fbpx

BewegungsLernen.com

Bewegungsentwicklung

Print Friendly, PDF & Email

Wenn Pferdebesitzer hören, dass die Probleme ihrer Pferde mit den Muskeln oder übermäßigen Verspannungen der Muskeln zu tun haben, reagieren manche schuldbewusst und manche aggressiv. Die Schuldbewussten denken, sie haben nicht genug mit ihrem Pferd gemacht, deshalb seien die Muskeln ihres Pferdes zu schwach, obwohl heute an jeder Ecke Programme zum Muskelaufbau, zum Rückentraining, zur Stärkung und Kräftigung angeboten werden.

 

Die anderen, die eher unwillig reagieren, präsentieren stolz die auf trainierten, harten Muskeln ihrer Pferde, in jahrelangen Ausbildungen und Reitstunden erworben: Der Bauch an dem man die Muskelstränge sieht, Rückenmuskeln wie Drahtseile am Rücken, manchmal kindskopfgroße, schwellende Muskulaturen am Rumpfübergang in die Gliedmaßen oder über den Knien, harte Genickmuskulatur und dafür eine unstabile Halsbasis.

Beide ahnen nicht, dass genau das die Ursache der Beschwerden ihrer Pferde
und ganz sicher auch der Ursprung ihrer reiterlichen Probleme sind. In einem tragischen Irrtum verwechseln sie die stabilisierende Stärke eines Muskels mit Härte. Beides hat nichts miteinander zu tun. Muskeln sollten im Ruhezustand weich und elastisch sein und nicht aufgedunsen, gedehnt oder hart, denn sonst werden sie durch ihre Verspannungen behindert und dann kann eben auch ein „starker“ Rücken schmerzen.

 

Da ist z.B. ein Pferd mit Knieproblemen. Es „hängt“  beim Stehen und Bewegen nach links. Durch die ständige Gewichtsbelastung hat das linke Bein deutlich mehr Ausweichmuskulatur bekommen, während die Muskulatur des rechten eher verkümmert ist. Unnötig zu sagen, auf welchem Bein das Pferd mehr Bewegungsanreize bekommt… Die meisten werden jetzt denken, das rechte Bein müsse durch vermehrtes Untertreten in „Form“ gebracht werden, zumal das Becken auch einen „Schiefstand“ zeigt.

 

Auch die Muskeln an der linken Hüfte sind ständig fest, ebenso die linke verspannte Bauchmuskulatur und die festgehaltene linke Schulter. Mit anderen Worten: das Pferd hat seine rechte Körperseite ständig angespannt. In seinem „Alltag“ und beim Reiten. Beobachtet man das Pferd genauer, kann man auch sehen: das linke Knie ist immer durchgedrückt und kann sich nicht mehr beugen, das Becken steht dadurch links höher als rechts.
Das Pferd wird dreimal in der Woche viel vorwärts-abwärts geritten und da es schlecht kontrollierbar ist, mit einem Sperrriemen und Olivenkopfgebiss.

 
Der „Hauptfehler“ den es bei dem Pferd zu beheben gilt, liegt in keinem der Gliedmaßen, sondern in seiner Fehlbelastung und Fehlbewegung seines Körpers, die den ganzen Körper betreffen. Das „Zentrum“ ist das festgehalte Becken und die Verkürzung und Starre seiner linken Psoasmuskulatur. Das Pferd muss also erst wieder in seine natürlichen Bewegungen zurückgeführt werden bevor die „neuen“  Bewegungen durch die Eigenwahrnehmung des Pferdes entwickelt werden können.

 


Wenn die Psoasmuskulatur durch das Biomotorische Training geschmeidiger
und beweglicher wird, haben die Wirbel der Wirbelkette wieder mehr Platz und
Raum – durch den Lendenbereich entsteht Aufrichtemuskulatur und das Pferd kann seine
Beweglichkeit besser auf beide Seiten verteilen. Als Folge davon bekommen alle vier Beine
gleichmäßige Bewegungsanreize – die Schultern
werden entlastet und Tragemuskulatur kann entstehen.


Pferde brauchen zur Besserung von Bewegungsproblemen keine Kräftigung durch das Reiten.
Sie brauchen vielfältige Bewegung und Bewegungsentwicklung ohne festhalten im Körper. Wenn das Reiten vermeintlich hilft, dann deshalb, weil es sich in kleinem Umfang dabei bewegt. Eine Entspannung der Muskulatur bewirkt sogar noch das Gegenteil. Die Muskulatur wird durch die Dehnung immer schwächer und gibt in den problematischen Zonen nach. Die Muskel-Gegenspieler dagegen bleiben dabei angespannt und verkürzt, verhindern die Bewegung und verursachen die Beschwerden. (Was die problematischen Zonen sind, sehen Sie in den Orientierungsmarkern)

 
Entspannung im Körper geht immer auf Kosten von anderen Bereichen. Denn das System des Körpers ist auf ein fein abgewogenes Tragen des Körpers abgestimmt. Alle funktionellen Bewegungseinschränkungen funktionieren deshalb nach dem gleichen Prinzip. Kann das Pferd sich nicht durch die Tragemuskulatur nach oben ausdehnen, sind seine Rückenmuskeln verspannt. Kann es sein Schultergelenk nicht bewegen, dann sind die Muskeln verspannt, die die Schulter zum Körper hingezogen halten. Kann es das Knie nicht voll beugen, sind die Muskeln des Beckens verkürzt und verspannt. Deshalb kann auch das System des Spannungsbogens aus biomotorischer Sicht nicht funktionieren, denn man kann einen verkürzten, verspannten Muskel nicht länger und geschmeidiger machen indem man ihn dehnt, denn Bewegung entsteht nur durch Veränderungen der Muskelspannung, die ständig wechseln muss.

Es ist immer die Sensorik und die Motorik gemeinsam gestört.

Weil der Körper als Ganzes verbunden ist, ist eine Verspannung nie auf einen Ort begrenzt, setzt sich eine Verspannung auf den ganzen Körper fort und lässt eingeengte Bewegungen entstehen. Eine Fehlhaltung bedeutet unweigerlich auch eine deutliche Veränderung der Bewegung. An den Regionen an den die Verspannungen die Bewegungen nicht durchlässt, entsteht eine Bewegungseinschränkung. Z. B. kann sich das Knie beim Gehen fast nicht mehr beugen, oder die Rippen bleiben starr (viele Atembeschwerden rühren von einer verspannten Atemmuskulatur) oder das Becken kann sich nicht in seiner Lendenmuskulatur  bewegen.

Sind bestimmte Körperteile beim Pferd immer gleich angespannt, spürt es sie nicht mehr. Die Eigenwahrnehmnung ist unterbrochen oder ganz gestört. Das Gehirn bekommt keine „Rückmeldung“ vom Körper, die Empfindungen und Wahrnehmungen werden immer undeutlicher an der „unbewegten“ Stelle. Bewegungsanreize kommen nicht durch oder werden nicht angenommen. Das Pferd erstarrt immer mehr. Das Pferd wird immer schiefer und merkt es nicht – und der Mensch meistens auch nicht.

Körperentwicklung – Die Rückführung des Pferdes in seine natürlichen Gänge

Bewegung ist für das Pferd so essentiell wie die richtige Nahrung. Immerhin bedeutet sie für das Pferd den Raum in dem es sich entwickeln kann. An den Erfahrungen seiner Bewegungen baut das Pferd das Fundament, das sein Leben bedeutet. Deshalb ist Bewegung für das Pferd nicht einfach nur eine nette Ergänzung zu seinem Alltag.

 

 


Das Spiel mit dem Körper ermöglicht dem Pferd das Ausprobieren all dessen, was dem Pferd möglich ist. Und je lernfähiger der Pferdekörper ist, desto intensiver ist die Bewegungsentwicklung. Das spielerische Ausbilden des Körpers ist also von Anfang an alles andere als eine nutzlose Beschäftigung zum Zeitvertreib.

Mit der Bewegungsentwicklung des Pferdes tauchen wir in eine Welt zurück in der es eine Kunst war, den Körper des Pferdes sorgfältig auszubilden.

Was ist eigentlich die „Natur“ im Körper des Pferdes?

Wenn wir uns bewusst machen wollen, was Spannungszustände im Körper verursachen, gehen wir am besten in die Ursprungszeit der Bewegung – in das Fohlenalter zurück. Die „Natur“ im Körper des Pferdes ist das Muskel-und Gelenkspiel das zum eigenen Körper, zu den unverwechselbaren Abmessungen der Skelettknochen – und dadurch zu seinen Bewegungsmöglichkeiten passt. Wussten Sie, dass die Abmessungen der Skelettknochen so einmalig wie ein Fingerabdruck sind.

 

 

In dieser Konstellation gibt es sie nur ein einziges Mal. So können auch nur völlig einzigartige Bewegungen daraus entstehen – in den Möglichkeiten des einen, individuellen Körpers.

Die „Natur“ hat nicht vom Band gearbeitet, und auch keine Roboter fabriziert. Durch die Biomotorik, also durch die Eigenwahrnehmung des Körpers entwickelt sich der Körper und hüpft im besten Fall durch die verschiedenen Entwicklungsstufen.

Jetzt kann dem Körper zweierlei passieren:

1) Er wird in einer Entwicklungsstufe ausgebremst, das heißt, viele Faktoren aus der Umwelt, oder beim Pferd auch der Mensch tragen dazu bei, das der Körper sich nicht weiterentwickelt, und auf einer Entwicklungsstufe stehenbleibt.
Das kann eine frühe Trächtigkeit sein, schlechte Umweltbedingungen, einschränkende Gewohnheiten,  oder eben die „formende“ Anwesenheit des Menschen sein. In einer der unteren Entwicklungsstufen ist eine zusätzliche Belastung des Pferdes eine absolute „worst case“ Situation.

Der junge Körper wird sich nicht dagegen wehren – im Gegenteil – jedes Angebot um seinem Körper eine „Neuigkeit“ mitzugeben, wird ja wahr genommen. Die Auswirkungen der „falschen“ Körperlichkeit äußert sich erst später – und man muss sich immer wieder wundern, wie belastbar doch eigentlich so ein Körper ist. Aber irgendwann rächt sich die falsche Kinderstube – vorgewarnt hat der Körper ja lange vorher schon. Durch Ausweichmuskulatur, Spannungsverhältnisse, Fehlstellungen die auf ein falsches Gelenkspiel hinweisen etc. Die biomotorischen Marker sind dabei eine gute Orientierungshilfe mit denen der Körper uns auf etwas hinweist, was nicht zu ihm passt. Im Bodywatching machen wir eine Kunst daraus, diese Hinweise zu sehen und in der Sensopathie lernen Sie, sie auch zu erfühlen.  Im Vergleich zum Palpieren, das den Körper untersucht – wird die Hand zum wichtigsten Werkzeug des Menschen – um ihn zu begleiten und  das Muskel- und Gelenkspiel zu verbessern.

 

2) der Körper kann sich in dem für ihn nötigen Rhythmus durch die verschiedenen Entwicklungsstufen hindurch in Ruhe entwickeln. Auch da ist die Umwelt entscheidend. Wird er von der Umwelt immer wieder gefördert und gefordert, und kann vielfältige Bewegungsanreize indem die „Natur“ den Körper immer wieder auffordert, sich auszuprobieren.

Genau das bietet das Spiel des Körpers. In der Fohlenzeit – in den unteren Entwicklungsstufen – ist es Zukunftsbestimmend für den jungen Körper. Je weiter der Körper entwickelt wird, desto mehr wird auch das Körperspiel eine Herausforderung – eine Challenge für den Körper. Wir als Menschen hatten ursprünglich mal den Sport dazu – leider haben wir aus dem gut gemeinten Sport auch eine festzementierte, einseitige Forderung gemacht.


Dazu eine kleine Geschichte,  von Herbert Renz-Polster erzählt, die auch vom Rücken des Pferdes handeln könnte. Es geht um die Konstruktionsprinzipien nach welchen die  Natur vorgeht, um die unvergleichliche Stabilität und Belastbarkeit zu erreichen, wie sie etwa in Baumkronen, Wurzelwerken, Spinnennetzen, Tierknochen oder Vogelfedern gemessen werden kann. Tatsächlich ist in einer Baumkrone jeder Ast an die im Laufe der Lebenszeit zu erwartenden Belastungen angepasst. Das geht nur, indem während des Wachstums des dünnen Zweiges hin bis zu einem starken Ast beständig Informationen aus der Umwelt aufgegriffen werden und in die laufende Konstruktion mit einfließt.


 

Warum die spielerische Körperentwicklung keine Technik ist?

Wann wird die spielerische Entwicklung für das Pferd zur Technik? Wenn es nicht mehr selbst lernen kann. Wenn es ständig unterrichtet und gefördert, aktiviert und wiederholt wird.

Wenn der Mensch bei der Körperentwicklung des Pferdes von Techniken, der Vernunft, von Bewertungen und Strategien, von Theorien und Werkzeugen geleitet wird, ist er  nur an ein kleines Bruchstück des „Ganzen“ gefesselt. Auch der Mensch bildet sich selber dann nur als Bruchstück aus und auch an das Pferd gibt er nur die Eintönigkeit von immer gleichbleibenden Bewegungen weiter.
Er wird nie die Harmonie seines Wesens entwickeln und anstatt das Pferd in seiner Natur auszuprägen, wird er es zum Abdruck einer Theorie machen.

 

 


Auch dazu ein kleines Beispiel: Sie kennen bestimmt die Geschichte des alten indianischen Schamanen, der seinen Enkeln von zwei Wölfen erzählte, die in uns wohnen.

Genauso ergeht es uns mit unseren Bewegungen – es „wohnen“ gute und schlechte Bewegungen in unserem Körper. Wie bei den Wölfen gewinnt immer der Wolf, den man füttert. Dieser Wolf wird dann immer stärker und immer präsenter.

Diese kleine Geschichte illustriert die Wichtigkeit von einer gezielten Bewegungsentwicklung. Wir – und aber auch der Pferdkörper entstehen aus  Bewegungen, die zum Körper passen, weil sie in ihm seit seiner Entstehung im Körper angelegt sind.


Was unterscheidet eine Kunst von einer Technik?

Eine Kunst stellt nicht her, sondern sie stellt dar, hat Gerald Hüther die Unterscheidung benannt. In der Ausbildungskunst kommt beim Pferd heraus, was es ist – es wird das aus dem Pferd herausgeholt und ans Licht gebracht, was die Technik verhüllt.

Man kann zwei  vollkommen unterschiedliche Systeme der Körperentwicklung beim Pferd unterscheiden und in zwei große Gruppen unterteilen. Die Aufsplitterung hat Kulturhistorische Hintergründe und wird daher auf dieser Webseite unter „der Unterschied“ speziell behandelt.


Aber muss eine Bewegung überhaupt entwickelt werden – reicht denn nicht eine „natürliche Bewegung“ ?

Bei der Diskussion der „Ausbildungs-Systeme“ über die muskuläre Balance wird davon ausgegangen, dass der Reiter eine durch das erzeugte „Gleichgewicht“ eine Balance im Körper erreichen kann. Das ist so nicht richtig. Weder der „Spanungsbogen“ noch die Dehnungshaltung kann das richtige Spannungsverhältnis des Körpers erzielen, die eine „normale“ Gelenkwinkeleinstellung und eine Balance zwischen Kraft und Dehnfähigkeit ermöglicht.

Im Gegenteil, denn sowohl bei einer Muskelverkürzung (der eine Muskel ist an die höhere Spannung angepasst, der andere ist keinem Reiz ausgesetzt, und verkümmert) ist die muskuläre Balance gestört – wie als auch bei einer Muskelverlängerung ( der eine Muskel hat sich an die niedrige Spannung angepasst, auch der andere Muskel bekommt keinen Reiz – der Dauerzustand erzeugt eine Hypermobilität)ist die muskuläre Balance gestört.

Eine Entspannung und auch eine länger anhaltende Dehnung gehen immer auf Kosten anderer Körperbereiche. Aber da der Pferdekörper in der Gebrauchsreiterei in einer kontrollierten, vom Reiter erzeugten Spannung gehalten wird, braucht der Körper auch sehr schnell eine Entspannung. Diese körperfremde Forderung kann nicht lange „gehalten“ werden. Dazu ist ein spezielles Muskeltraining erforderlich.

 

 

 

Am Beispiel der bei der Dehnungshaltung und dem Spannungsbogen erzeugten länger anhaltenden Beckenkippung sehen wir, dass das nach hinten gekippte Becken durch eine Verkürzung und eine Verstärkung der Bauch und hinteren Kruppenmuskulatur und eine Verlängerung der Hüftbeuger und unteren Rückenmuskeln erzeugt wird. Die Folge ist eine einseitig gespannte Psoasmuskulatur und Iliosakralgelenke, ein vermehrtes widernatürliches Eingehen der Hüfte – was die Gelenksituation des gesamten Hinterbeines verhindert und starke Scherkräfte des rechten Hinterbeines. Die innere Geradestellung und die gleichseitigen Informationsflüsse sind verhindert.

Das Thema der muskulären (Dys-)Balance durch falschen Muskelaufbau und zu viel „Entspannung“ ist eines der am meisten diskutierten Themen innerhalb der Reiterei und der Sportreiterei der letzten Jahre. So hat die Erkenntnis, dass man Muskeln durch Dehnen nicht verlängern kann, und das vor allem das nach hinten gekippte Becken ein gesundheitsgefährdendes Potenzial hat, zu einem Umdenken geführt.

Die Lösung

Die jahrhundertealte Lösung für das Pferd ist die sorgfältige Körperentwicklung auf Grundlage der Eigenwahrnehmung und Bewegungsspiele der natürlichen Bewegungen, die ein natürliches „Spannungsverhältnis“  und ausbalancierende Muskelfunktionen im Körper entstehen lässt. Im Vergleich zur Gebrauchsreiterei muss das „Gleichgewicht“ nicht der Reiter erzeugen, sondern der Reiter kann in die zuvor entwickelte Bewegung des Pferdes eintauchen.

Das Ziel der sehr sorgfältigen Körperentwicklung- und Ausbildung der alten Schulreiterei
(zur Körperausbildung muss man die „natürliche“ Abrichtung der Nomadenpferde, die mit dem Menschen einen sehr engen Umgang hatten –

 

und dadurch auch eine Wahrnehmungs-Ausbildung ist, dazuzählen) war immer Lebendigkeit und die Gelenkigkeit des ganzen Körpers.

Dazu wurde nicht ein Körperteil oder Muskelketten des Pferdes überbetont, sondern im Gegenteil: der Fokus war auf die Zusammenarbeit des ganzen Körpers gerichtet, in dem Wissen, das nur daraus die „richtige“ Muskulatur für das Skelett und den Organismus entstehen kann.
Wenn der Pferdekörper in seine Funktionsweise gefunden hat, entsteht Trage- und Aufrichtemuskulatur, die Wirbel und Gelenke entlastet.

Aber heute?

Die Welt von damals ist für das Pferd längst untergegangen. Wir haben die Zeit total umgebaut. Und auch die Ausbildung des Pferdes folgt einem naturbereinigten Modell.

Und eigentlich doch nicht. Denn das Leben in der „Natur“ steckt den Pferden bis heute im Blut. Schauen Sie sich nur das gemeinsame Spiel der Pferde an. Wenn Pferde frei spielen, dann geht es um eines – um Bewegungserfahrungen.

Deshalb sollten Bewegungsangebote und die Bewegungsentwicklung nicht nur auf Bereiche ausgerichtet werden, in denen der Mensch was davon hat.
Fohlen bewegen sich immer zum eigenen „Vergnügen“. Mit einem unerschöpflichen Bewegungsdrang scheint es für sie nichts Schöneres und Befriedigerendes zu geben als seine Welt durch Bewegung zu erschließen, und in einem für uns vielleicht einfachen, zweckfreien Spiel über die Lebensfreude hinaus einen Anreiz zur Entwicklung ihres Körpers zu bekommen. Durch diese Bewegungs- lernen lernt das Pferd seine eigenen körperlichen Fähigkeiten, aber auch seine Grenzen kennen. Es nimmt seine Umwelt „sinnlich“ wahr und kann mit den Anreizen besser umgehen und sich daran gesund weiterentwickeln.

 

 
 
Hunderte Milliarden Nervenzellen besitzt das Pferd bei seiner Geburt. Profitieren kann es allerdings erst, wenn es sie miteinander verknüpfen kann – die ersten Verknüpfungen entstehen in der Fohlenzeit vor allem durch Sinneswahrnehmungen und körperliche Aktivität. Nicht gebrauchte Verbindungen werden abgebaut. Besonders durch körperliche Bewegungen werden sie erhalten oder sogar wieder aufgebaut – auch bei älteren Pferden.

Die Spiele des Fohlens sind gekennzeichnet durch Freiwilligkeit und Zweckfreiheit. Sie haben ihren Zweck in sich selbst und sind immer auch ein Erproben der eigenen Kräfte und Geschicklichkeit. Das Fohlen erlebt Erfolg und Misserfolg seines Körpers und lernt aus beidem – vielleicht aus den Fehlern seines Körpers sogar noch ein bisschen mehr.

Nicht jedes Pferd kann diesen Drang aber ausleben. Der Erforschungstrieb seines Körpers ist nur dann aktiv, wenn sich das Pferd sicher und geborgen fühlt – wie früher in seiner Familienherde. Gestresste, in ihren Beziehungen zu Artgenossen oder zum Menschen ungewisse oder verunsicherte Pferde gehen nicht auf die die Entdeckungsreise mit ihrem Körper – und bleiben in einer unteren Entwicklungsstufe stecken. Der Trieb, aus sich heraus wirksam zu sein, ist schlichtweg die Grundlage ihrer Bewegungsentwicklung

Körperliche Fähigkeiten aufbauen

Das heutige Leben hindert das Pferd oft an den lebenswichtigen eigenen Erfahrungen – so ist Bewegungsmangel aber in erster Linie die mangelnde selbstständige Bewegungsentwicklung zu einer Zivilisationskrankheit für Pferde geworden, die beim erwachsenen Pferd ernsthafte Folgen für die körperliche, aber auch für die emotionale Weiterentwicklung nach sich zieht. Die Biomotorische Bewegung ist Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden des Pferdes – ist aber auch zugleich die Basis für weitere körperliche Bewegungserfahrungen.

Die zunehmende Differenziertheit des Körpers beruht auf  der Basis von vielfältigen Bewegungsanreizen, die von den Sinnesorganen ausgehen, und der Fähigkeit Sinnesreize zu differenzieren.  Durch ein immer wieder Herausfordern des Gleichgewichtsinnes und körperlicher Aktivität in der Tiefen Bewegung werden Reize im Körper geschaffen, die die Verknüpfungen der Nervenzellen – die Bildung der sogenannten Synapsen – unterstützen. Die Verbindungen zwischen den Nervenzellen werden komplexer, je mehr Reize durch die Sinnesorgane zum Gehirn gelangen. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Körpergehirnes sind groß, es muss jedoch durch möglichst viele Sinnestätigkeiten angeregt werden.

Auffallend viele Pferde weisen Defizite in der eigenen motorischen Entwicklung hinsichtlich ihrer Koordinationsfähigkeit auf. Sie sind in ihrer Ausbildung in einer unteren Entwicklungsstufe stecken geblieben Genauso haben werden in zunehmenden Maße Aufrichtungsschäden festgestellt.

 
 
Mit steigendem Alter und mit Nachlassen der Strukturen nehmen dann auch die Folgen problematischer Bewegung für den Körper zu. Im Zusammenhang mit Bewegungsbeeinträchtigungen, Wahrnehmungsstörungen und Koordinationsschwächen und die mangelnde Verarbeitungsmöglichkeit der auf das Pferd einströmenden Reize, leiden viele Pferde unter  Verhaltensstörungen, Ängsten, Aggressivität oder Depressionen.

Mit der Bewegungsentwicklung klären sich viele „Probleme“ die, wären unsere Pferde wir Menschen, sicherlich als psychosomatisch abgetan worden wären. Daran sehen wir welches Unverständnis für die teilweise langwierigen Prozesse und Zustände bestehen, von denen wir von außen immer nur die Spitze des Eisberges sehen.

So macht das von uns vorgeschlagene Biomotorische Training den „Ernst“ einer Ausbildung oder einer Trainings zur spielerischen Ausbildungskunst, bei dem sich Pferd und Mensch beim lebhaften Zusammenspiel zusammen finden. Es knüpft ein Band zwischen Mensch und Pferd und formiert zwischen Ihnen und Ihrem Pferd den Geist der Zusammengehörigkeit, frei von Nützlichkeitserwägungen und Zweck, frei von „was hab ich davon?“ und „was bringt mir das?“ Es bildet sich der Boden auf dem eine echte Kultur der Bewegungs- und Körperentwicklung entstehen kann.

Welche Voraussetzung braucht der Mensch für die Körperentwicklung der spielerischen Ausbildungskunst? Das erfahren Sie unter „Körperseminare für den Menschen“ und „Reiterrückenseminare“

 

Monika und Roland Pausch


BewegungsLernen Pausch
Schlossstrasse 9

D-74889 Sinsheim / Ehrstädt

Festnetz: +49 7266 911 740

Monika Pausch:
Mobile: +49 151 619 58339

info@bbewegungsausbildung.de

Roland Pausch:
Mobile: +49 171 175 8826

r.pausch@gmx.at

Onlineshop
Stefanie Schmidt:

shop@bewegungslernen.com

 

 

Newsletter Anmeldung:


[newsletter]

 

Mit RSS Feed immer am neuesten Stand! Jeder neue Artikel im Blog wird Ihnen per E-Mail zugeschickt

E-Mail-Adresse eingeben:  


 

 

Kontaktformular:






Ihr Name (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Telefon Nummer (Pflichtfeld)

Betreff

Seminar Ort und Datum (Pflichtfeld)

Ihre Adresse (Pflichtfeld)

Ihre Nachricht

 

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.