes)statt.

In Deutschland starten wir im März eine neue Fortbildungsreihe „die Bewegungssensitive Körperbegleitung“ – Bewegungen des Pferdes verstehen und verändern – in der das Bewegungswissen und die Bewegungsanatomie wichtige Schwerpunkte sind und auf die praktische Arbeit der Sensopathie vorbereiten. 

Monika und Roland Pausch

Bewegungslernen Pausch
Schlossstrasse 9

74889 Sinsheim / Ehrstädt

Festnetz: +49 7266 911 740

Monika Pausch:
Mobile: +49 151 619 58339

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Roland Pausch:
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